Bruttomarge einfach erklärt

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Die Bruttomarge (auch Bruttogewinnmarge) gibt den Gewinn vor Steuern eines Unternehmens in Prozent an. Sie ist eine wichtige Kennzahl, mit der bestimmt werden kann, ob ein Unternehmen seine Kosten decken und trotzdem einen Gewinn erzielen kann. In diesem Beitrag gehen wir genauer auf die Bruttomarge ein und zeigen, wie du diese berechnest.

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Was ist die Bruttomarge?

Die Bruttomarge ist eine Kennzahl, die in der Regel in Prozent angegeben wird. Für die Berechnung benötigst du deinen Bruttogewinn und deine Umsatzerlöse und stellst diese beiden Kennzahlen ins Verhältnis zueinander. Das Ergebnis, die Bruttogewinnmarge, wird häufig herangezogen, um die Profitabilität des Unternehmens zu bewerten. Je höher die Marge, desto mehr flüssige Mittel stehen dem Unternehmen zur Verfügung, um Verpflichtungen, wie z. B. Steuern, zahlen zu können.

Wie berechnest du die Bruttogewinnmarge?

Für die Berechnung der Bruttogewinnmarge benötigst du zunächst deinen Bruttogewinn. Wie du diesen berechnest, erfährst du im Detail hier.

Die Bruttogewinnmarge ist der prozentuale Anteil des Bruttogewinns, der den Umsatzerlösen gegenübergestellt wird. Die Formel zur Berechnung lautet wie folgt:

Bruttogewinnmarge = (Bruttogewinn / Umsatzerlöse) x 100

Bruttogewinnmarge – Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir für unsere Beispielrechnung den selbstständigen Fitnessgeräte-Verkäufer P. Runner. Mit seinem Verkauf von Laufbändern und Co. erzielt er einen Jahresumsatz von CHF 150’000. Von diesem Jahresumsatz beträgt der Bruttogewinn CHF 90’000, abzüglich der Anschaffungskosten der Geräte. Damit beträgt seine Bruttogewinnmarge 60 Prozent.

Bruttogewinnmarge = (CHF 90’000 / CHF 150’000) = 0.6 x 100 = 60%

Beispiele von Bruttogewinnmargen

Die Bruttogewinnmarge variiert von Branche zu Branche. Sie ist nur dann für einen Vergleich aussagekräftig, wenn die Absatzmengen in etwa vergleichbar sind.

Für die Branchen Technologie, Telekommunikation, Versorger und Versicherungen findest du hier eine Auflistung weltweite Beispiele von Bruttogewinnmargen.

Der Technologie-Gigant Apple verkündete im April 2022 eine Dienstleistungs-Marge von 73 Prozent. Auch in der Schweiz verzeichnen die Supermarkt-Riesen Migros und Coop für ihre Branche hohe Margen in Höhe von ca. 40 Prozent und ca. 30 Prozent.

Was bedeutet eine hohe Bruttomarge?

Da die Bruttogewinnmarge in der Regel in Prozent angegeben wird, entspricht eine hohe Gewinnmarge nicht gleich einem hohen Geldwert. Eine hohe Marge kann entstehen, wenn Produkte zu einem sehr hohen Verkaufspreis (z. B. aufgrund von Qualität oder Seltenheitswert) von Käufern akzeptiert werden, oder wenn die Herstellungskosten sehr gering sind (z. B. bei Massenware).

ProduktVerkaufspreisKostenBruttogewinn*Marge
Handgefertigte Seife mit Rohstoffen aus der EUCHF 18CHF 8CHF 18 - CHF 8 = CHF 1056%
BlumenstraussCHF 45CHF 15CHF 45 - CHF 15 = CHF 30

67%

*gerechnet wird in dem Beispiel zur Veranschaulichung mit Verkaufsmenge 1 Stück. Bruttogewinn = Umsatz - Kosten.

Wie hoch die Marge ist, hängt letztlich von der Branche und vom Wettbewerb ab. Am Besten solltest du dich als Unternehmer bereits in der Gründungsphase mit der angestrebten Preispolitik auseinandersetzen. Die Preispolitik gehört zum Marketing-Mix von McCarthy und sollte in jedem Businessplan sowie auch beim laufenden Business Beachtung finden. Denn ist ein Produkt oder eine Dienstleistung erstmal auf dem Markt und das zu einem falsch kalkulierten Preis, ist es schwer, diesen im Nachhinein noch anzupassen.

