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Delkredere und Delkredererisiko einfach erklärt

Es gibt wohl kaum einen Unternehmer, der das Problem nicht kennt: Kunden, die einfach nicht zahlen. Das Zahlungsziel ist verstrichen, doch auch auf eine Zahlungserinnerung oder gar Mahnung wird nicht reagiert. Dies kann gerade für kleine bis mittlere Unternehmen schwerwiegende Folgen haben. Hat dies doch nicht nur einen direkten Einfluss auf Ihre Liquidität, es kann schlimmstenfalls sogar dazu führen, dass Sie in einen finanziellen Engpass geraten.

Darum gilt es, das Delkredererisiko möglichst zu senken oder ganz abzugeben. Wie Sie das am besten machen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Was ist Delkredere?

Delkredere ist eine Art Garantievertrag zwischen einem Unternehmen, einem Kunden und einem Kommissionär oder Handelsvertreter. Dabei erklärt sich der Delkrederegeber dazu bereit, für den Schuldner zu haften, falls dieser zahlungsunfähig wird. Denn verkauft ein Unternehmen Waren oder Dienstleistungen auf Rechnung, besteht immer das Risiko, dass der Kunde nicht bezahlt.

Delkredere im Detail erklärt

Der Begriff «Delkredere» lässt sich aus dem Lateinischen ableiten, wo «credere» so viel wie «Vertrauen schenken» oder «Glauben» bedeutet. Der Delkrederegeber vertraut also darauf, dass der Schuldner seiner Zahlungspflicht bei Fälligkeit nachkommen wird.

Es sind bei Delkredere üblicherweise drei Parteien beteiligt:

  • Unternehmen (Kreditor bzw. Kommittent/ Unternehmer)
  • Kunde (Debitor bzw. Schuldner)
  • Kommissionär oder Handelsvertreter (Delkrederegeber)

Der Delkrederegeber übernimmt eine Bürgschaft dafür, dass eine Leistung oder ein Produkt in einem vorher definierten Zeitraum (in der Regel zwischen 30 und 90 Tagen) bezahlt werden wird. Damit wird garantiert, dass das Unternehmen sein Geld erhält – entweder durch den Schuldner selbst, oder falls dieser nicht liquide beziehungsweise zahlungsfähig ist, durch den Delkrederegeber.

Was bedeutet Delkredererisiko?

Delkredererisiko ist das Risiko, dass der Schuldner nicht dazu in der Lage sein wird, seine Schulden im vereinbarten Zeitraum zu begleichen. Als Gläubiger oder Kreditgeber riskiert man also einen Zahlungsausfall. Dies kann durch die Zahlungsunfähigkeit, aber auch die Zahlungsunwilligkeit des Schuldners oder Kreditnehmers verursacht werden.

Erfolgt der Zahlungseingang verspätet oder nie, kann dies die Liquidität des Unternehmens negativ beeinflussen. Da es allerdings üblich ist, den Kauf auf Rechnung anzubieten, ist das Delkredererisiko ein alltäglicher Bestandteil der Unternehmensführung.

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Abb.: Das Delkredererisiko ist für viele ein alltäglicher Bestandteil der Unternehmensführung.

Ein Unternehmen kann sich gegen einen Forderungsausfall absichern, indem es das Delkredererisiko abgibt. Es holt also eine dritte Partei, die eine Art Bürgschaft eingeht, mit ins Boot. Dafür muss es den Delkrederegeber natürlich entsprechend entlohnen. Dieser Betrag wird als Delkrederegebühr oder Delkredereprovision bezeichnet.

Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass viele Unternehmen sich dazu entscheiden, das Delkredererisiko selbst zu tragen. Denn in vielen Fällen ist das Risiko der Zahlungsausfälle prozentual am Gesamtumsatz gemessen so gering, dass es verschmerzbar ist. Zumal häufig die Gebühren für die Delkredereabgabe höher wären als der Schaden an sich.

