29.01.2016 | 1 Kommentar

Die Qual der Wahl bei der Rechtsform

Die Schweiz ist ein Land von Firmengründern: Von Januar bis Dezember 2015 wurden in der Schweiz über 40'000 neue Unternehmen im Handelsregister eingetragen. Wer sich selbstständig machen will, muss sich für eine Rechtsform entscheiden. Doch welche ist die richtige Wahl?

GmbH als beliebteste Rechtsform 2015

GmbH als beliebteste Rechtsform 2015

Im letzten Jahr war die GmbH die beliebteste Rechtsform bei den Neugründungen. Am zweithäufigsten wurden Einzelfirmen gegründet und an dritter Stelle folgt die Aktiengesellschaft (AG). Dies zeigen die Zahlen zu 2015 im KMU-Portal des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

Weitere Informationen zu den Firmengründungen des letzten Jahres finden Sie im Beitrag «2015: Weniger neue Firmen am Start».

Kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz haben am häufigsten folgende drei Rechtsformen: Einzelunternehmen, Aktiengesellschaft (AG) und Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Hier eine kurze Auflistung der wichtigsten Unterschiede der einzelnen Rechtsformen:

Einzelfirma

  • Eignet sich gut für Handwerksbetriebe wie Maler oder Schreiner, in denen vieles vom Inhaber abhängt.
  • Kann ohne grossen Aufwand gegründet werden. Ein Eintrag ins Handelsregister ist erst ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000 nötig.
  • Der Unternehmer haftet für die Firmenschulden mit seinem privaten Vermögen.
  • Der Firmenname muss den Nachnamen des Gründers enthalten, also zum Beispiel «Schreinerei Moser».

Aktiengesellschaft (AG)

  • Kleineres finanzielles Risiko: Für Schulden des Unternehmens haftet nur das Gesellschaftsvermögen. Bei einem Konkurs geht also höchstens das eingebrachte Aktienkapital verloren.
  • Der Firmenname einer AG kann frei gewählt werden; auch Fantasienamen sind möglich (zum Beispiel «Mister Super Schreiner»).
  • Für die Gründung ist ein Kapital von mindestens CHF 100’000 notwendig.
  • Für AGs gelten verschiedene Vorschriften: So muss beispielsweise jede AG einen Verwaltungsrat als oberstes Organ einsetzen und die Buchhaltung durch eine Revisionsgesellschaft prüfen lassen.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

  • Für die Gründung einer GmbH ist ein Stammkapital von mindestens CHF 20’000 notwendig.
  • Die Gründer haften wie bei der AG nicht mit ihrem Privatvermögen für Schulden des Unternehmens.
  • Es gelten Vorschriften wie bei einer AG: Der Eintrag ins Handelsregister, eine jährliche Gesellschafterversammlung und die Prüfung durch eine Revisionsstelle sind erforderlich.
  • Der Firmenname muss GmbH enthalten, zum Beispiel «Schreinerei Moser GmbH».

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Weitere Informationen zur Wahl der Rechtsform für Kleinunternehmen und Checklisten für Neugründer bietet das KMU-Portal des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO.

Kommentare

UB-office AG

das mit der Privathaftung ist nicht ganz richtig, den die Gesellschafter bei GmbH oder der VR bei AG haftet für die offenen AHV schulden.

Revisionspflicht besteht in beiden Gesellschaften auch nicht zwingend, erst wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind muss eine Revisionsstelle eingesetzt werden.

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