Deine Businessidee soll beschrieben und visualisiert werden? Das Business Model Canvas (kurz BMC), welches vom St. Galler Ökonomen Alexander Osterwalder entwickelt wurde, hilft dir erheblich bei der kreativen Visualisierung deines Geschäftsmodells. In diesem Beitrag erfährst du anhand eines Fallbeispiels, wie du effizient mit dem BMC arbeiten und wie du unsere Vorlage dafür verwenden kannst.
Business Model Canvas Vorlage zum Download
Mit unserer eigens erstellten Business Model Canvas Vorlage kannst du direkt durchstarten. Drucke sie aus (am besten im Format A0) und gehe gemäss unserer Anleitung vor: Stift und Post-It’s bereithalten, dann bist du bereit für das Skizzieren deiner Businessidee.
Was bedeutet «Business Model Canvas»?
ℹ️ Das Business Model Canvas (deutsch: Geschäftsmodell Leinwand) ist ein visuelles Hilfsmittel für das Entwickeln deiner Geschäftsidee. Es wird üblicherweise in einem grossen Format (A0) ausgedruckt und an einer Wand befestigt. Danach kannst du die einzelnen Punkte, wie zum Beispiel Einnahmequellen oder Vertriebskanäle, mit Stift und Post-It’s bearbeiten. Das BMC wurde von Alexander Osterwalder entwickelt und in seinem Buch Business Model Generation erstmals veröffentlicht.
Warum Business Model Canvas?
Das Business Model Canvas bietet viele Vorteile für die Visualisierung und/oder Neuausrichtung deiner Geschäftsidee. Du erkennst damit sehr schnell, ob deine Idee auch funktionieren kann. Es bietet dank seiner simplen Darstellung einen Rahmen um die wichtigsten Punkte, welche du beispielsweise bei deiner Firmengründung konfrontierst.
Das Business Model Canvas ist jedoch nicht nur den Neugründern vorbehalten: Das Modell lässt sich auch auf die Evaluation oder Neuausrichtung eines bestehenden Unternehmens anwenden. Seine intuitive Anwendung ist, wie wir im folgenden Beispiel sehen werden, stark praktischer Natur und erlaubt es dir, dich voll und ganz auf den Kern deines Unternehmens zu fokussieren.
Business Model Canvas erstellen – eine Anleitung
Vorbereitung
Das Erstellen eines Business Models ist keine schnell abgearbeitete Sache. Nimm dir deine benötigten Ressourcen und definiere in deinem Team die einzelnen Punkte. Diese können dynamisch geändert werden und sollten keineswegs als statisch angesehen und/oder behandelt werden. Zeichne auf einem grossen Blatt Papier einige Segmente auf oder nutze unsere kostenlose Vorlage. Klebe diese an eine Wand und halte für dich und dein Team Stifte und Post-It’s bereit – Nun bist du startklar.
Ein Beispiel
In unserem Beispiel möchte Frau Müller einen kleinen Supermarkt eröffnen. Sie möchte Kunden überzeugen, indem sie einen Feinkostladen im Tante-Emma-Stil eröffnet und ihre Kunden persönlich berät.
Segment 1: Customer Segments (Kundengruppen)
Hier gilt es, alle notwendigen Informationen über die Kunden zu sammeln. Wer ist meine Zielgruppe und wie nutzt sie meine Produkte? Wie oft nutzt sie diese? In unserem Beispiel könnte es den typischen Stammkunden geben, den «Notfallkunden», der nur mal schnell etwas besorgen muss oder, je nach Region, Touristen aus verschiedensten Regionen.
Unser Tipp: Notiere dir alle relevanten Details zu deinen Kunden und deren Bedürfnissen.
Segment 2: Customer Relations (Kundenbeziehungen)
Bei diesem Punkt solltest du dir Gedanken machen, wie deine Kunden profitieren könnten. Hat Frau Müllers Laden beispielsweise 24/7 geöffnet oder bietet sie exotische Produkte an? Eine Marktanalyse, wie du es von einem regulären Businessplan kennst, ist hier Gold wert.
Unser Tipp: Sei innovativ. Warum sollte ein Kunde zu dir kommen, beziehungsweise welchen Mehrwert geniesst er bei dir?
Segment 3: Channels (Kanäle)
Primär stellt sich bei diesem Punkt die Frage, welche Kanäle am reichweitenstärksten für dich und deine Zielgruppe sind. Die Kanäle und unterschiedlichen Marketing-Massnahmen hältst du am besten in einem Marketingkonzept fest. Ein Marketingkonzept ist eine Art Bauplan, mit der du deine gesamten Marketingmassnahmen planen kannst. Du kannst beispielsweise auch eine innovative Strategie entwickeln, mit der die potenziellen Kunden über deine Produkte und Dienstleistungen erfahren können. Frau Müller könnte beispielsweise eine spezielle WhatsApp-Gruppe nur für vegetarische Kunden einrichten und diese über neue Angebote auf dem Laufenden halten.
