Du hast bereits deinen eigenen Online-Shop, bist aber auf der Suche nach weiteren Absatzmöglichkeiten? Hast du schon mal vom Amazon FBA Business gehört? Mit diesem Fulfillment-Service kannst du deine Produkte auch über den E-Commerce-Giganten Amazon verkaufen. Wir zeigen dir in diesem Beitrag, wie du und deine Kunden von Amazon FBA profitieren können. Unter anderem gehen wir dabei auf die Besonderheiten für Amazon FBA in der Schweiz ein, welche Kostenersparnisse mit dieser Distributionsmöglichkeit realistisch sind und welche Vor- und Nachteile Amazon FBA hat.
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Inhaltsverzeichnis
Bereits seit 1994 existiert der Versandhändler Amazon, der zu Beginn nur mit Büchern gehandelt hat. Nachdem die Dotcom-Krise auch dieses Unternehmen hart traf, musste Amazon handeln und brachte den Amazon Marketplace auf den Markt. Auf diesem Marktplatz können seit der 2000er Wende auch andere Unternehmen ihre Produkte verkaufen. Der Amazon-Kunde hat also die Wahl zwischen Produkten, die Amazon verkauft und Produkten, die von anderen Unternehmen verkauft werden.
Über die Jahre kamen neben dem Versandhandel und dem Marketplace noch weitere Angebote hinzu, wie zum Beispiel für Musik und Unterhaltung (Streaming-Dienst). Heute gibt es fast nichts, was man nicht über Amazon bestellen kann. Damit wird Amazon zum grössten Online-Versandhaus der Welt.
Unternehmensgründungen können an den unterschiedlichsten Orten stattfinden. So zum Beispiel Amazon – das Unternehmen wurde in einer Garage gegründet.
ℹ️ Amazon FBA ist ein Distributionskanal über den Online-Versandhändler Amazon und FBA steht dabei für «Fulfillment by Amazon». Das bedeutet, dass du als Unternehmer deine Produkte über die Amazon-Plattform verkaufst. Du profitierst dabei vom Kundennetzwerk von Amazon und verkaufst deine Produkte über den Amazon Marketplace. Dabei sparst du dir Lagerkosten, Logistik und das Retourenmanagement, da Amazon diese Aufgaben übernimmt.
Wenn Amazon also für die Lagerung, die Kommission und den Versand aufkommt, dann handelt es sich um das FBA-Prinzip. Es gibt jedoch auch noch die Variante, dass Unternehmen ihre Produkte zwar über Amazon verkaufen, aber die Aufgaben der Lagerung und des Versandes nicht an Amazon abgeben, sondern selbst übernehmen. In diesem Zusammenhang spricht man von FBM, «Fulfillment by Merchant».
Wie oben beschrieben, musst du als FBA-Verkäufer deine Produkte nicht selbständig lagern. Du schickst deine Produkte direkt an Amazon. Damit ist Amazon für die Logistik verantwortlich. Vergleichbar ist das mit Dropshipping. Auch beim Geschäftsmodell des Dropshipping brauchst du kein eigenes Lager. Deine Produkte verkaufst du beim Dropshipping aber über deinen eigenen Online-Shop.
Abb.: Der Fulfillment-Prozess.
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Amazon FBA – Fulfillment by Amazon: Du verkaufst deine Produkte über Amazon. Die Aufgaben der Warenbestellung, Lagerung, Versand, Retourenmanagement übernimmt dabei Amazon für dich. Der Vorteil: Deine Kunden können auch vom schnellen Amazon-Prime Versand profitieren.
Amazon FBM – Fulfillment by Merchant: Du verkaufst deine Produkte über Amazon. Du bist im Vergleich zum FBA selbst für Warenbestellung, Lagerung und Logistik verantwortlich. Du musst daher auf Amazon deine eigenen AGB und Retourenbedingungen angeben.
Mit welchen Kosten musst du bei Amazon FBA rechnen?
