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29. JULI 2022

Lohnabzüge Schweiz: Was Arbeitgeber wissen sollten

Monat für Monat das gleiche Spiel – für Arbeitgeber meist lästig, für Arbeitnehmer erfreulich: Die Lohnabrechnung. Dabei handelt es sich um ein Dokument, das die Zusammensetzung des Lohns aufzeigt. Wichtig dabei für Arbeitgeber sind die Lohnabzüge, die obligatorisch vom Gehalt abgezogen werden müssen. Welche Lohnabzüge in der Schweiz für 2022 gelten und was Sie über die unterschiedlichen Sozialversicherungsbeiträge wissen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

In diesem Beitrag

Was muss ich über Lohnabzüge für meine Mitarbeitende wissen?

Als Arbeitgeber verhandeln Sie bei der Anstellung den Lohn für die geleisteten und vereinbarten Aufgaben. Das ist der sogenannte Bruttolohn, den Ihr Mitarbeitender monatlich verdient. Ausbezahlt wird dem Mitarbeitenden jedoch nur der Nettolohn. Der Nettolohn ist der Teil des Lohns, der übrig bleibt, nachdem alle Lohnabzüge abgezogen wurden.

Nettolohn = Bruttolohn (+ Zuschläge, z.B. Spesen, Boni, Überstunden etc.) – Abzüge

Zu den Abzügen gehören die Sozialversicherungsbeiträge von AHV, IV und EO, sowie die Beiträge der Arbeitslosenversicherung, der Nichtberufsunfallversicherung und der beruflichen Vorsorge. Weiter unten im Beitrag gehen wir im Detail auf die einzelnen Versicherungen ein.

Ein Beispiel einer Lohnberechnung

Mitarbeiter Peter T. verdient CHF 5’000 brutto pro Monat. Um nun seinen Nettolohn zu berechnen, gehen Sie wie folgt vor:

Beispielmonat April:

BruttolohnCHF 5'000
ZuschlägeCHF 0
AHV / IV / EOCHF 2655.3% vom Bruttolohn
ALVCHF 551.1%
NBUVCHF 55gemäss Police

BGV

CHF 300gemäss Police
KTGVCHF 40gemäss Police
NettolohnCHF 4'285

Herr T. bekommt also nach allen Abzügen CHF 4’285 ausbezahlt. Die Lohnabrechnung dient dafür, dass die Abzüge korrekt dokumentiert sind und für den Arbeitnehmer Herr T. nachvollziehbar sind.

Abb.: Für jeden Mitarbeitenden muss eine individuelle Lohnabrechnung erstellt werden. Je mehr Mitarbeitende, desto aufwändiger die Lohnbuchhaltung.
Abb.: Für jeden Mitarbeitenden muss eine individuelle Lohnabrechnung erstellt werden. Je mehr Mitarbeitende, desto aufwändiger die Lohnbuchhaltung.
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Warum gibt es die obligatorischen Lohnabzüge?

In der Schweiz gilt das Dreisäulenmodell für die Vorsorge im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall. Damit soll gesichert sein, dass die Person in jedem Fall einen angemessenen Lebensstandard beibehalten kann.

In die erste Säule werden die obligatorischen Einzahlungen für AHV, IV und EO getätigt. Die AHV sichert den Grundbedarf im Alter oder zahlt im Todesfall. Die IV ist die Invalidenversicherung und unterstützt die Person im Wiedereingliederungsprozess oder mit Geldleistungen, um die Existenz bei Invalidität zu sichern. Die Erwerbsersatzordnung (EO) zahlt Personen, die im Militär- oder Zivildienst arbeiten, einen Teil des Verdienstausfalls während dieser Zeit.

Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge und schützt die Person in dem Masse, dass ein gewohnter Lebensstandard über der Existenzsicherung hinaus gesichert wird. Die dritte Säule dient der privaten Vorsorge. Damit kann die Person weitere Ansprüche für sich sichern.

Abb.: Das 3-Säulen-Modell der Vorsorge in der Schweiz.
Abb.: Das 3-Säulen-Modell der Vorsorge in der Schweiz.