Wie kann das Delkredererisiko reduziert werden?

Nun sollte man als Unternehmer natürlich versuchen, das Delkredererisiko möglichst gering zu halten. Möchten Sie das Delkredererisiko reduzieren, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

Bonitätsprüfung

Bei sehr großen Aufträgen, die bei der Zahlungsunfähigkeit des Kunden Ihre Liquidität gefährden oder sogar den Fortbestand Ihres Unternehmens gefährden können, sollten Sie vor Erbringung der Leistung die Bonität des Kunden überprüfen. So können Sie die Gefahr von Zahlungsausfällen minimieren.

Hat der Kunde eine schlechte Bonität, können Sie ein potentiell riskantes Geschäft bereits vor Abwicklung identifizieren und gegebenenfalls besondere Massnahmen ergreifen. Dazu zählen beispielsweise die Forderung von Vorauszahlungen oder gar die Entscheidung, den gesamten Betrag in Vorkasse einzufordern.

Effektives Forderungsmanagement

Ausserdem ist eine Optimierung Ihres Forderungsmanagements ratsam. Die folgenden Möglichkeiten tragen zu einem effektiven Forderungsmanagement bei:

  • Stellen Sie Rechnungen direkt nach der Lieferung der Waren oder der Erbringung von Dienstleistungen aus. In diesem Moment ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde bezahlen wird, am höchsten.
  • Achten Sie auf eine klare Formulierung Ihrer Zahlungsbedingungen in der Rechnung. Kunden sollten auf einen Blick sehen können, wann die Zahlung fällig ist.
  • Bieten Sie flexible Zahlungsmöglichkeiten an, wie Überweisungen, Kreditkarten und Online-Bezahlsysteme. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass offene Forderungen zeitnah beglichen werden.
  • Behalten Sie offene Rechnungen im Blick und senden Sie regelmässig Zahlungserinnerungen an Schuldner. Damit erhöhen Sie die Chancen, dass der offene Betrag während des vereinbarten Zeitraums beglichen wird.
  • Handeln Sie sofort, wenn das Zahlungsziel überschritten wurde. Klären Sie die Gründe für die Verzögerung und vereinbaren Sie Zahlungspläne. Falls notwendig, können Sie in einem weiteren Schritt ein Inkassoverfahren einleiten.

Abschluss einer Delkredereversicherung

Verschiedene Delkredereversicherungen können Ihnen dabei helfen, das Risiko eines Zahlungsausfalls abzumildern. Bei Kleinunternehmern ist vor allem das Factoring beliebt. Dieses Vorgehen meint den Verkauf von offenen Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft.

Nach Abschluss der Versicherung wird vom Factoring-Unternehmen sofort je nach Vereinbarung etwa 80% der Rechnungssumme an das KMU überwiesen. Auch das Delkredere wird von dem Unternehmen übernommen – was bedeutet, dass sich das Kleinunternehmen nicht mehr um die Einforderung der offenen Rechnungssumme kümmern muss. Im Gegenzug zahlt das KMU eine Delkredereprovision an das Factoring-Unternehmen.

Berechnung des Delkredererisikos

Um herauszufinden, ob sich die Abgabe des Delkredererisikos lohnt, empfiehlt es sich, das Risiko des Delkredere zu berechnen. In die Berechnung dieses Risikos fliessen verschiedene Faktoren mit ein, wie die Bonität des Kunden, spezifische Länderrisiken, die Höhe der Forderung und das Zahlverhalten des Kunden in der Vergangenheit.

Diese Berechnung hilft Ihnen herauszufinden, ob Sie das Delkredererisiko selbst tragen können, oder ob es Ihre Liquidität stark negativ beeinflussen kann.

Am besten ist es, wenn Sie auf eine Kombination dieser Massnahmen setzen. So können Sie das Delkredererisiko entscheidend reduzieren und die finanzielle Stabilität Ihres Unternehmens gewährleisten.