Die Kosten für den Service bei Amazon FBA zu verkaufen, variieren je nach Produkt. Wir stellen dir hier einige Beispiele vor. Um die gesamte Preisgestaltung von Amazon zu kennen, schau bitte explizit auf der Webseite von Amazon nach.
Um bei Amazon zu verkaufen, entscheidest du dich zunächst, ob du dich als Einzelhändler oder als professioneller Verkäufer registrieren möchtest.
Einzelverkäufer: Verkäufe < 40 Stück pro Monat
Professioneller Verkäufer: Verkäufe > 40 Stück pro Monat
Die Preise für Amazon FBA sind im folgenden in EUR angegeben, da es bisher kein explizites Modell für den Schweizer Markt gibt. Warum das so ist und wie du aus der Schweiz trotzdem mit Amazon FBA Geld verdienen kannst, erklären wir weiter unten im Beitrag.
Wie hoch sind die Gebühren & Lagerkosten?
Die Verkaufsgebühren sind abhängig von der Art des Produktes, dem Verkaufspreis, den Verpackungskosten und von möglichen Geschenkverpackungskosten.
Hier ein paar Beispiele:
Beautyprodukte: 8% Verkaufsgebühr bei Endpreisen unter 10 Euro und 15% Verkaufsgebühr bei Preisen über 10 Euro.
Babyartikel (ausser Bekleidung): 8% Verkaufsgebühr bei Endpreisen unter 10 Euro und 15% Verkaufsgebühr bei Preisen über 10 Euro.
Bekleidung, Schuhe, Handtaschen: 15% Verkaufsgebühr bei Endpreisen bis 45 Euro und 7% bei Preisen über 45 Euro
Schmuck: 20% Verkaufsgebühr bei Endpreisen bis 250 Euro und 5% bei Preisen über 250 Euro.
Auch wenn ein Produkt länger bei Amazon liegt oder wenn es sich beispielsweise um ein Gefahrengut handelt, kommen weitere Kosten auf dich als Verkäufer zu.
Welche Produkte soll ich mit Amazon FBA verkaufen?
Wenn du Amazon FBA nutzt und deine Produkte über die Plattform verkaufen möchtest, verlangt Amazon für seine Dienste natürlich Gebühren. Wenn du noch in der Auswahl der Produkte bist, die du anbieten möchtest, dann empfiehlt es sich, folgende Kriterien abzuwägen:
Kriterium
Grund
Beispiel
Grösse des Produktes
Je grösser das Produkt, desto mehr Lagerkosten fallen an.
Kleine Produkte wie Nagellacke kannst du mit dem FBA Small and Light noch einfacher verkaufen.
Umschlagsdauer des Produktes
Je schneller dein Produkt verkauft wird, desto geringer sind deine Lagerkosten.
Hierzu gehören alle Produkte der Kategorie «Fast Moving Consumer Goods», wie Reinigungsmittel oder Kosmetika
(Prognostizierte) verkaufte Menge
Verkaufst du eine grosse Stückzahl, kannst du von einer hohen Marge profitieren und als professioneller Verkäufer mit einer fixen Grundgebühr handeln.
HDMI Kabel verkaufen sich ganzjährig in grosser Stückzahl und nehmen keinen grossen Lagerplatz ein.
(K)ein Saisonartikel
Die Lagerkosten sind in den Monaten Oktober bis Dezember höher.
Sonnenstühle verkaufen sich in den Wintermonaten weniger gut und verursachen dann hohe Lagerkosten.
Mit dem Seller Central Zugang kannst du deine Lagerbestände, Verkäufe und Produktseiten jederzeit einsehen und bearbeiten. Das Portal bietet dir einen Rundum-Überblick über alle Verkaufsaktivitäten – auch mobil.
