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28. JUNE 2022

Dropshipping in der Schweiz: Starten Sie mit Ihrem Business durch

Dropshipping bietet eine fantastische Möglichkeit, ohne grosse IT-Kenntnisse und vor allem, ohne eine eigene Logistik ein Online-Shop zu eröffnen. Trotzdem gibt es einige essentielle Fragen zu klären: Was für ein Produktkonzept soll ich entwickeln, welche Lieferanten hole ich an meine Seite und wie erstelle ich einen professionellen Online-Shop? In diesem Beitrag klären wir die wichtigsten Fragen rund um Dropshipping in der Schweiz.

In diesem Beitrag

Was ist Dropshipping?

Dropshipping bedeutet, dass Sie in Ihrem Online-Shop Produkte vertreiben, ohne für diese ein eigenes Lager zu haben. Der Lieferant der von Ihnen vertriebenen Produkte stellt Ihnen sein Lager zur Verfügung und managt die Logistik. Das bedeutet, dass Sie als Verkäufer die Produkte weder vorab einkaufen noch lagern müssen und auch den Versand zum Kunden übernimmt der Lieferant. Auch wenn diese Form des Handelns recht modern klingt, ist Dropshipping eine gar nicht mal so neue Form. Schon 1999 begann das US-amerikanische Unternehmen Zappos mit diesem Geschäftsmodell.

ℹ️ Beim Dropshipping benötigen Sie kein eigenes Lager für Ihre Produkte.
Abb.: Der Vorteil beim Dropshipping ist, dass Sie kein eigenes Lager für Ihre Produkte benötigen.
Abb.: Der Vorteil beim Dropshipping ist, dass Sie kein eigenes Lager für Ihre Produkte benötigen.

Ja, Dropshipping ist in der Schweiz absolut legal. Das Interessante in der Schweiz ist jedoch, dass es keine speziellen Gesetze über das gesamte E-Commerce Business gibt; das Obligationenrecht (OR) führt jedoch einige Punkte bei bestimmten Artikeln auf.

Was bedeutet das? Wenn Sie ein Dropshipping-Gewerbe in der Schweiz anmelden möchten, tun Sie dies gleich wie bei jedem anderen Unternehmen: Sie erstellen vorerst einen Businessplan, gründen im Anschluss eine Firma (beispielsweise eine Einzelfirma) und melden sich bei den Sozialversicherungen an.

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Sie sind neu in der Selbstständigkeit?

Bei der Gründung eines Online-Shops sind Sie an die gleichen Pflichten gebunden wie bei jeder Gründung eines Unternehmens. Lesen Sie hier, wie Sie eine Einzelfirma gründen, mitsamt hilfreichen und praktischen Checklisten zum kostenlosen Download.

Von der Idee bis zum Shop – Ein Praxisbeispiel

Wir zeigen Ihnen in diesem Abschnitt anhand eines Beispiels auf, wie Sie selbst Schritt-für-Schritt ein Dropshipping Business aufbauen können und gehen im Detail auf die verschiedenen Herausforderungen ein.

Schritt 1: Ideen sammeln

In unserem Beispiel möchte Herr Dimmer einen Online-Shop aufbauen. Da er keinen Lagerplatz besitzt und sich auch nicht mit Logistik und Auslieferung von Produkten beschäftigen möchte, bietet sich das Dropshipping als geeignetes Geschäftsmodell für Herrn D.s Vorhaben an. Herr D. ist sich noch nicht ganz sicher, welches Produkt er in seinem Onlineshop verkaufen will und wird bei seiner Recherche auf zwei Punkte aufmerksam gemacht: Cashflow und Brandbuilding.


Wenn Herr D. sich auf ein paar wenige Produkte fokussieren möchte, ist er am besten beraten, wenn er seinen Online-Shop nach dem Brandbuilding-Prinzip aufbaut. Hierbei geht es primär darum, seinen Online-Shop mit wenigen Produkten, aber dafür mit einer starken und fokussierten Marke zu versehen.

In diesem Fall könnte Herr D. sich in seinem Onlineshop auf den Vertrieb von hochwertiger Flüssigseife konzentrieren. Sein Sortiment wäre klein, jedoch könnte er von der hohen Qualität und Bekanntheit seiner Produkte profitieren.

Im Vergleich dazu fokussiert sich Herr D. mit dem Cashflow-Prinzip auf ein breites Sortiment, mit vielen unterschiedlichen Seifen Produkten, ob flüssig oder fest, mit diversen Aromen, Formen und Farben. Darüber hinaus könnte er weitere Produkte aus unterschiedlichen Kategorien z.B. Seifenschalen, Handtücher oder Duftkerzen im Sortiment aufnehmen. Der Fokus liegt auf einer schnellen Generierung von Einnamen, da er Produkte mit der höchsten Gewinnspanne anbieten kann.

Abb.: Wollen Sie sich fokussieren oder auf ein grosses Angebot zurückgreifen?
Abb.: Wollen Sie sich fokussieren oder auf ein grosses Angebot zurückgreifen?

