14. August 2018 |

Change im KMU: Die 5 Erfolgsfaktoren

*Gastbeitrag von Raphael Ledergerber

Es ist die harte Realität: Die Mehrheit der Veränderungsinitiativen scheitert. Stellt sich die Frage, wie der Wandel in Ihrem Unternehmen erfolgreich gelingen kann. Ich zeige Ihnen die fünf grundlegenden Erfolgsfaktoren aus unserer täglichen Praxis in Veränderungsprojekten mit KMU auf. 

1. Veränderungsdruck und Vision aufzeigen

Am Beginn eines jeden Veränderungsprozesses in Unternehmen gilt es, das Bewusstsein für Dringlichkeit und Wichtigkeit der Veränderung zu vermitteln. Argumentieren Sie auf der Kopf- wie auch der Gefühlsebene! Appellieren Sie an den Verstand und ebenso an die Emotionen! Entwickeln Sie dazu die Vision Ihres Unternehmens weiter.

Wie etwa: „Wir sind der attraktivste Schweizer Lösungsanbieter“, oder: „Wir haben den besten Kundenservice.“ Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitenden damit ein emotional aufgeladenes Bild, das die Richtung weist und zugleich motiviert!

2. Führungskräfte einbinden

Bilden Sie eine starke Führungskoalition, die den Wandel vorbehaltlos unterstützt und aktiv vorantreibt! Veränderungen sind chancenlos, wenn diese nicht vom gesamten Führungsteam aktiv unterstützt werden.

Denn die Mitarbeitenden spüren schnell, ob die Führungskräfte geschlossen dahinterstehen – oder eben nicht. Wichtig ist dabei, dass alle Führungskräfte die gleichen Botschaften vermitteln und die Veränderung gleich kommunizieren. Gehen Sie aber dabei ebenso auch auf abteilungsspezifische Besonderheiten ein!

3. Mitarbeitende einbeziehen

Damit der Wandel auch tatsächlich stattfindet, brauchen Sie die Unterstützung Ihrer Mitarbeitenden. Beziehen Sie darum alle Mitarbeitenden ein! Denn Mitarbeitende, die nicht involviert werden, werden die Veränderung ignorieren oder gar bekämpfen.

«Machen Sie Betroffene nicht nur zu Beteiligten, sondern zu Verantwortlichen!»

Übergeben Sie gezielt Verantwortlichkeiten an Mitarbeitende! Motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden, indem Sie ihnen bewusst Gestaltungsspielräume geben. Immer mit dem Ziel, dass möglichst viele Mitarbeitende die Veränderung aktiv vorantreiben.

4. Umfassend kommunizieren

Veränderung schafft Unklarheiten und Unsicherheiten. Zumindest zu Beginn wird es immer auch Personen geben, die (noch) nicht erkennen, was auf sie zukommt oder nicht verstehen, warum der Wandel tatsächlich notwendig ist. Ängste und Widerstände sind ganz natürlich. Es ist einfacher, Dinge weiterhin so zu tun, wie sie immer schon gemacht wurden. Gehen Sie auf Ängste und Widerstände ein! Tun Sie dies ehrlich und verständnisvoll. Die Mitarbeitenden sollen fühlen, dass sie verstanden werden.

So ist es von essenzieller Bedeutung, dass Sie offen und transparent kommunizieren! Überlegen Sie sich stets genau was Sie wann, wie und womit kommunizieren. Ebenso klar müssen Sie aufzeigen, dass Sie die Veränderung mit allen erforderlichen Massnahmen durchziehen werden. Der Balanceakt zwischen Verständnis und konsequentem Durchziehen ist anspruchsvoll und erfolgskritisch zugleich.

5. Veränderungen durchziehen

Behalten Sie Ihre Vision und die beabsichtigte Veränderung stets im Fokus! Beseitigen Sie aufkommende Hürden und Hindernisse konsequent. Wandel passiert nicht nebenbei und schon gar nicht einfach so. Halbherziger Wandel ist gar kontraproduktiv und Gift für das Arbeitsklima. Sie machen sich damit unglaubwürdig und erschweren weiteren Wandel zusätzlich.

Institutionalisieren Sie die stetige Veränderung in Ihrem Unternehmen, in der Unternehmenskultur! Denn in Zukunft wird die Veränderung das einzig Beständige sein. Setzen Sie auf die Kombination von internen und externen Ressourcen, von internen Schlüsselpersonen und einem externen Berater, der mit neutraler Aussensicht und frei von interner Politik agieren kann! Damit die angestrebte Veränderung auch tatsächlich gelingt.

* Raphael Ledergerber ist Betriebsökonom FH und hat über 18 Jahre Erfahrung in leitenden Positionen in den Bereichen Strategie, Innovation, Change-Management, Marketing, Verkauf sowie Produkt- und Preismanagement. Heute unterstützt Raphael Ledergerber Unternehmen, sich erfolgreich weiter zu entwickeln – als Sparringspartner, Projektleiter, Berater oder Interimsmanager. Er ist Inhaber von Ledergerber & Partner sowie Verwaltungsrat und Beirat verschiedener KMU und Organisationen.

Quelle: Erstmals erschienen auf: ledergerber-partner.ch

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