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Sich selbstständig machen: Der Guide für Schweizer KMU

Träumst du davon, dein eigener Chef zu sein? Möchtest du deine Geschäftsidee verwirklichen und deine Erwerbstätigkeit selbst bestimmen? Der Schritt, sich selbstständig zu machen, ist in der Schweiz ein spannendes, aber auch komplexes Unterfangen. Viele stellen sich die Frage: Wie kann ich erfolgreich selbstständig werden und was sind die wichtigsten Schritte? In diesem Beitrag liefern wir dir alle essentiellen Informationen, um dich in der Schweiz erfolgreich selbstständig zu machen und eine eigene Firma zu gründen. Wir beleuchten die rechtlichen Rahmenbedingungen, von der Wahl der Rechtsform über die Anmeldung bei der Ausgleichskasse bis hin zu Versicherungen und Finanzierung. Denn wer einen Plan hat und weiss, wie man strukturiert vorgeht, kann entspannter und erfolgreicher selbstständig arbeiten.

Sich selbstständig machen in 10 Schritten

Für die Firmengründung in der Schweiz kann man einem klaren Ablauf folgen. Finde hier alle wichtigen Aspekte, die für eine Firmengründung relevant sind und die dich im Prozess des Gründens begleiten.

Schritt 1: Die Geschäftsidee finden – Das Fundament deiner Erwerbstätigkeit

Jede erfolgreiche Selbstständigkeit beginnt mit einer Geschäftsidee. Dabei geht es nicht nur um ein innovatives Produkt oder eine Dienstleistung, sondern auch um die Marktanalyse.

Marktpotenzial prüfen:Gibt es eine Nachfrage? Wie stark ist die Konkurrenz?
Unique Selling Proposition (USP):Was macht deine Firma (deine Dienstleistung oder dein Produkt) einzigartig?
Eigene Kompetenzen:Bringst du die nötigen Fähigkeiten mit, um als Selbstständiger die Idee umzusetzen? Eine realistische Selbsteinschätzung ist hier essenziell.

Schritt 2: Den Businessplan erstellen – Dein Fahrplan zum Gründen

Ein solider Businessplan ist mehr als nur ein Dokument für Banken oder Investoren – er ist dein internes Navigationssystem oder Kompass. Er zwingt dich, alle Aspekte deiner zukünftigen Firma von Anfang an detailliert durchzuplanen und die Marktsituation realistisch zu analysieren.

  • Inhalt: Fasse deine Geschäftsidee zusammen, beschreibe dein Team, analysiere den Markt, erstelle einen Marketing- und Vertriebsplan und lege vor allem einen Finanzplan vor.

  • Finanzplanung: Kalkuliere den Kapitalbedarf für die Gründungs- und Aufbauphase. Dies ist die Grundlage für jede externe Finanzierung oder die Budgetierung deiner Rücklagen.

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Abb.: Der Businessplan dient als internes Navigationssystem und hilft, das Konzept von A bis Z durchzudenken.

Schritt 3: Die Rechtsform wählen – Einzelunternehmen, GmbH oder AG?

Die Wahl der richtigen Rechtsform ist einer der wichtigsten Schritte, da sie weitreichende Konsequenzen für Haftung, Steuern und Administration hat.

  • Einzelunternehmen (Einzelfirma): Die beliebteste und einfachste Form für Einsteiger.
    • Vorteile: Einfache und kostengünstige Gründung, kein Mindestkapital erforderlich.

    • Nachteile: Unbeschränkte persönliche Haftung (du haftest auch mit deinem Privatvermögen).

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Aktiengesellschaft (AG): Kapitalgesellschaften, die eine Haftungsbeschränkung auf das Geschäftsvermögen bieten, aber ein Mindestkapital erfordern und administrativ aufwändiger sind.

Schritt 4: Sozialversicherungen prüfen – Anmeldung bei der Ausgleichskasse

In der Schweiz ist die sozialversicherungsrechtliche Anerkennung als selbstständigerwerbende Person ein zentraler formaler Schritt. Diese Anerkennung erhältst du von der zuständigen kantonalen Ausgleichskasse (AHV).

  • Kriterien: Du musst auf eigene Rechnung und eigenes Risiko arbeiten, über eigene Infrastruktur verfügen und in der Regel für mehrere Auftraggeber tätig sein.

  • Vorgehen: Du meldest dich bei deiner Ausgleichskasse an und reichst Unterlagen ein, die deine Selbstständigkeit belegen (z. B. Mietvertrag für Geschäftsräume, Belege von Aufträgen, Rechnungen). Erst nach der Anerkennung giltst du als Selbstständigerwerbender.