Hinweis: Säule 3 für Unternehmer besonders wichtig

Für Unternehmer ist die 3. Säule besonders wichtig, da nicht jeder Selbstständige alle Sozialversicherungen verpflichtend einzahlen muss. Um im Ausfall oder Alter jedoch abgesichert zu sein, ist daher eine ausreichende Vorsorge dringend ratsam.

Übersicht der obligatorischen Lohnabzüge

Lohnabzug

Lohnabzug Arbeitnehmer

Anteil

Arbeitgeber

Anteil Arbeitnehmer

AHV / IV / EO

5.3%

50%

50%

ALV 1 (Einkommen bis CHF 148’200)

1.1%

50%

50%

ALV 2 (Einkommen ab CHF 148’200)

0.5%

50%

50%

BVG

gemäss Police

50%

50%

BUV

gemäss Police

100%

NBUV

gemäss Police

100%

KTGV

gemäss Police

gemäss Arbeitsvertrag

gemäss Arbeitsvertrag

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen

AHV / IV / EO

Die Beitragsplicht für AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung), IV (Invalidenversicherung) und EO (Erwerbsersatzordnung) ist obligatorisch für jeden Erwerbstätigen ab 17 Jahren und endet mit dem Rentenalter bzw. der Aufgabe der Erwerbstätigkeit. Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, sich um die korrekte Einzahlung für Ihre Mitarbeitenden, sowie für sich selbst zu kümmern.

Die Beitragszahlungen für diese Versicherungen sind deshalb so wichtig, da diese die Rente und damit die Existenz im Alter absichern. Auch während des erwerbstätigen Alters kann es zu länger dauernden, krankheitsbedingten Ausfällen oder gar Invalidität kommen. In diesem Fall greift die IV. Junge Männer, die ihren Militär- oder Sozialdienst leisten, erhalten dank der EO einen Teil Ihres Verdienstausfalles wieder. Somit ist jeder Erwerbstätige vom Bund geschützt und die Existenz ist gesichert, wenn es zu Verdienstausfällen kommt.

Die Beitragssätze der Sozialversicherungen setzen sich wie folgt zusammen:

AHV

8.7%

IV

1.4%

EO

0.5%

Total

10.6%

Quelle: https://www.ahv-iv.ch/p/2.01.d

Als Arbeitgeber ziehen Sie in der Lohnabrechnung Ihrem Mitarbeitenden 5.3% (50%) vom Lohn ab und zahlen diesen Mitarbeiteranteil mit Ihren 50% als Arbeitgeber in die Ausgleichskasse ein.

ALV – Arbeitslosenversicherung

Die ALV ist die obligatorische Arbeitslosenversicherung und tritt in folgenden Fällen ein:

  • Kurzarbeit

  • Wetterbedingte Arbeitsausfälle

  • Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers

  • Arbeitslosigkeit

Wenn das Jahreseinkommen eines unselbstständigen Erwerbstätigen höher als CHF 2’300 ist, muss er bei der ALV gemeldet sein. Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung beträgt 2.2% bei Jahreseinkommen unter CHF 148’200 und wird zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber und -nehmer übernommen.

Bei einem Jahreseinkommen über CHF 148’200 liegt der Beitragssatz nur noch bei 1.1 Prozent.

Gilt die Arbeitslosenversicherung auch für Selbstständige?

Als selbständiger Unternehmer können Sie sich nicht mit der Arbeitslosenversicherung absichern. Sie erhalten Unterstützung nur dann, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor Ihrer Selbstständigkeit in einem Angestellten-Verhältnis gearbeitet und entsprechend eingezahlt haben.

