Letztes Update 19. Oktober, 2023|Geschrieben von bexio-Redaktion
Nein, hier geht es nicht um ein Pasta-Rezept, auch wenn du im ersten Moment sicher an Italien, Pasta und Tomaten gedacht hast. Bei der Pomodoro Technik geht es um die Optimierung des eigenen Zeitmanagement. Dabei hat die Pomodoro Technik ihren Namen tatsächlich von der Tomate (ital. für Pomodoro) beziehungsweise von einer Küchenuhr in Form einer Tomate. Diese Methode hilft mittlerweile schon seit über 40 Jahren Menschen bei der Konzentration und bei der optimalen und effizienten Erledigung von Aufgaben. Wir stellen dir die Pomodoro Technik in diesem Beitrag vor und zeigen dir, wie du davon für dein Zeitmanagement profitieren kannst.
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Inhaltsverzeichnis
Was ist die Pomodoro Technik?
ℹ️ Die Pomodoro Technik ist eine Methode, die dabei unterstützt, Aufgaben konzentriert, gewissenhaft und effizient zu erledigen. Dabei werden die zu erledigenden Aufgaben in jeweils 25-Minuten-Abschnitten bearbeitet. Im Anschluss folgt eine Pause von fünf Minuten. Somit soll der Fokus auf die Arbeit garantiert und gleichzeitig Prokrastination verhindert werden.
Die Pomodoro Methode wurde Ende der 1980er Jahre vom Studenten Francesco Cirillo entwickelt. Während seines Studiums hatte er Mühe, sich auf das Lernen zu konzentrieren. Deshalb fing er an, seine Küchenuhr zu Hilfe zu nehmen, die die Form einer Tomate hatte. Er stellte sie auf 25 Minuten und konzentrierte sich auf das Lernziel. Sobald die Uhr klingelte, stellte er fünf Minuten ein und gönnte sich eine Pause.
Abb.: Viele von uns haben dich zuhause – die typische Küchenuhr in Form eines Eis oder eben in Form einer Tomate.
Wie wende ich die Pomodoro Technik Schritt für Schritt an?
Prinzipiell ist die Pomodoro Technik eine einfache Methode und ebenso leicht anzuwenden. Dadurch ist sie für alle Aufgabengebiete geeignet. Egal, ob im Arbeitsalltag, im Studium, im Haushalt oder wo auch immer. Seine Zeit nach der Pomodoro Methode einzuteilen, hilft den Fokus zu bewahren und ebenso ausreichend Pausen zur Regeneration einzubauen.
Schritt 1: Aufgaben benennen
Vielleicht hast du diesen Schritt bereits gemacht, vielleicht aber siehst du auch nur einen Stapel von Aufgaben vor dir und weisst nicht so recht, wo du anfangen sollst. Hier hilft es, dass du einzelne Aufgaben selektierst und benennst. Umfangreichere Aufgaben kannst du in kleinere Abschnitte unterteilen, aber thematisch zusammenstellen.
Schritt 2: Küchenuhr besorgen und stellen
Ohne die Küchenuhr, nach der die Pomodoro Methode ihren Namen hat, kann die Technik nicht funktionieren. Neben einer Küchenuhr kannst du aber auch jeden anderen Wecker verwenden. Hier eignen sich zum Beispiel auch die Backofenuhr oder die Wecker-Funktion von deinem Smartphone. Wichtig ist, dass du die 25 Minuten einhältst und ebenso die fünfminütige Pause im Anschluss.
Wenn’s klingelt, ist es Zeit aufzuhören! Nur so kann die Pomodoro Technik gelingen.
Schritt 3: Zusammenfassen, abhaken und regenerieren
Sobald der Wecker klingelt und eine Aufgabe (eine «Pomodoro») geschafft ist, fasse kurz und übersichtlich zusammen, was du erledigt hast. Anschliessend darfst du diese Task auf deiner Liste abhaken. Dies gibt dir ein positives und befriedigendes Gefühl, was deine Motivation und dein Durchhaltevermögen für die nächsten Pomodori stärkt.
Vergiss nicht, dir fünf Minuten lang eine Pause zu gönnen. Nimm dir wirklich eine Auszeit und sortiere in den fünf Minuten nicht deinen Schreibtisch oder deine Aufgabenliste! Du darfst auch durch Social Media Kanäle scrollen, wenn dir das eher gefällt, als kurz auf dem Balkon durchzuatmen. Solange du die Pausenzeit einhältst und nicht zu sehr abgelenkt wirst, ist alles erlaubt, was dir in dieser Zeit gut tut.
Abb.: Das Abhaken von «Pomodori» unterstützt die Motivation und das Durchhaltevermögen.
Schritt 4: Erledigen der nächsten Pomodori
Im Anschluss an die Pause machst du dich an die nächste Aufgabeneinheit.
Diesen Rhythmus führst du vier Mal durch. Danach solltest du eine Pause von 15 – 30 Minuten einlegen, um im Anschluss wieder frisch und motiviert an die nächsten Aufgaben zu gehen.
Du hast keine Küchenuhr zuhause? Kein Problem – mittlerweile gibt es neben der im Smartphone integrierten Stoppuhr auch zahlreiche Apps sowie Timer-Software, mit denen sich die Pomodoro Technik umsetzen lässt.
Abb.: Auch das Smartphone kann für die Pomodoro Methode benutzt werden.
Welche Vorteile hat die Pomodoro Technik?
Wie bereits erwähnt, ist die Pomodoro Methode einfach im Verständnis und ebenso leicht anzuwenden. Darüber hinaus bringt dieses Prinzip aber noch weitere Vorteile mit sich.
Durchhaltevermögen, während einer «Pomodoro» keine Ablenkungen oder Störungen zuzulassen.