Wie bei jedem Business, das du starten möchtest, braucht es ein gewisses Startkapital. Natürlich ist dieses um einiges geringer, wenn du mit Amazon FBA durchstarten möchtest, als wenn du beispielsweise einen eigenen Handwerksbetrieb eröffnen möchtest. Hierfür wäre ein viel grösseres Startkapital nötig, da du beispielsweise Kosten für Raummiete, teure Maschinen und Rohmaterial einplanen müsstest. Dies fällt bei Amazon FBA Business natürlich weg. Dennoch geht es auch hier nicht ohne Startkapital.
Wie wir bereits erwähnt haben, ist der Kundenstamm* von Amazon enorm gross. Wenn du also planst, über diese Plattform auch deine Produkte zu verkaufen, solltest du mehr als ausreichend Produkte einplanen. Aufgrund des grossen Menge an Kundschaft musst du damit rechnen, dass deine Produkte auch eine grosse Nachfrage erhalten. Es gilt jedoch, ein Mittelmass zu finden, zwischen zu vielen und zu wenigen Produkten. Der grosse Kundenstamm bringt Vorteile, aber ebenso auch eine grosse Konkurrenz mit. Daher empfiehlt es sich, die Konkurrenz vorab zu analysieren, um einschätzen zu können, wie hoch die Nachfrage nach deinem Produkt sein wird. Wenn es viele Wettbewerber mit guten und vielen Bewertungen gibt, wird dein Umsatz anfangs nicht gleich hoch sein. Eine Überprüfung und Kalkulation sind daher von Vorteil, um dein Produktvolumen und damit auch das Startkapital besser abschätzen und berechnen zu können.
Das Startkapital berechnet sich also hauptsächlich aus dem Einkaufspreis deiner angebotenen Waren. Wenn du zu wenig Produkte auf Lager hältst oder nicht schnell nachliefern kannst, schadet das deinem Auftritt auf dem Amazon Marketplace. Als weitere Kosten musst du die Lager- und Versandkosten entsprechend einkalkulieren. Als Schweizer Verkäufer ist es am besten, du lässt deine Produkte in deutschen Amazon Warenlagern lagern. Die Kosten für die Lagerung variieren dabei je nach Grösse, Gewicht und Saison.
Dein ungefähres Startkapital lässt sich demnach folgendermassen berechnen:
Einkaufskosten für X Menge
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Lagerkosten für Einlagerung von X Menge in Amazon Lagerhaus
+
Amazon Grundgebühr für Amazon Einzelverkäufer oder professioneller Verkäufer
+
Verkaufsgebühren je nach Artikel
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Kalkulierte Versandkosten
=
Startkapital
Spezialfall Schweiz: Versand, Kosten, Zoll und Steuern
Du wirst es vermutlich schon bemerkt haben, wenn du selbst beim Online-Giganten etwas bestellen wolltest. Es gibt keine länderspezifische Webseite für die Schweiz. Rufst du Amazon in der Schweiz auf, wirst du je nachdem auf die deutsche, französische oder italienische Länderseite geführt.
Wie funktioniert nun Amazon FBA in der Schweiz?
Auch aus der Schweiz heraus ist es möglich, mit Amazon FBA Geschäfte zu machen. Dein Verkäufer-Konto erstellst du auf der deutschen Amazon-Länderseite. Damit hast du die Möglichkeit, deine Ware in Deutschland und der gesamten EU zu verkaufen. Dies macht eine Internationalisierung für dich um ein Vielfaches einfacher als sich selbst um Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Lagerplätzen und Versandhändlern zu kümmern.
Wenn du dich für ein Business mit Amazon FBA aus der Schweiz heraus entscheidest, musst du einige steuerliche Aspekte berücksichtigen. Prinzipiell gilt zwischen der Schweiz und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen. Mit diesem Abkommen soll eine Doppelbesteuerung vermieden werden. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass jeder, der in Deutschland Umsätze erwirtschaftet, diese beim Finanzamt anmelden muss und dafür die Deutsche Umsatzsteuer abführen muss. Auch eine deutsche Steuererklärung ist verpflichtend, sobald man Geschäfte in Deutschland macht. Für Schweizer Unternehmen ist das Finanzamt in Konstanz zuständig. Sobald man sich als Schweizer Unternehmen beim Finanzamt angemeldet hat, erhält man eine sogenannte Umsatzidentifikationsnummer, die man bei der Anmeldung im Seller Center (siehe oben) angeben muss.