Unser Tipp: Bei diesem Punkt solltest du die geeignetsten Kommunikationskanäle skizzieren und wie du und deine Kunden diesen nutzen solltet.
Segment 4: Revenue Streams (Unternehmenseinnahmen)
Der Finanzteil: Wie in deinem Businessplan kannst du hier deine Einnahmen aufzeichnen und siehst so sehr schnell, ob sich der Erlös mit deinen Ausgaben verträgt. Sollte Frau Müller allenfalls die Preise für ihre Produkte überdenken? Sehr entscheidende Fragen, welche du auch hier mithilfe deines Businessplans definieren kannst.
Unser Tipp: Sei ehrlich und notiere hier alle Erwartungen an die finanzielle Wertschöpfung, die dir einfallen. Rechne verschiedene Fallbeispiele durch.
Segment 5: Key Resources (Ressourcen)
Hier geht es um das Eingemachte: Welche Räumlichkeiten kann Frau Müller zu welchem Preis mieten? Wie viele Angestellte stellt sie zu welchem Lohn an und funktioniert ihre Hochrechnung mit dem geplanten Erlös?
Unser Tipp: Vergiss nicht die vielleicht vorerst belanglos erscheinenden Grundfragen. Geeignete Räumlichkeiten suchen oder Personal finden ist ein langwieriger Prozess.
Segment 6: Key Activities (Schlüsselaufgaben)
Ähnlich wie beim Punkt Ressourcen verbindest du die Schlüsseltätigkeiten. Also: Was muss ich tun, damit das Modell funktioniert? In unserem Ladenbeispiel wäre das womöglich die Öffnung des Ladens als wiederkehrende Handlung. Die Ladenhygiene sowie das Verkaufen der Produkte mit einem Check-out System gehören hier ebenfalls dazu.
Unser Tipp: Schlüsselaktivitäten sind essentiell für dein Business: Sei hier besonders übersichtlich.
Segment 7: Key Partnership (Schlüsselpartner)
Ein Supermarkt benötigt auch immer physische Produkte und Dienstleistungen. Welcher Lieferkette kann Frau Müller sich anschliessen und wer in ihrem Team handelt die entsprechenden Verträge aus?
Unser Tipp: Verlässliche Partner sind das A und O. Triff hier wirtschaftliche und partnerschaftliche Rahmenbedingungen.
Segment 8: Cost Structures (Kostenstruktur)
Das Runterbrechen seiner Analysen ist in diesem Punkt essenziell. Hier werden Punkte beschrieben, die sich beispielsweise um die Kosten der Schlüsselressourcen sowie den permanenten Marketing- und Vertriebsstrukturen und deren Kosten drehen.
Unser Tipp: Erstelle bei diesem Punkt deinen Finanzplan. Dieser kann mithilfe des Businessplans verglichen werden.
Segment 9: Value Proposition (Nutzerversprechen)
Warum sollen die Kunden zu Frau Müller kommen und nicht einen anderen Laden bevorzugen? In unserem Beispiel könnte sie sich eher auf das Einkaufserlebnis ihrer Kunden beziehen anstatt nur auf die Produkte. Sie möchte, dass ihre Kunden mit einem «wow!» ihr Geschäft verlassen.
Unser Tipp: Denke darüber nach, wie du dich von der Masse abheben kannst. Auch hier gilt: Kreativität kennt keine Grenzen. Ob dein Vorhaben auch wasserdicht ist, kann sich nach dem Brainstorming herauskristallisieren.
So nah und doch so fern: Die Nachbearbeitung
Das Nachbereiten des Business Modells sollte ebenfalls zu deiner Selbstverständlichkeit gehören. Lege deine Inputs für eine Zeit aus deinen Augen und schaue später nochmals mit vorbehaltlosen Gedanken darauf. Hat sich etwas geändert? Hast du eine neue Zielgruppe ins Auge gefasst oder vielleicht einen weiteren Kommunikationskanal für dich entdeckt, um auf dein Unternehmen aufmerksam zu machen? Ergänze einfach dein Business Model Canvas – ganz nach deinen Bedürfnissen und Erkenntnissen.
Business Model Canvas Vorlage zum Download
Mit unserer eigens erstellten Business Model Canvas Vorlage kannst du direkt durchstarten. Drucke sie aus (am besten im Format A0) und gehe gemäss unserer Anleitung vor: Stift und Post-It’s bereithalten, dann bist du bereit für das Skizzieren deiner Businessidee.