Als Kleinunternehmer ist man gerade am Anfang schnell mal überfordert mit allen Aufgaben, die auf einen zukommen. Man hat sich seinen Traum verwirklicht und sich selbstständig gemacht, doch dann sieht man sich mit administrativen Aufgaben wie Auftragsabwicklung, Buchhaltung führen und Rechnungen schreiben konfrontiert. Aufgaben, mit denen man vorher nicht unbedingt viel zu tun hatte. Da gerät die Wichtigkeit eines Marketingkonzepts schnell in den Hintergrund. Wir erklären dir, wie ein Marketingkonzept für dein KMU zum Booster werden kann und wie du es in wenigen Schritten erfolgreich umsetzt. Inklusive Beispiel und kostenloser Vorlage.
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Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Marketingkonzept?
ℹ️ Ein Marketingkonzept ist eine Art Bauplan, mit der du deine Marketingmassnahmen vorab planst. Ein Marketingkonzept kann dir helfen, geeignete Marketingmassnahmen zu identifizieren und in deinem Business Kontext möglichst effektiv einzusetzen.
Das bedeutet, sämtliche Massnahmen, wie Facebook-Werbung, Newsletter und Google Ads, aber auch deine Website sind Teil eines Marketingkonzeptes. Zudem wird das Marketingkonzept in sechs Phasen unterteilt, auf die wir im Folgenden detaillierter eingehen.
Da viele Marketingmassnahmen Budget brauchen, ist ein Marketingkonzept sinnvoll. So planst du vorab genau, welche Massnahmen für dein Business sinnvoll sind und mit wie viel entsprechendem Budget du in die Umsetzung gehen willst. Bei permanenter Überwachung und Kontrolle der umgesetzten Massnahmen sowie des eingesetzten Budgets kannst du den Erfolg deines Marketings schnell und einfach feststellen und bewerten.
Folglich ist es das Ziel eines Marketingkonzeptes, dass du Massnahmen sinnvoll planest, gezielt, innerhalb deines festgesetzten Budgets umsetzt und einfach bewerten kannst. Unsere Checkliste zum Download unterstützt dich dabei. Somit kannst du deine Unternehmensziele schnell und effizient erreichen. Zu deinen übergeordneten Unternehmenszielen können Kundenzuwachs, Umsatz und Kundenzufriedenheit zählen.
Die Herausforderungen im Marketing
den Markt zu überblicken
die möglichen Käufer zu erreichen
neue Kunden zu gewinnen
Kundenwünsche zu wecken
Kundenwünsche in Erfahrung zu bringen
Kundenwünsche zu erfüllen
den bestehenden Kundenstamm zu halten und zu pflegen
Inhalte und Aufbau eines Marketingkonzepts
Ein Marketingkonzept beinhaltet viel mehr als Überlegungen zum eigenen Logo und Gestaltung der Unternehmens-Facebook-Seite.
Um ein umfassendes Marketingkonzept zu erstellen, brauchst du zunächst einen Überblick über den Status Quo. Das heisst, du betrachtest genau deine internen wie externen Marktumstände. Wie stark konntest du bisher wachsen und was sind deine Ziele? Wie steht es um die Konkurrenz? Welche Potenziale siehst du für dein Business? Welchen Kundennutzen erfüllst du mit deinem Produkt oder Dienstleistung und erreichst du die richtige Zielgruppe?Hier bietet sich beispielsweise eine SWOT-Analyse an, also eine Stärken- und Schwächen-Analyse, um das eigene Unternehmen bestmöglich betrachten zu können.
Im nächsten Schritt musst du genau überlegen, welche Unternehmensziele du mit Marketing unterstützen möchtest. Daraus leiten sich dann deine Marketingziele ab. Natürlich nehmen die meisten Marketingmassnahmen Budget in Anspruch, weswegen eine gute Budgetplanung wichtig ist. Gerade im Online-Marketing kann schnell viel Geld verloren gehen, wenn es nicht richtig und im Rahmen einer sinnvollen Strategie umgesetzt wird.
Inhalte eines Marketingkonzepts
Wie sieht die Ausgangssituation aus?