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Abb.: Ein richtig kalkulierter Verkaufspreis ist entscheidend für den Unternehmenserfolg.

Bruttomarge falsch berechnet – was tun?

In der Regel merkst du relativ schnell, ob du eine Bruttogewinnmarge falsch berechnet hast. Entweder werden deine Produkte zu Ladenhütern, weil der Preis für deine Kunden zu hoch ist, oder aber du verkaufst eine gute Menge und kannst am Ende des Monats deine Kosten trotzdem nicht decken. Beide Fälle sind kritisch für Unternehmen, um weiterhin langfristig am Markt bestehen zu können.

Mögliche Schritte, um die Bruttogewinnmarge zu korrigieren:

  • Vergleiche deine Preise mit der Konkurrenz – könntest du den Preis angleichend erhöhen, ohne Kundschaft zu verlieren?
  • Überlege dir die USP (engl. unique selling points) deines Produktes. Warum und wie kannst du bei deinen Kunden einen höheren Preis rechtfertigen?
  • Falls eine Preissteigerung nicht möglich ist, prüfe, ob du Kosten bei der Herstellung reduzieren könntest (evtl. mit einem anderen Lieferanten zusammenarbeiten).
  • Gibt es eine Möglichkeit, Fixkosten zu reduzieren oder an anderen Schraubstellen Kosten zu reduzieren, so dass du mit der bestehenden Marge trotzdem deine Kosten decken kannst?

Bruttogewinnmarge in bexio

Wenn du deine Buchhaltung in bexio führst, dann kannst du die Bruttogewinnmarge ganz einfach selbst errechnen. In der Erfolgsrechnung wird dir der Bruttogewinn angezeigt. Mit dieser Kennzahl kannst du anschliessend die Bruttogewinnmarge anhand der oben genannten Formel berechnen.

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Abb.: Mehrstufige Erfolgsrechnung in bexio inkl. Bruttogewinn.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Bruttogewinnmarge

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettogewinnmarge?

Bei der Bruttogewinnmarge werden wie beim Bruttogewinn nur die Herstellungskosten abgezogen und noch keine weiteren Kosten, Zinsen, Steuern u. ä. berücksichtigt. Die Bruttogewinnmarge zeigt demnach, wie viel Geld dem Unternehmen zur Verfügung steht, um weitere Kosten, wie z. B. Steuern, zahlen zu können. Beim Nettogewinn wurden diese Kosten bereits abgezogen und der Gewinn kann als der Gewinn betrachtet werden, der tatsächlich erwirtschaftet wurde. Analog ist die Nettogewinnmarge die Marge, die tatsächlich erzielt wurde.

Ist der Bruttogewinn der Umsatz?

Nein, der Bruttogewinn ist der Umsatz, den ein Unternehmen erzielt, abzüglich der Anschaffungskosten. Wenn man vom Bruttogewinn anschliessend noch weitere Kosten, wie Zinsen, Steuern etc. abzieht, bleibt der Nettogewinn.

Hilft die Bruttomarge, dein Unternehmen mit anderen zu vergleichen?

Das kommt darauf an, mit wem du dein Unternehmen vergleichst. Wenn du dich mit anderen Unternehmen aus deiner Branche vergleichen möchtest, ist die Bruttogewinnmarge eine geeignete Kennzahl. Der Vergleich funktioniert also nur dort, wo Verkaufsmengen und Herstellungskosten in etwa ähnlich sind. Der Vergleich der Bruttogewinnmarge eines Glacé-Verkäufers mit der eines Juweliers ist nicht realistisch.

Wie finde ich als Unternehmer die passende Bruttogewinnmarge?

Um deine Bruttogewinnmarge kümmerst du dich in der Regel bereits bei der Erstellung eines Business Plans. Also noch vor der eigentlichen Firmengründung. Dort setzt du dich im Detail mit der Wettbewerbssituation auseinander und berechnest deine Verkaufspreise und damit auch deine Bruttogewinnmarge. Wichtig ist, die Marge weder zu hoch noch zu niedrig im Vergleich zu den Wettbewerbern festzulegen, da dies schnell zu Umsatzeinbussen oder Kostenproblemen führen kann.

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