Erhöhte Produktivität
Scheinbar unendliche Aufgaben werden Stück für Stück bearbeitet.
Geplante Pausen unterstützen das Energielevel.
Ergebnisse werden effizienter erzielt.
Bessere Ergebnisse
Erhöhte Konzentration sorgt für zuverlässiges Arbeiten.
Die regelmässigen Pausen sowie das Einteilen in «Pomodori» stärken die Motivation und damit auch das Arbeitsergebnis.
Verbessertes Selbstmanagement
Man schafft einen Überblick über alle To-dos und teilt diese in Pomodori ein.
Der Arbeitsalltag wird effizienter geplant.
Die Balance zwischen Arbeit und Pausen bzw. Freizeit wird bewusster wahrgenommen.
Gibt es Nachteile der Pomodoro Technik?
Grundsätzlich gibt es bei der Pomodoro Methode keine Nachteile, da sie bei der Zeiteinteilung und Aufgabenverteilung unterstützt. Dennoch kann es sein, dass diese Technik nicht für jedermann und jede Arbeit gleichermassen geeignet ist. Dafür kann es folgende Gründe geben:
Die Aufgaben lassen sich nicht – trotz Aufspaltung in mehrere Pomodori – in nur 25 Minuten erledigen.
Du fühlst dich durch die ablaufende Zeit gestresst und verlierst dadurch wertvolle Zeit.
Du möchtest deinen Arbeitsflow nicht zwingend unterbrechen müssen.
Du empfindest die Einteilung in Arbeiten – Pausieren – Arbeiten – Pausieren etc. als zu unflexibel und möchtest selbstbestimmter arbeiten.
Dein Tätigkeitsbereich lässt es nicht zu, dass du in den 25-Minuten-Abschnitten nicht erreichbar bist.
Ungestörte Konzentration auf einen Task hältst du in der heutigen Zeit für unrealistisch. Erreichbarkeit und Flexibilität stehen bei dir hoch im Kurs.
Für wen ist die Pomodoro Technik am besten geeignet?
Wenn du überlegst, die Pomodoro Technik anzuwenden, solltest du dir vorab Gedanken machen, ob diese Methode für deine Aufgaben auch wirklich umsetzbar ist. Wenn du zum Beispiel umfangreiche Aufgaben hast, die sich nur schwer in 25-Minuten-Abschnitte oder in verschiedene Pomodori aufteilen lassen, dann ist diese Form des Zeitmanagements vermutlich nicht optimal für dich. Auch wenn du stressempfindlich bist und dir das Ablaufen der Uhr nur innere Unruhe bringt, solltest du ebenfalls nach einer Alternative suchen.
Wer aber das Gefühl hat, die Pomodoro Technik liesse sich bei seinen Arbeiten umsetzen und er erledigt seine Aufgaben nicht produktiv genug oder verfällt zu oft in die Prokrastination, sollte die Technik austesten. Diese Methode hilft bei der Zeiteinteilung seiner Aufgaben und stärkt zusätzlich die Motivation, lang aufgeschobene Tasks endlich anzugehen. Dazu fördert die Vorgehensweise die Konzentration und die regelmässigen Pausen sorgen für einen frischen Blick auf Aufgaben.
Auch wenn du zufrieden mit deinem Zeitmanagement bist, lohnt es sich, die Pomodoro Technik einmal auszuprobieren. So kannst du prüfen, ob du dein Produktivitätsniveau noch steigern kannst.
Aufgaben effizient, gewissenhaft und mit voller Konzentration erledigen – mit der Pomodoro Technik.
Was hilft zusätzlich, deine Produktivität zu erhöhen?
Neben der Anwendung der Pomodoro Technik gibt es noch weitere Stellschrauben, an denen man drehen kann, um seine Produktivität zu erhöhen. Folgende Beispiele können dabei unterstützen.
So wenig Ablenkung wie möglich: Lege dein Smartphone beiseite und versuche Unterbrechungen, gerade im Homeoffice, so gering wie möglich zu halten.
Ausreichend Schlaf: Klingt banal, kann aber viel bewirken. Wer sich am Morgen träge zur Arbeit schleppt, dem werden hohe Konzentration und Fokus schwerfallen.
Priorisierung der Aufgaben: Erledige die Aufgaben mit dem höchsten Stellenwert zuerst und nimm dir die Zeit, sie umfänglich und gewissenhaft zu erledigen.
Multitasking schwächt den Fokus: Es ist wie beim Spruch «Zu viele Köche verderben den Brei». Wenn du an zu vielen Aufgaben gleichzeitig arbeitest, leiden die einzelnen Ergebnisse darunter.
Perfektionismus reduzieren: Hohe Ansprüche bei seiner Arbeitsleistung zu haben ist nichts Negatives. Jedoch verlieren wir dabei häufig verhältnismässig viel Zeit und andere To-dos werden vernachlässigt. Hier lohnt sich die Anwendung der 80/20- Regel (auch bekannt als Pareto Prinzip).
Ordnung schafft Klarheit: Wer einen aufgeräumten und ordentlichen Arbeitsplatz hat, dem fällt das Arbeiten leichter. Alles, was nicht auf einen Schreibtisch gehört, solltest du deswegen entfernen. Versuche gleichzeitig die Balance zu halten, sodass es ein Platz ist, an dem du gerne bist.
Regelmässiger Austausch: Egal, ob du eine Ein-Mann-Firma bist oder nicht – suche das Gespräch mit anderen. Dies hilft dir, Antworten auf Fragen zu finden, die du vorher alleine nicht beantworten konntest, und regt deine Kreativität sowie dein Denkvermögen an.
Abb.: Zu viel Chaos am Arbeitsplatz ist nicht gut für deine Produktivität.
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