Welche Zielgruppe möchtest du ansprechen?
Welche (Marketing-)Ziele möchtest du erreichen?
Welches Budget kannst du einplanen?
Mit welchen Massnahmen möchtest du diese Ziele erreichen?
Wie sollen die Ergebnisse geprüft und analysiert werden?
Vorlage für dein eigenes Marketingkonzept
Mit sechs einfachen Schritten zum Marketingkonzept für dein KMU. Diese Checkliste hilft dir dabei, dein Marketingkonzept zu erstellen und die Erfolge auch zu kontrollieren.
In 6 Schritten zum Marketingkonzept für dein eigenes KMU
Ein Marketingkonzept mag vielleicht in einem ersten Moment nach viel Aufwand klingen, wird deinem Business aber einen wichtigen Boost verschaffen. Denn Marketingmassnahmen, kostenlos oder kostenpflichtig, sollten nicht unterschätzt werden und helfen dir dabei, von potenziellen Neukunden wahrgenommen zu werden.
Doch wie gehst du am besten vor? Wir unterstützen dich Schritt für Schritt.
Schritt 1: Situationsanalyse vornehmen
Im ersten Schritt sollte der Markt, in dem du tätig bist, untersucht werden. Das heisst, du betrachtest die aktuelle Marktsituation sowie deine Fokus Zielgruppe, die anderen Marktteilnehmer, deren Produkte und USPs (Unique Selling Proposition) als auch deren Preisstrategie. Was macht dein Produkt oder Dienstleistung im Vergleich zum Wettbewerb einzigartig? Welchen Mehrwert bietest du und nehmen deine Kunden diesen Wert wahr?
In dieser Phase sollte jedoch nicht nur der Status-Quo, also der aktuelle Stand, untersucht, sondern zusätzlich auch eine mögliche Prognose abgegeben werden. Versuche einzuschätzen, wie sich der Markt entwickeln könnte, um dann entsprechend dein Konzept darauf auszurichten.
Schritt 2: Marketingziele definieren
In einem nächsten Schritt, solltest du dir überlegen, welche Marketingziele du mit deinem Konzept verfolgen möchtest.
Beispiele für Marketingziele:
Kundenbindung stärken
Neukundengewinnung
Umsatz steigern
Markenbekanntheit steigern
Produktangebot weiter ausbauen
etc.
Bei der Wahl deines Marketingziels solltest du die übergeordneten Unternehmensziele stets im Blick behalten. Wo willst du mit deinem Unternehmen in X-Monaten stehen und welches Marketingziel unterstützt dich kurz-, mittel- oder langfristig bei diesem Vorhaben?
Auch wenn beispielsweise die Gewinnung von Neukunden oder auch Steigerung der Markenbekanntheit häufig einen initialen Invest bedeutet, kann es auf das Unternehmenswachstum oder eine Marktführerschaft einzahlen.
Nicht vergessen: Neukunden zu gewinnen ist immer kostenintensiver als Bestandskunden zu halten - daher pflege deine Kundenbeziehungen und stärke somit das Vertrauen in dein Unternehmen.
Marketingziele sind so individuell und vielseitig, wie es auch Unternehmen sind. Aber um im Folgenden die für dich richtigen Marketing-Massnahmen identifizieren zu können, versuche dich auf ein primäres Ziel zu fokussieren.
Wenn es dir schwer fällt, Ziele zu definieren, hilft dir die SMART-Regel. SMART steht dabei für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.
Abb.: SMART-definiertes Ziel.
Ein Beispiel
Unternehmerin Frau Meyer führt einen Saftladen. Ihr Ziel ist es, den Umsatz speziell für frisch gepresste Säfte zu steigern. Wenn sie dieses Ziel nun nach der SMART-Regel ausformuliert, liest es sich folgendermassen: Der Umsatz der frisch gepressten Säfte soll im zweiten Quartal um 10% gesteigert werden.
Schritt 3: Marketingkanäle festlegen
Nicht vergessen: Deine Marketingziele bilden die Basis aller weiteren Überlegungen. Nimm dir also ausreichend Zeit, diese sauber zu formulieren und mit deinen übergeordneten Unternehmenszielen abzugleichen.