  • Beiträge: Als Selbstständiger bezahlst du Beiträge an AHV, IV und EO über die Ausgleichskasse.

Schritt 5: Eintragung ins Handelsregister – Verpflichtung oder Option?

Der Eintrag ins Handelsregister ist je nach Rechtsform und Umsatz verpflichtend oder freiwillig.

  • Einzelunternehmen: Der Eintrag ist obligatorisch, wenn du ein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe betreibst und einen Jahresumsatz von mindestens CHF 100'000 erzielst.

  • GmbH/AG: Hier ist der Eintrag von Gesetzes wegen vorgeschrieben.

  • Wichtig: Die Anmeldung bei der Ausgleichskasse ist unabhängig vom Handelsregistereintrag vorzunehmen.

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Schritt 6: Überblick über Versicherungen und Vorsorge – deine finanzielle Sicherheit

Als Selbstständigerwerbender musst du dich selbst um deine soziale Absicherung kümmern. Hierzu zählen obligatorische und freiwillige Versicherungen und die Altersvorsorge.

  • Berufliche Vorsorge (2. Säule): Im Gegensatz zu Angestellten bist du als Einzelunternehmer nicht obligatorisch in der 2. Säule versichert. Es ist jedoch dringend ratsam, sich freiwillig zu versichern, um keine Vorsorgelücken zu riskieren.

  • Unfallversicherung (UVG): Die obligatorische Unfallversicherung (UVG) für Nicht-Berufsunfälle entfällt für Selbstständige. Du musst dich privat gegen Unfälle versichern.

  • Arbeitslosenversicherung (ALV): Selbstständigerwerbende sind in der Regel nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert und haben keinen Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Die Ausnahme bilden Personen, die aus einer unselbstständigen Tätigkeit heraus gründen wollen und bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Schritt 7: Finanzierung und Kapitalbedarf sichern

Die Finanzierung ist die Sauerstoffversorgung deiner Firma. Kläre frühzeitig, wie du Investitionen und deinen Lebensunterhalt gerade in der unsicheren Startphase deckst.

  • Eigenkapital: Persönliche Ersparnisse oder Beiträge von Familie/Freunden.

  • Fremdkapital: Bankkredite, Mikrokredite oder Investoren. Bedenke, dass der Zugang zu externem Kapital für eine Personengesellschaft (wie die Einzelfirma) oft schwieriger ist als für eine Kapitalgesellschaft.

  • Beratung: Nutze die Beratung von Treuhändern, um deinen Finanzplan realistisch zu prüfen.

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Schritt 8: Die Buchhaltung und Verwaltung – saubere Administration von Anfang an

Eine saubere Buchhaltung ist nicht nur Pflicht, sondern auch das wichtigste Controlling-Instrument für deine Firma.

  • Lösung: Um die Buchhaltung effizient zu führen, nutzen viele Gründer in der Schweiz cloudbasierte Software. bexio ist ein Beispiel für ein in der Schweiz beliebtes Tool, das die gesamte Administration (Buchhaltung, Rechnungsstellung, Lohn) digitalisiert.

  • Belege: Sammle von Tag eins an alle Belege, um deine Beiträge und Steuern korrekt abrechnen zu können.

Schritt 9: Steuern und Mehrwertsteuer (MWST) korrekt verbuchen und abführen

Auch die Steuern fallen als Selbstständigerwerbender anders an als bei Angestellten.

  • Einkommenssteuer: Der Gewinn deines Einzelunternehmens wird als privates Einkommen versteuert.

  • Mehrwertsteuer (MWST): Du wirst in der Regel mehrwertsteuerpflichtig, sobald dein Unternehmen im Inland einen Jahresumsatz von CHF 100'000 oder mehr für steuerbare Leistungen erzielt. In diesem Fall musst du dich innerhalb von 30 Tagen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) anmelden.

Tipps & Tricks für Schweizer KMU

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Schritt 10: Ins Business starten & die ersten Kunden gewinnen

Die beste Planung nützt nichts ohne Umsatz. Konzentriere dich darauf, deine Marketing- und Vertriebsstrategie aus dem Businessplan umzusetzen und deine ersten Aufträge zu gewinnen.

Unser Tipp: Nutze dein Netzwerk und trete selbstsicher auf, um potenzielle Kunden von deiner Geschäftsidee zu begeistern.

