Opportunitätskosten Beispiel
Opportunitätskosten können in einem Unternehmen beispielsweise dann auftreten, wenn sich die Unternehmensführung für eine Investition in die Entwicklung eines neuen Produkts entscheidet, statt das Geld für die Expansion in neue Märkte zu verwenden. Die Opportunitätskosten entsprechen den potenziellen Gewinnen aus der Markterweiterung, die aufgegeben werden, um in die Produktentwicklung zu investieren.
Wie werden Opportunitätskosten berechnet?
Grundsätzlich gibt es nicht die eine Formel, die man nutzen kann, um Opportunitätskosten zu berechnen. Bei Unternehmensfragen werden die Opportunitätskosten in der Regel berechnet, indem man die Kostenvorteile, die durch die Entscheidung nicht erzielt werden, kalkuliert. Beim Ergebnis handelt es sich um die Opportunitätskosten. Die hierbei verwendete Formel ist vom Einzelfall abhängig.
Um herauszufinden, wie hoch der Vorteil der gewählten Möglichkeit A im Vergleich zur besten Alternativoption B ist, kann der Nutzen A vom Nutzen B subtrahiert werden:
Im Optimalfall entsteht bei dieser Berechnung ein negativer Wert, da dies bedeutet, dass die gewählte Möglichkeit einen höheren Nutzen als die Alternative bringt.
Welche Arten von Opportunitätskosten gibt es?
Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Opportunitätskosten:
Inputbezogene Opportunitätskosten
Bei inputbezogenen Opportunitätskosten wird der Deckungsbeitrag der Kosten auf den Inputfaktor relativiert. Daraus entsteht der relative Deckungsbeitrag. Inputfaktoren können beispielsweise durch Materialkosten, Arbeitsstunden oder Stückzahlen abgebildet werden.
Das bedeutet, wenn eine Ressource wie Zeit, Geld oder Arbeitskraft für eine bestimmte Aktivität verwendet wird, entstehen inputbezogene Opportunitätskosten, da diese Ressource nicht für andere potenziell vorteilhafte Aktivitäten verwendet werden kann.
Outputbezogene Opportunitätskosten
Outputbezogene Opportunitätskosten beziehen sich hingegen auf den Output des Produktionsprozesses. Es handelt sich dabei um Deckungsbeiträge, die einem entgehen, weil man sich für eine andere Alternative entscheidet. Immer wenn eine Entscheidung getroffen wird, entstehen somit outputbezogene Opportunitätskosten, da die Vorteile der gewählten Alternative mit den potenziellen Vorteilen anderer nicht gewählter Alternativen verglichen werden.
Bei den outputbezogenen Opportunitätskosten wird zwischen Alternativkosten und Optimalkosten unterschieden. Alternativkosten entsprechen den Opportunitätskosten, die entstanden sind, weil man sich für eine Möglichkeit und nicht für die nächstbeste Alternative entschieden hat. Optimalkosten hingegen sind die Opportunitätskosten, die anfallen, wenn man sich für eine Alternative und nicht für die optimale Möglichkeit entschieden hat.
Wann solltest du Opportunitätskosten berücksichtigen?
Grundsätzlich unterstützt die Berechnung der Opportunitätskosten Unternehmen bei der Entscheidungsfindung. Schliesslich geben sie Aufschluss darüber, ob Option A oder B einen grösseren Nutzen und bessere Chancen bietet.
Demzufolge macht eine Berücksichtigung der Opportunitätskosten unter anderem in folgenden Bereichen Sinn:
Investitionsentscheidungen
Wenn du dich für eine bestimmte Investitionsmöglichkeit entscheidest, verzichtest du auf potenzielle Gewinne aus anderen Möglichkeiten. Musst du dich zwischen verschiedenen Optionen entscheiden, kann dir die Berechnung der Opportunitätskosten dabei helfen.
Nehmen wir beispielsweise an, du hast die Wahl zwischen einer günstigeren Investitionsmöglichkeit, die in der Folge aber niedrigere Produktionsmöglichkeiten liefert, und einer teureren Investitionsmöglichkeit, die dir eine qualitativ hochwertigere und grössere Produktion ermöglicht. Nun kannst du anhand der Opportunitätskosten berechnen, welche der beiden Möglichkeiten dir langfristig mehr Nutzen bringt.
Ressourcenallokation
Auch bei der Zuweisung von Ressourcen wie Arbeitskräften, Kapital und Zeit macht die Berücksichtigung der Opportunitätskosten Sinn. Verwendest du sämtliche Ressourcen für ein bestimmtes Projekt, verpasst du dadurch die Chance auf andere mögliche Projekte, die dir vielleicht mehr Gewinn bringen könnten.
Produktentwicklung
Viele Unternehmen stehen regelmässig vor der Entscheidung, ob bestehende Produkte verbessert oder lieber neue Produkte entwickelt werden sollten. Welche der beiden Möglichkeiten lukrativer ist und dem Unternehmen langfristig mehr Nutzen bringt, kann mithilfe der Opportunitätskosten ermittelt werden.
Dientscheidung, in die Entwicklung eines neuen Produkts zu investieren, kann bedeuten, dass das Unternehmen die Möglichkeit verliert, in die Verbesserung bestehender Produkte zu investieren oder andere potenziell lukrative Projekte zu verfolgen.
Marketingentscheidungen
Gerade bei einem begrenzten Budget stehen Unternehmen häufig vor der Entscheidung, verfügbares Budget in die Entwicklung eines neuen Produkts oder in die Verbesserung des Marketings für ein bestehendes Produkt zu investieren. In diesem Fall entsprechen die Opportunitätskosten den potenziellen zusätzlichen Verkäufen und Gewinnen, die durch die optimierten Marketingkampagnen hätten erzielt werden können.
Personalmanagement
Selbst im Personalmanagement, also bei der Einstellung neuer Mitarbeitenden oder der Beförderung von bestehenden Mitarbeitenden, kann die Berechnung der Opportunitätskosten Sinn machen.
Indem eine Person eingestellt oder befördert wird, wird auf die Möglichkeit verzichtet, die Stelle anderweitig zu besetzen oder die verfügbaren Ressourcen für andere Zwecke zu verwenden.