Schritt 2: Fokus setzen

Nach seiner Recherche hat sich Herr D. entschieden und möchte weniger, dafür qualitativ hochwertige Produkte anbieten. Er entscheidet sich dafür, sich auf nachhaltig produzierte Seifen zu fokussieren. Nachdem er seine Idee auch in seiner Vision und seinem Businessplan integriert hat, ist er bereit, sein Geschäft aufzubauen.

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Unser Tipp: Vergessen Sie nicht, dass das Marketing, wenn Sie das Dropshipping-Business alleine führen, in Ihren Händen liegt. Schauen Sie daher bei Ihren künftigen Produkten nicht nur auf die Marge und die aktuelle Nachfrage. Sie sollten sich vielmehr mit Ihren Produkten identifizieren können. Nur so können Sie ein sinnhaftes Marketing aufbauen und mit Ihren künftigen Kunden auf Augenhöhe kommunizieren. Lesen Sie hier alles wichtige über Marketingkonzepte und starten Sie durch.

Herr D. setzt seit einiger Zeit selbst auf nachhaltig produzierte Seife, weswegen er schon mit einigen Unternehmen, die diese Produkte anfertigen und vertreiben, in Kontakt steht. Sollte dies bei Ihnen nicht der Fall sein, oder falls Sie neu in einer Produktwelt sind, informieren Sie sich gründlich über mögliche Lieferanten. Recherchieren Sie im Internet und konsultieren Sie Freunde und Bekannte, die allenfalls schon Erfahrungen oder gar Partnerschaften mit Lieferanten in Ihrer Branche pflegen.

Schritt 3: Die Suche nach dem besten Dropshipping-Anbieter

Im nächsten Schritt geht es darum, den besten Dropshipping-Anbieter zu finden. Es gibt eine Reihe bereits gut etablierter Dropshipping-Anbieter/-Lieferanten. Einige bekannte und geachtete sind beispielsweise:

  • Fortura (Schweizer Anbieter für Spielzeug, Süsswaren, Geschenke & Partyartikel)

  • DHgate (für elektronische Artikel aller Art)

  • AliDropship (für eine breite Auswahl an Artikeln)

  • BigBuy (für eine breite Auswahl an Artikeln)

  • Shopcom AG (für Detail- und Online-Händler)

Trotz einer immer grösser werdenden Anzahl von etablierten und spezialisierten Anbietern, haben Sie immer noch die Möglichkeit, direkt mit Lieferanten oder Herstellern zu arbeiten. Da Herr D. sich auf nachhaltig hergestellte Seife fokussieren möchte und sich zu diesem Produkt kein passender Dropshipping-Anbieter finden lässt, zeigen wir Ihnen im Folgenden auf, wie Sie sich auf die Lieferantensuche- und Gespräche vorbereiten können.

Tipps

  • Achten Sie bei den Lieferanten nicht nur auf einen guten Preis, sondern auch auf das Gesamtbild des Unternehmens.

  • Die besten Lieferanten für Sie sind jene, die eine ähnliche Geschäftskultur pflegen.

  • Tätigen Sie vorab einige Testkäufe, um die Abwicklung seitens des Lieferanten zu checken (am Besten von einem Bekannten, so dass Ihr Name seitens des Lieferanten nicht assoziiert wird – dies trägt zu einer echten Bestellung bei).

Spezialfall: Lieferanten im Ausland

Wenn Sie mit Lieferanten im Ausland arbeiten, achten Sie darauf, dass sich die Rechtslage ändern kann: Hierbei geht es vor allem um Zollfragen und deren Tarife. Sollte der Dropshipping-Shop Ihr erstes Business sein oder Sie sich vorerst nicht mit den eher komplizierten Zollformalitäten befassen möchten, empfiehlt es sich, auf Schweizer Anbieter, wie beispielsweise Shopcom AG, zu setzen.

Die Verhandlungen – seien Sie konkret

Herr D. hat einige mögliche Lieferanten angesprochen und sich ein grobes Bild gemacht und sich für einen Lieferanten entschieden. Jetzt beginnen die Verhandlungen. Herr D. hat vor den Verhandlungen eine Checkliste erstellt, die er währenddessen als Leitfaden benutzt:

  • Begrüssung
  • Besprechung der Marge
  • Besprechung der Servicekosten
  • Besprechung über eine längerfristige Beziehung
  • Besprechung von Rabatten
  • Besprechung über die Rückgabe von Produkten und deren Konditionen
  • Finale Eruierung, ob die Zusammenarbeit wirklich passt

Gehen Sie unbedingt mit klaren Vorstellungen in das Gespräch und bestehen Sie auf die aus Ihrer Sicht wichtigsten Bedingungen.

Schritt 4: Die Entstehung Ihres Business

Herr D. hat nun alle Informationen die er braucht, um einen erfolgreichen Dropshipping-Webshop zu eröffnen:

  • Er hat eine Einzelfirma gegründet.
  • Er hat sein Produktportfolio konzipiert.
  • Er hat ein Marketingkonzept definiert.
  • Er hat den passenden Dropshipping-Lieferanten gefunden.