Sobald du die Definition deiner Marketingziele abgeschlossen und dich umfangreich mit deiner Zielgruppe und Marktsituation auseinandergesetzt hast, geht es um die Analyse und Festlegung geeigneter Marketingkanäle, die optimal auf deine Zielgruppe sowie Marketingziele abgestimmt sind. Diese Überlegungen sind die Vorstufe zur konkreten Planung und Kombination der Marketingmassnahmen – kurz, dem Marketing-Mix.
Für die Festlegung von geeigneten Marketingkanälen, behalte stets deinen Zielkunden im Hinterkopf, denn deine Marketingmassnahmen sollen optimal auf diesen abgestimmt sein. In Abhängigkeit von vielen Zielgruppenspezifischen Faktoren, wie z.B. Branchen, aber auch Alter und Geschlecht, lassen sich unterschiedlichste Marketingkanäle ableiten. Fokussiere dich beispielsweise auf die Gewinnung von Neukunden, dann frage dich, auf welchen Kanälen du deinen Zielkunden am besten erreichst und definiere die für dein Vorhaben sinnvollsten Kanäle.
Mögliche Marketing-Kanäle
Direktmarketing (Email, Newsletter)
Suchmaschinenmarketing (Bezahlte und Organische Suche)
Social Media Marketing
Content Marketing
Influencer Marketing (auf verschiedenen Plattformen)
u. v. m.
Schritt 4: Marketing-Budget festlegen
Die Massnahmen und Möglichkeiten im Marketing sind schier endlos. Egal, ob Paid Advertising im Web, teure Logodesigns, kostspielige Merchandiseartikel, Plakatwerbung und und und. Damit du dich in der Vielfalt nicht verlierst und Unmengen an Budget ausgibst, solltest du ein fixes Marketingbudget für Massnahmen definieren. Darüber hinaus lohnt es sich, sich über die unterschiedlichsten Massnahmen genau zu informieren. Denn häufig gibt es auch günstige Varianten, mit denen sich sehr gutes Marketing betreiben lässt.
Tipp: Wie viel Umsatz bringt dir ein Neukunde und wie lange binden sich Kunden an dein Unternehmen? Was darf ein Neukunde also maximal kosten, damit sich der initiale Invest rechnet? Überlegungen wie diese helfen dabei, mögliche Kenngrössen für deine individuellen Marketingziele zu definieren.
Kostenlose Newsletter an deine Kunden – So einfach geht’s
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Schritt 5: Marketingmassnahmen bestimmen – Dein Marketing-Mix
Im nächsten Schritt legst du die Marketingmassnahmen fest, mit denen du deine Ziele verfolgen möchtest und die in deinem festgesetzten Budget liegen. Mit dem Konzept hast du also deinen Bauplan erstellt und nun folgt die Umsetzung des Konzepts. Das bekannteste Konzept für einen guten Marketing-Mix ist das 4 P Model von McCarthy (1981)
4 P’s – Marketing-Mix
Die 4 P’s nach E. Jerome McCarthy stehen für Produkt, Preis, Promotion/ Kommunikation und Distribution (engl. Placement).
Abb.: Marketing-Mix nach McCarthy
Produktpolitik
Welche Produkte/ Dienstleistungen biete ich an und wie unterscheide ich mich von vergleichbaren Produkten am Markt?
Wie positioniere ich meine Marke zum Produkt?
Wie sieht die Verpackung aus?
Welchen Service biete ich an?
Preispolitik
In welchem Preissegment bewege ich mich mit meiner Ware/ meinen Dienstleistungen?
Welchen Preis bietet die Konkurrenz?
Biete ich Rabatte an? Wenn ja, in welcher Form und Höhe?
Distributionspolitik
Wie vertreibe ich mein Produkt? Direkt oder über einen Grosshändler?
Wie biete ich meine Dienstleistung an?
Bin ich mit meinen Produkten auf Messen unterwegs?
Kommunikationspolitik
Wer ist meine Zielgruppe?
Wie erreiche ich meine Zielgruppe am besten?
Welchen Kanal zur Kommunikation nutze ich?
