9. November 2017 |

Keine erfolgreiche Zukunft ohne klare Vision

Gastbeitrag von Raphael Ledergerber*

In jedem Unternehmen gibt es sie: die Verwalter und die Visionäre. Zwischen deren Ansichten und Denkweisen liegen meist Welten.

Die Verwalter und die Visionäre

Verwalter wollen den Ist-Zustand bewahren. Die bestehenden Strukturen und Prozesse sollen ja nicht hinterfragt werden. Das bestehende Geschäft darf unter keinen Umständen gefährdet werden. So überlegt man sich am liebsten, was man noch mehr oder besser von dem tun könnte, was man schon tut.

Die Visionäre hingegen denken sich laufend neue mögliche Zukunftsszenarien aus. Sie blicken in die Zukunft und wollen diese aktiv mitgestalten. Visionäre entwerfen mutige – oder teils gar übermütige – Visionen ihres Unternehmens in der Zukunft und arbeiten darauf hin.

Es braucht beide Denkweisen

Nehmen in den strategischen Entscheidungen die Verwalter die überhand, kann dies für das Unternehmen relativ schnell existenzbedrohend werden. Dominieren ausschliesslich Visionäre, kann dies schnell zu Hüftschüssen oder zu nicht umsetzbaren Strategien führen. Diese diametral unterschiedlichen Denkweisen werden beide benötigt. Binden Sie daher unbedingt beide Persönlichkeitstypen in den Strategieprozess mit ein.

Zu wenig durchdachte Visionen sind brandgefährlich

Vor gut 20 Jahren kam das erste Smartphone auf den Markt: der Nokia 9000 Communicator. Smartphones haben die Welt verändert. Ein Leben und Arbeiten ohne Smartphone ist für uns kaum mehr vorstellbar. Nokia hatte seine Vision vom „Büro in der Tasche“ umgesetzt: telefonieren, E-Mails erledigen, im Internet surfen, fotografieren. Sie erinnern sich sicherlich und haben vielleicht damals selbst eines besessen.

Nokia verpasste es jedoch über Jahre hinweg, seine Vision systematisch und grundlegend weiterzuentwickeln. Apple lancierte dann vor gut neun Jahren das iPhone: ein revolutionäres Smartphone mit Touch-Bedienung, neu konzipierter Internetbedienung und vielem mehr. Damit krempelte Apple den Markt um und weitete diesen massiv aus. Nokias Niedergang nahm seinen Lauf. Ebenso kalt erwischt es Jahr für Jahr unzählige KMU, die wegen mangelnder Vision und Strategie ihren Betrieb letztendlich aufgeben müssen. Dies lässt sich verhindern:

Vision in 5 Schritten systematisch entwickeln

Folgende fünf Schritte haben sich in der Praxis bewährt:

  1. Vision: Wohin wollen wir? Wie soll die Situation des Unternehmens in fünf Jahren aussehen?
  2. Umweltanalyse
  3. Stakeholder-Analyse
  4. Unternehmensanalyse
  5. Situation auf halbem Weg zur Vision

Besonders wichtig ist es, die Abhängigkeiten zwischen den fünf Elementen zu erfassen. Damit lässt sich den im ersten Schritt definierten Entwurf einer Vision in den Folgeschritten sukzessive verbessern.

Zukunft richtig anpacken

Die Zukunft kommt auf jeden Fall. Die Frage ist nur, ob auch Sie die Zukunft Ihres Unternehmens aktiv anpacken. Die Erfahrung zeigt: Systematik und neutrale Aussensicht sind dabei unerlässlich. Nur frei von blinden Flecken und interner Politik erreichen Sie eine erfolgreiche Zukunftsvision für Ihr Unternehmen.

* Raphael Ledergerber ist Betriebsökonom FH und hat über 18 Jahre Erfahrung in leitenden Positionen in den Bereichen Strategie, Innovation, Change-Management, Marketing, Verkauf sowie Produkt- und Preismanagement. Heute unterstützt Raphael Ledergerber Unternehmen, sich erfolgreich weiter zu entwickeln – als Sparringspartner, Projektleiter, Berater oder Interimsmanager. Er ist Inhaber von Ledergerber & Partner sowie Verwaltungsrat und Beirat verschiedener KMU und Organisationen.

Quelle: Erstmals erschienen auf ledergerber-partner.ch

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