Wie kann er nun seinen Shop einfach und intuitiv eröffnen?

bexio bietet Ihnen die Möglichkeit, mit nur wenigen Klicks einen professionellen Webshop zu erstellen – mit Ihrem persönlichen Design und ohne IT-Kenntnisse. Durch die automatische Synchronisation, einem integrierten Online-Shop-Appstore und einer Vielzahl an Designanpassungen steht Ihnen ein mächtiges und intuitives Tool zur Verfügung.

Verbinden Sie Ihr bexio-Konto mit einem Online-Shop

Das Tolle? Wenn Sie beispielsweise Kundendaten, wie Namen und Adressen, in Ihre eigene Datenbank in bexio eingepflegt haben, werden diese automatisch in Ihrem Online-Shop synchronisiert. bexio speichert dabei alle Daten in Schweizer Rechenzentren.

Da sämtliche Daten, die Sie bei bexio hinterlegt haben, synchronisiert werden können, entfällt Ihnen ausserdem eine Menge an doppelter Arbeit – auch, da Rechnungen und Aufträge in Echtzeit zwischen Ihrem bexio Konto und Ihrem Webshop aktualisiert werden. Durch eine Dropshipping-Anbindung werden zudem alle Informationen automatisch zwischen Ihnen und Ihrem Anbieter ausgetauscht. Somit haben Sie eine Turnkey-Solution für Ihr zukünftiges Business!

Schritt 5: Starthilfen Amazon, ebay, Online-Shop – aller Anfang ist schwer

Für Herrn D. ist dies seine erste Berührung mit der Selbstständigkeit – entsprechend kann er noch nicht auf ein grosses Kundennetzwerk zugreifen und hat im Allgemeinen wenig Erfahrung mit dem Marketing eines Online-Shops. Hier kann es am Anfang sinnvoll sein, dass er seine Produkte zunächst neben dem bestehenden Shop zusätzlich auf öffentlichen Verkaufsplattformen wie Amazon, ebay oder dem Facebook Marketplace verkauft. Dies ermöglicht ihm anfangs einen schnelleren und potentiell erfolgreicheren Start.

Lohnt sich Dropshipping finanziell?

Wenn Herr D. seinen Dropshipping-Shop eröffnet, muss ihm bewusst sein, dass er sich um die Auftragsabwicklung, den Kundenservice, die Retourenverarbeitung und die Beziehung zu den Lieferanten kümmern muss.

Es kann von Vorteil sein, wenn Sie schon über einen gewissen Kundenstamm und Traffic, beispielsweise durch einen vorherigen Online-Shop verfügen. Ihnen sollte bewusst sein, dass die Anfangsphase bei einem Dropshipping-Unternehmen kostenintensiv ist.

Der Gewinn, den Sie sich vom Dropshipping erwarten können, hängt natürlich von den angebotenen Produkten ab: Eine bekannte und für Durchschnittswerte angepasste Formel für einen möglichen Gewinn beträgt:

(Traffic x 0.02) x (durchschnittliche Marge x 0.2 %) = Gewinn.

Diese Formel gilt als durchschnittliche Richtlinie. Rabatte, fluktuierende Margen und die Nachfrage können den Gewinn deutlich minimieren. Sitzt Ihr Dropshipping-Lieferant im Ausland, müssen Sie zusätzlich noch mit Einfuhrsteuer und Zollabgaben rechnen.

Dropshipping-Formel: (Traffic x 0.02) x (durchschnittliche Marge x 0.2 %) = Gewinn.

Seien Sie sich ebenfalls bewusst, dass die Pflege eines Online-Shops nicht nur kosten- sondern auch zeitintensiv ist. Wenn Sie Ihr Business zunächst einmal neben Ihrem Job betreiben wollen, lohnt es sich, Freunde oder Bekannte bei den anfallenden Arbeiten um Hilfe zu bitten.

Dropshipping: die Vor- und Nachteile

Wir haben für Sie die Vor- sowie Nachteile zusammengefasst:

Vorteile

  • Geringere Kosten: Sie benötigen kein eigenes, physisches Lager und auch Lagerkosten fallen weg.
  • Zeitvorteil: Sie erstellen einen Online-Shop schnell und einfach.
  • Schneller ins Business: Sie benötigen weniger (Start-)Kapital.
  • Wettbewerbsvorteil: Sie können Ihr Angebot relativ einfach erweitern oder verkleinern.

Nachteile

  • Haftbarkeit: Auch wenn Sie viel Verantwortung an Ihren Lieferanten abgeben, haften Sie weiter für Ihr Geschäft.

  • Steuerfragen: Arbeiten Sie mit ausländischen Lieferanten, kann es zu komplizierten Steuerfragen kommen.

  • Grosse Konkurrenz: Da Dropshipping so einfach ist, gibt es sehr viel Konkurrenz auf dem Markt.

  • Weniger Kontrolle: Da Sie die Produkte nicht selbst kaufen und lagern, haben Sie weniger Kontrolle über die Produkte und die Qualität.

  • Initialaufwand bei wenig Know-how: Zu Beginn kann es zu einem hohen Aufwand kommen, bis alle Fragen geklärt sind und Routine eingetreten ist.

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