Social Media? (z. B. Firmenprofil auf Facebook, Twitter & Co.)
Bei der Auswahl der Marketingmassnahmen sollte darauf geachtet werden, dass ein guter «Mix» vorhanden ist, sodass diese miteinander harmonieren und nicht gegenseitig konkurrieren.
Fokus Online-Marketing
Online-Marketingmassnahmen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Ähnlich wie «Schaufenster-Präsenz» wird es heutzutage immer wichtiger, auch das «digitale Schaufenster» zu pflegen. Beim Online Marketing kannst du neben kostenpflichtigem Online Advertising auch von kostenlosen Möglichkeiten profitieren.
Je nach deinem Wissensstand kannst du für die Umsetzung einiger kostenloser Marketingmassnahmen unter Umständen auch auf einen (kostenpflichtigen) Experten zur Umsetzung zurückgreifen.
Kostenlose Online-Marketingmassnahmen
Kostenpflichtige Online-Marketingmassnahmen
Unternehmensprofil in den sozialen Medien, wie Facebook, Twitter & Co.
Bezahlte Werbeanzeigen in der Google-Suche und auf Facebook & Co.
Wie immer helfen alle Massnahmen und Überlegungen nicht, wenn die Erfolge nicht gemessen bzw. die Fortschritte nicht geprüft werden. So würde in unserem Beispiel Frau Meyer ohne Controlling niemals erfahren, ob ihre angesetzten Ziele mit dem vorab definierten Budget auch erreicht wurden. Ein regelmässiges Controlling über die Entwicklung hilft auch, rechtzeitig Gegenmassnahmen einzuleiten. Würde Frau Meyer beispielsweise bereits nach einem Monat feststellen, dass ihr Budget bereits für die Massnahmen verbraucht wurde, sie aber ihr Ziel noch nicht erreicht hat, kann sie noch rechtzeitig einen anderen Weg einschlagen, um ihr Quartalsziel dennoch zu erreichen.
Versuche, auf Basis von deinen Vorhaben sinnvolle Schlüsselkennzahlen zu definieren, die die Bewertung deiner Massnahmen einfach und schnell möglich machen. Aber gib deinen Massnahmen auch bewusst Zeit, um sich zu entwickeln und um Erkenntnisse zu sammeln – denn manchmal ist der Erfolg nur wenige Verbesserungen entfernt.
Das Marketingkonzept in der Praxis: Ein Beispiel
Für unser Beispiel nehmen wir gerne wieder Frau Meyer mit ihrem Saftladen «Juice your life» in Wattwil aus unserem oberen Beispiel.
Situationsanalyse
Eigener Laden inmitten von Wattwil, SG. Vier Angestellte. Umsatz von «Fertig-Säften”, die länger haltbar sind, ist zufriedenstellend. Die «frischen Säfte» werden jedoch häufig nicht vor Verfallsdatum verkauft und verursachen damit Kosten.
Ziel
Im nächsten Quartal den Umsatz der «frischen Säfte» um 10% steigern mit der aktuellen Kundenbasis und 5% Neukunden gewinnen.
Zielgruppe
Ab 16 Jahren, Männer und Frauen, aus der Region Wattwil, mit einem gesunden Lebensstil, vorwiegend Kunden des Vormittags- und Mittagsgeschäft.
Budget
CHF 2’500.- pro Monat
Strategie
E-Mail-Marketing, Aussenwerbung, Print-Werbung
Massnahmen
Newsletter an bestehende Kunden versenden mit Information über neue Saft-Kreationen inkl. Rabatt für den nächsten Einkauf
Stempelkarte – jeder 10. Drink ist umsonst (Kundenbindung)
Anzeige im 20 Minuten im Kreis Wattwil (Neukundengewinnung)
Neue Plakate und Anzeigentafel für das eigene Geschäft → mit Bildern von frischem Obst auf frische Säfte aufmerksam machen
Vorlage für dein eigenes Marketingkonzept
Mit sechs einfachen Schritten zum Marketingkonzept für dein KMU. Diese Checkliste hilft dir dabei, dein Marketingkonzept zu erstellen und die Erfolge auch zu kontrollieren.
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