Wenn du deine Produkte bereits in der Schweiz hast und diese an ein deutsches Amazon-Lager sendest, musst du zudem Exportzölle beachten. Du musst für einen Warenwert über 150 EUR 19% Einfuhrumsatzsteuer zahlen. Wenn du deine Waren sowieso aus dem Ausland beziehst (z. B. Asien), dann kannst du diese direkt in das deutsche Amazon-Lager liefern lassen und so die Einfuhrgebühren auslassen.
Grundsätzlich ist es also für Schweizer Unternehmer durchaus möglich, von den Vorteilen von Amazon FBA in Deutschland zu profitieren. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass hierbei auch in Deutschland Steuerzahlungen anfallen und dies mit einem Mehraufwand verbunden ist.
Durchstarten mit Amazon FBA
Du möchtest mit Amazon FBA durchstarten? Am besten ist es, du gründest dafür eine eigene Firma. Doch welche Rechtsform ist die Richtige?
Zusätzlicher Absatzkanal und damit weitere Umsatzmöglichkeit.
Kein direkter Kontakt mit deinen Kunden, da das gesamte Management über Amazon läuft.
Du profitierst vom Amazon-Kundenstamm.
Es ist schwieriger, einen loyalen Kundenstamm aufzubauen, da die Kunden Amazon-Kunden sind und nicht direkt deine.
Deine Kunden können vom (kostenlosen) Amazon-Prime Versand innerhalb 1-2 Tagen profitieren.
Für die Auslagerung der Fulfillment-Aufgaben zahlst du Gebühren, die sich u. U. zu einer grossen Summe kumulieren können.
Du sparst Lagerkosten.
Starke Konkurrenz im Amazon Marketplace.
Amazon kümmert sich für dich um Kommissionierung, Verpackung, Versand und Retourenmanagement.
Du gibst Kontrolle ab, denn deine bezahlte und eingelagerte Ware unterliegt allein in der Aufsicht von Amazon.
Einfache und bequeme Bestell- und Kaufabwicklung für den Kunden.
Du profitierst vom Kundenvertrauen auf Amazon.
Einfache Internationalisierung, da Versand in der EU möglich.
Abb.: Auf Amazon können deine Kunden immer und überall shoppen – ein bequemes Kauferlebnis für deine Kunden.
FAQ Amazon FBA
Brauche ich einen eigenen Online-Shop, um bei Amazon FBA zu verkaufen? Anders als beim Geschäftsmodell des Dropshipping ist es nicht zwingend erforderlich, einen eigenen Online-Shop zu haben. Es ist jedoch von Vorteil, wenn deine Produktbeschreibungen bereits vorhanden sind und zudem hast du noch einen weiteren Absatzkanal.
Wie entscheide ich, ob FBA oder FBM für mein Business besser geeignet ist? Wenn du beispielsweise bereits über ein eigenes Lager verfügst und die Logistik im Griff hast, kannst du Kosten einsparen, indem du dich für das FBM-Modell entscheidest. Wenn du dagegen noch am Anfang stehst und die logistischen Aufgaben inklusive dem Retourenmanagement gerne ausgliedern möchtest, empfiehlt sich FBA.
Lohnt sich Amazon FBA?Wie so oft gibt es hier keine allgemeingültige Aussage. Mit den Informationen aus dem Beitrag hast du jedoch alle Fakten beisammen, um individuell für dich und deine Geschäftsidee zu kalkulieren, ob sich der Schritt in Amazon FBA lohnt oder nicht.
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