BVG – Berufliche Vorsorge

Die berufliche Vorsorge gehört zur 2. Säule des Dreisäulenmodells. Die BVG dient dazu, dass die versicherte Person im Alter den gewohnten Lebensstandard weiterführen kann. Erwerbstätige Personen, die AHV-pflichtig sind, haben Anrecht auf die berufliche Vorsorge bei einem Mindesteinkommen von CHF 21’510 pro Jahr. Selbständige sind der BVG nicht obligatorisch unterstellt, können sich jedoch freiwillig versichern. Arbeitgeber wählen für die BVG die geeignete Pensionskasse und die Beiträge werden zu gleichen Teilen eingezahlt.

Abb.: Lohnabrechnung für Mitarbeitende schnell und einfach mit einem Lohnprogramm wie bexio erstellt.
Abb.: Lohnabrechnung für Mitarbeitende schnell und einfach mit einem Lohnprogramm wie bexio erstellt.

UVG – Unfallversicherung

Die Unfallversicherung teilt sich in der Schweiz in die BUV (Berufsunfallversicherung) und die NBUV (Nichtberufsunfallversicherung auf). Sie schützt die versicherten Personen bei Berufsunfällen und -krankheiten.

BUV

NBUV

Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, sich und Ihre Mitarbeitenden mit der Berufsunfallversicherung zu versichern. Diese Versicherung schützt die Personen bei Berufsunfällen und trägt die Kosten der Behandlung und zahlt Taggelder aus. Auch bei Invalidität und im Todesfall unterstützt die BVG. Die Prämie der BUV ist vom Arbeitgeber zu zahlen.

Wenn Arbeitnehmer mehr als acht Stunden in der Woche für denselben Arbeitgeber arbeiten, müssen die Arbeitnehmer zusätzlich mit der NBUV (Nichtberufsunfallversicherung) abgesichert sein. Der Beitrag für die NBUV kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer vom Lohn abziehen.

KTGV – Krankentaggeldversicherung

Als Arbeitgeber sind Sie nicht gesetzlich verpflichtet, eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen. Dennoch ist der Abschluss ratsam, da diese Versicherung den Lohnausfall bei Krankheit abdeckt. Wenn Ihr Mitarbeitender längere Zeit erkrankt, müssen Sie ihn weiter entlohnen. Um sich gegen diese Kosten abzusichern, hilft die KTGV. Die Prämie wird i.d.R. zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber sowie vom Arbeitnehmer bezahlt.

Sonderfall: Quellensteuer

In der Schweiz beschäftigte ausländische Mitarbeitende sind nicht der regulären Steuerlast, sondern der Quellensteuer unterstellt.

Dies trifft auf Personen zu, die:

Um das Verfahren für die ausländischen Mitarbeitenden zu vereinfachen, werden Sie der Quellensteuer unterstellt. Diese wird direkt vom Einkommen abgezogen. Die Höhe der Quellensteuer ist dabei kantonal unterschiedlich, wie bei der regulären Steuerlast auch. Arbeitgeber ziehen ihren Quellensteuer-pflichtigen Arbeitnehmern die Beiträge direkt vom Lohn ab, für die er beitragspflichtig ist. Dazu gehören AHV/ IV / EO und ALV, sowie die Beiträge für die Unfallversicherung.

Beispiel einer Lohnabrechnung mitsamt Lohnabzügen

Jeden Monat müssen Sie für Ihre Mitarbeitenden eine Lohnabrechnung ausstellen. Dies kann ohne ein Lohnprogramm wie bexio recht mühsam werden.

Die Lohnabrechnung erstellen Sie für jeden Mitarbeitenden individuell. Deswegen steigt der Aufwand beim manuellen Erstellen einer Lohnabrechnung je mehr Mitarbeitende Sie haben.

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Das muss eine Lohnabrechnung enthalten

  • Anschriften des Arbeitgebers sowie Mitarbeitenden

  • Lohn- und Zulagen (z. B. Feiertagszuschlag)

  • Sozialabzüge

  • Sonstige Zulagen und Abzüge

Wichtig ist, dass die Lohnabrechnung in schriftlicher Form erstellt wird und dass der Mitarbeitende die Angaben nachvollziehen kann. Wie eine Lohnabrechnung im Detail aussieht, können Sie unserer praktischen Lohnabrechnungs-Vorlage entnehmen.

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