8. Januar 2018 |

10 Steuertipps zum Jahresende

Gastbeitrag von Christian Baltis *

Im Zusammenhang mit dem Jahresende und dem Jahresabschluss gibt es aus Sicht Mehrwertsteuer und Steuern einige Punkte, welche zu beachten sind. Gerne nehmen wir zu einigen Punkten kurz Stellung.

1. Umsatzsteuerabstimmung nötig?

Für jeden Jahresabschluss ist aus Sicht der Mehrwertsteuer eine Umsatzsteuerabstimmung vorzunehmen. In dieser Umsatzsteuerabstimmung ist der an die Eidg. Steuerverwaltung gemeldete Umsatz des ganzen Jahres mit dem Umsatz in der Buchhaltung zu vergleichen und abzustimmen. Differenzen sind anschliessend mit einem separaten MWST-Formular der Eidg. Steuerverwaltung nach Ablauf von 240 Tagen seit Ende des betreffenden Geschäftsjahres zu melden.

2. Bezugsteuer abrechnen?

Es gilt zu beachten, dass beim Einkauf von Dienstleistungen aus dem Ausland allenfalls eine Bezugsteuer mit der Mehrwertsteuer abzurechnen ist. Sofern das Unternehmen bereits MWST-pflichtig ist, ist die Bezugsteuer bereits ab dem 1. Franken zu deklarieren. Falls das Unternehmen nicht im MWST-Register eingetragen ist, kommt es zur Steuerpflicht ab einem Dienstleistungseinkauf aus dem Ausland ab CHF 10'000 pro Jahr.

3. Alles bei der ESTV deklariert?

Bitte beachten Sie, dass Privatanteile z.B. an Fahrzeugkosten etc. oder Naturalbezüge ebenso mit der Mehrwertsteuer abgerechnet werden müssen. Bei einer juristischen Person (u.a. GmbH, AG) resultiert daraus ein zusätzlicher Umsatz, welcher mit den entsprechenden MWST-Sätzen deklariert werden muss. Bei einem Einzelunternehmen ist der Privatanteil Fahrzeug als Vorsteuerkorrektur im Vorsteuerbereich zu deklarieren.

4. Richtiger MWST-Satz?

Ab dem 1.1.2018 gelten die neuen MWST-Sätze. Der Normalsatz reduziert sich von 8.0 % auf 7.7 % und gilt für Leistungen, welche ab dem 1.1.2018 erbracht werden. Im Gastgewerbe kann die ganze Silvesternacht noch mit dem alten MWST-Satz abgerechnet werden. Achtung: Auch bei den Saldosteuersätzen hat es Anpassungen gegeben.

5. Abrechnungsmethode wechseln?

Mit dem Jahreswechsel stellt sich ebenso die Frage, ob die Abrechnungsmethode (effektive Methode oder Saldosteuersatzmethode) gewechselt werden soll. Hierzu ist es sinnvoll, die Vor- und Nachteile vor Augen zu führen. Ein Wechsel von der Saldosteuersatzmethode zur effektiven Abrechnungsmethode ist jährlich auf Beginn der Steuerperiode möglich. Ein Wechsel von der effektiven Methode zur Saldosteuersatzmethode ist erst nach 3 Jahren auf Beginn der Steuerperiode möglich. Der Wechsel muss jeweils bis spätestens 60 Tage nach Beginn der Steuerperiode beantragt werden.

6. Wertberichtigung sinnvoll?

Bei den direkten Steuern kann die Bildung einer Wertberichtigung (Delkredere) auf den Forderungen steuerplanerisch Sinn machen (und handelsrechtlich notwendig sein). Hier gibt die kantonale Steuerverwaltung die Vorgaben, in welcher Höhe die Wertberichtigung (z.B. 5 % oder 10 % auf dem Forderungsbestand) gebildet werden darf.

7. Warenlager unterbewerten?

Im Weiteren gibt es die Möglichkeit seitens Steuergesetz, das Warenlager um einen Drittel zu unterbewerten.

8. Rückstellungen bilden?

Das Steuergesetz sieht zudem auch die Bildung von Rückstellungen vor.

9. Abgrenzungen nötig?

In der Jahresrechnung 2017 sind sämtliche Aufwendungen und Erträge, welche aus dem 2017 resultieren, auszuweisen. Dies bedeutet, dass Ende Jahr periodische Abgrenzungen vorgenommen werden müssen, um den Erfolg periodengerecht darstellen zu können. So werden beispielsweise Rechnungen, welche das Jahr 2017 betreffen, aber erst im 2018 erfolgen, mit Abgrenzungsbuchungen noch in das Jahr 2017 verbucht. Ebenso ist der umgekehrte Fall möglich.

10. Gewinn- und Kapitalsteuern abziehen?

Bei juristischen Personen (u.a. GmbH, AG) können die bezahlten Gewinn- und Kapitalsteuern vom Gewinn abgezogen werden.

* Christian Baltis ist dipl. Treuhandexperte der VATAR AG. Das Treuhandunternehmen ist in erster Linie Anlaufstelle bei Spezialfragen zur Mehrwertsteuer. Das Unternehmen berät KMU auch bei Steuerfragen oder bei der Abschlusserstellung.

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