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Abb.: Es empfiehlt es sich, das Delkredererisiko zu berechnen.

Delkredere im Rechnungswesen

Im Rechnungswesen meint Delkredere das Risiko eines Forderungsausfalls, wenn ein Unternehmen Waren oder Dienstleistungen auf Rechnung verkauft. Das Unternehmen trägt dieses Risiko also selbst und gibt es nicht an eine dritte Person ab.

Darum sind im Rechnungswesen Wertberichtigungen für voraussichtliche Forderungsausfälle im Rahmen der Debitorenbuchhaltung möglich. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, mutmassliche Debitorenverluste in der Bilanz anzugeben:

  1. Einzelwertberichtigung: Hierbei muss das Ausfallrisiko für jede einzelne Forderung separat bestimmt werden. Dazu ist es notwendig, Kenntnisse über jeden der Schuldner zu haben, damit eine möglichst genaue Wertberichtigung möglich ist. Diese Option kommt vor allem bei speziellen Ausfallrisiken, wie der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen einen Schuldner, zum Einsatz.
  2. Pauschalwertberichtigung: Besteht ein allgemeines Ausfallrisiko, dann wird die Pauschalwertberichtigung am Jahresende genutzt, um dieses auszugleichen. Für die Berechnung des genauen Prozentsatzes (auch «Delkrederesatz») werden erwartete Ausfallraten mittels Erfahrungswerten aus der Vergangenheit genutzt.

Den Delkrederesatz für die Pauschalwertberichtigung können Sie mithilfe der folgenden Formel berechnen:

Delkrederesatz = Forderungsausfall pro Jahr / Jahresumsatz x 100%

Sehen wir uns ein Beispiel, wie der Delkrederesatz berechnet werden kann, einmal genauer an:

Ein Unternehmen erzielte einen Jahresumsatz von CHF 500’000, wobei es einen durchschnittlichen jährlichen Forderungsausfall von CHF 20’000 gibt. Anhand dieser Werte ist die Berechnung des Delkrederesatzes problemlos möglich:

Delkrederesatz = CHF 20’000 / CHF 500’000 x 100% = 4%

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Häufig gestellte Fragen zum Delkredere

Welche Delkredereversicherungen gibt es?

Um als Unternehmen das Delkredererisiko abzusichern, gibt es verschiedene Delkredereversicherungen. Dazu zählen zum Beispiel die Warenkreditversicherung, die Forfaitierung, das Factoring, die Kautionsversicherung, die Exportkreditversicherung und die Investitionsgüterkreditversicherung.

Welche dieser Versicherungen die richtige Wahl ist, hängt vom jeweiligen zu versichernden Delkredererisiko ab.

Wo steht Delkredere in der Bilanz?

Beim Delkrederekonto handelt es sich um ein ruhendes Konto, bei dem die Zahlungsausfälle, die Ihrer bisherigen Erfahrung nach durchschnittlich jedes Jahr anfallen, mit einberechnet werden. Es wird in der Bilanz als Minus-Aktivkonto geführt. In der Gewinn- und Verlustrechnung können Sie entsprechende Beträge unter dem Konto 3180 «Wertberichtigung auf zweifelhafte Forderungen» verbuchen.

Wie hoch darf das Delkredere sein?

Für inländische Schuldner wird von den Schweizer Steuerbehörden in der Bilanz ein Delkredere von 5% des Debitorenbestands, also der offenen Rechnungen, bewilligt. Bei Schuldnern aus dem Ausland beträgt das Delkredere 10%. Gegebenenfalls können einzelne Forderungen mit besonders hohem Ausfallrisiko auch einzeln wertberichtigt werden.

Wer haftet bei Delkredere für den Schuldner, wenn er nicht zahlt?

Ist der Schuldner zahlungsunfähig und bezahlt er den ausstehenden Betrag nicht bis zum vereinbarten Zahlungsziel, haftet im Handelsrecht der Delkrederegeber.

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