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Abb.: Mit guter Vorbereitung steht dem Gründen deiner eigenen Firma nichts im Wege.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Die Voraussetzungen, sich selbstständig zu machen, lassen sich in formelle und persönliche Bereiche unterteilen. Der Fokus in der Schweiz liegt auf der Anerkennung der Erwerbstätigkeit und der persönlichen Eignung.

Formelle Voraussetzungen: AHV-Anerkennung & Bewilligungen

Persönliche Voraussetzungen: Haltung und Belastbarkeit

  • Nachweis der Selbstständigkeit: Du musst die Kriterien der AHV (eigenes Risiko, eigene Infrastruktur, mehrere Auftraggeber) objektiv erfüllen und belegen können.

  • Selbstdisziplin und Organisationstalent: Du musst bereit sein, die administrativen Aufgaben zu erledigen und deine Arbeitszeiten selbst zu strukturieren.

  • Reglementierte Berufe: Für bestimmte Berufe (z. B. Vermögensverwalter, Notar/in, Arzt/Ärztin) benötigst du spezifische kantonale oder eidgenössische Bewilligungen oder den Nachweis einer speziellen Ausbildung.

  • Risikobereitschaft: Die finanzielle Belastbarkeit muss hoch sein, da es Phasen geben kann, in denen du weniger verdienst als angestellt.

  • Ausländerrecht: Als ausländische Person gelten zusätzliche Bestimmungen. Eine Beratung beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) oder bei den kantonalen Migrationsämtern ist in diesem Fall notwendig.

  • Flexibilität: Du musst in der Lage sein, mit einem Misserfolg umzugehen und Alternativen zu entwickeln.

Welche Vor- und Nachteile hat die Selbstständigkeit?

Bevor du den Weg in die Selbstständigkeit einschlägst, ist es ratsam, für dich persönlich eine ehrliche Bilanz zu ziehen.

Die klaren Vorteile

  • Volle Kontrolle: Du triffst alle Entscheidungen selbst. Bei einer Personengesellschaft (wie der Einzelfirma) hast du die volle Kontrolle über die Geschäftsführung, ohne Abstimmungen mit Gesellschaftern.

  • Direkte Erfolgsbeteiligung: Der gesamte Gewinn fliesst direkt in deine Tasche (nach Abzug von Steuern und Beiträgen).

  • Flexibilität: Du kannst deinen Arbeitsort, deine Arbeitsweise und deine Arbeitszeiten grösstenteils selbst bestimmen. Das ermöglicht ein besseres selbstständig arbeiten.

  • Steuerliche Vorteile: Bei einer Personengesellschaft kann die wirtschaftliche Doppelbesteuerung vermieden werden, da der Gewinn direkt auf privater Ebene versteuert wird.

Die Herausforderungen und Nachteile

  • Unbeschränkte Haftung: Der grösste Nachteil der Einzelfirma ist die unbeschränkte persönliche Haftung, die im Falle eines Misserfolgs existenzbedrohend sein kann.

  • Doppelbelastung und Isolation: Gerade in der Startphase arbeitest du viel und hast wenig Freizeit, was die Work-Life-Balance stören kann. Du bist allein für alle Aspekte der Firma verantwortlich.

  • Fehlende Sozialversicherungen: Die Absicherung gegen Arbeitslosigkeit entfällt in der Regel, und du musst dich aktiv um deine Altersvorsorge (2. Säule) und die Unfallversicherung kümmern, da dies nicht obligatorisch ist.

  • Erschwerte Finanzierung: Der Zugang zum Kapitalmarkt ist für Personengesellschaften oft schwieriger als für Kapitalgesellschaften.

  • Umsatzsteuerpflicht (MWST) und Administration: Du musst dich intensiv mit Administration, Buchhaltung und Steuerfragen auseinandersetzen, was bei Angestellten entfällt.

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Fazit

Der Weg, sich selbstständig zu machen, erfordert Mut, eine klare Checkliste und vor allem eine fundierte Vorbereitung. Mit einer starken Geschäftsidee, einem soliden Businessplan und dem Wissen um die Besonderheiten (AHV, Rechtsform, Versicherungen) legst du den Grundstein für eine erfolgreiche Erwerbstätigkeit.

Starte noch heute mit deiner Firmengründung – wir wünschen dir viel Erfolg!

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bexio-Redaktion

Autoren, Gast-Autoren und Experten

Die Autoren unserer bexio-Redaktion bringen langjährige Expertise und Erfahrung im Erstellen von hochwertigem Content mit. Bei allen veröffentlichten Texten stehen für die Autoren höchste Ansprüche auf Qualität, detaillierte Recherche und Mehrwert für den Leser im Mittelpunkt.

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