26. Mai 2017 |

Mehr Innovation? So einfach geht das! – Teil 2

*Gastbeitrag von Raphael Ledergerber

Im ersten Teil standen fünf organisatorische und kulturelle Aspekte im Zentrum: flexible Organisation schaffen, offene Mitarbeitende fördern, kreative Zeiten schaffen, Querdenken fördern und experimentieren. Nun im zweiten Teil kommen fünf weitere Elemente hinzu, um mit klarer Strategie und Führung einen funktionierenden Innovationsprozess zu etablieren.

Kalkulierte Risiken eingehen

Innovationen sind auch immer mit Risiken verbunden. Nicht zu innovieren ist aber das weitaus grösste Risiko, denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die finanziellen Risiken sollten weitgehend kalkulierbar gemacht werden. Dies erreichen Sie, indem den Innovationsprojekten finanzielle und personelle Budgets für dedizierte Projektphasen zugeteilt werden. Mit einer guten Projektsteuerung werden die Auswirkungen berechenbar.

«Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.»

Technologie gewinnbringend einsetzen

Wer Innovationen wirtschaftlich und clever umsetzen will, kommt heute nicht mehr umhin, digitale Technologien zielgerichtet zu nutzen. Die Nutzung der Cloud kann Geschäftsprozesse effizient und flexibel machen. Durch Big Data können Unternehmen aus einer grossen Fülle von Marktdaten Trends ableiten und neue Ideen generieren. Und da wären noch die Möglichkeiten von Social Media, Tools für das CRM, die interne Kommunikation und Kollaboration sowie unzählige weitere Bereiche. Die Möglichkeiten, sein Business in Teilen zu einem Digital-Business zu machen, sind nahezu endlos. Wer dies gezielt und fokussiert tut, kann von enormen Vorteilen profitieren und gar signifikante Wettbewerbsvorteile erlangen.

Über die eigene Branche hinausschauen

Erfolgreiche Unternehmen kennen die Probleme und Bedürfnisse ihrer Zielkunden sehr genau. Sie schauen nicht in der eigenen Branche nach innovativen Ideen für entsprechende Problemlösungen. Die Branchengrenzen verschwimmen durch die zunehmende Digitalisierung unserer Wirtschaft immer mehr. Traditionelle Anbieter aller Branchen werden immer stärker von ganz neuen, bisher unbekannten Mitbewerbern bedrängt, oft aus dem Hightech-Bereich (Cloud-Services, intelligente vernetzte Gegenstände, Robotik usw.) kommend. Geht es um Strategie und Innovation, ist Branchenexpertise vom Erfolgsfaktor zur trügerischen Falle verkommen. Es muss auch von ganz anderen Branchen gelernt werden.

«Wer beim Nachbar abschaut, rennt hinterher.»

Erfolge feiern

Feiern Sie Ideen mit grossem Erfolgspotenzial oder erfolgreiche Lancierungen von Innovationen am Markt. Es muss nicht zwingend ein Innovationspreis ausgeschrieben werden, es kann auch einfach eine kleine, spontane Feier sein. Wichtig ist einzig, dass alle Mitarbeitenden spüren, dass Neues und Innovatives in Ihrem Unternehmen grossen Wert haben. Das schafft wiederum einen Anreiz, noch mehr Ideen zu kreieren und einzubringen. Und feiern beflügelt jedes Arbeitsklima.

Innovationsmanagement umsetzen

Kreative Freiräume schön und gut – Fokus und Führung braucht es dennoch! Ausser den voranstehenden Rahmenbedingungen bedarf es einer durchdachten Strategie und konsequenter Führung. Ein Innovationsprozess durchläuft exemplarisch diese Stufen:

  1. Ideenidentifikation und Sammlung in einem Ideenportfolio
  2. Ideenbewertung nach exakt definierten Kriterien

  3. Projektauftrag mit klaren Zielen, Ressourcen, Meilensteinen usw.

  4. Analyse und Konzeption in kurzer, prägnanter Form

  5. Implementierung systematisch und agil vorangetrieben

  6. Markteinführung beharrlich realisiert

So geben Sie Ihren Innovationsprojekten die notwendigen Freiräume und behalten es dennoch jederzeit im Griff – damit aus Ideen kommerzieller Erfolg wird.

* Raphael Ledergerber ist Betriebsökonom FH und hat über 18 Jahre Erfahrung in leitenden Positionen in den Bereichen Strategie, Innovation, Change-Management, Marketing, Verkauf sowie Produkt- und Preismanagement. Heute unterstützt Raphael Ledergerber Unternehmen, sich erfolgreich weiter zu entwickeln – als Sparringspartner, Projektleiter, Berater oder Interimsmanager. Er ist Inhaber von Ledergerber & Partner sowie Verwaltungsrat und Beirat verschiedener KMU und Organisationen.

Quelle: Erstmals erschienen auf ledergerber-partner.ch

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