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08. FEBRUAR 2022

Flexible Arbeitszeitmodelle

Seit Beginn der Pandemie haben sich viele Dinge verändert. Unser Alltag und vor allem auch der Bezug zum Job ist ein anderer. Egal ob selbstständige Unternehmer oder angestellte Arbeitnehmer – es hat sich viel getan: Unser Bedürfnis nach Flexibilität ist gestiegen und wir befassen uns verstärkt mit Arbeitsmodellen der Zukunft. So hat sich der Wandel von Arbeitsmodellen hin zu hybriden Versionen beschleunigt und auch die Arbeitszeitmodelle selbst verändern ihre einst statische Basis in eine mit flexiblen Arbeitszeiten, die viel mehr Möglichkeiten und Raum bietet. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Arbeitszeitmodelle geben und stellen Ihnen einen praktischen Leitfaden zum kostenlose Download zur Verfügung.

In diesem Beitrag:

Definition und Überblick

Was versteht man unter einem Arbeitszeitmodell?

Was sind eigentlich Arbeitszeitmodelle genau? Sicher kennen wir den Begriff und die meisten von uns arbeiten auch schon seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten in gleichen oder immer wieder in unterschiedlichen Modellen aber dennoch wollen wir dem Begriff an dieser Stelle erstmal auf den Grund gehen: In fast allen Betrieben ist die Etablierung eines Arbeitszeitmodells unerlässlich und elementar, damit der Betrieb überhaupt aufrecht erhalten werden kann.

Denn nur so ist der reibungslose, lückenlose Ablauf sämtlicher Arbeitsprozesse möglich. Je nachdem in welcher Art von Unternehmen (vor allem auch Branchenabhängig) ein Arbeitgeber beschäftigt ist, ist der Rahmen des Arbeitszeitmodells genau geregelt und lässt mal mehr, mal weniger Spielraum. Die Arbeitszeitmodelle der Zukunft sind dabei eher flexibler geregelt, so dass der Mitarbeitende mehr Möglichkeiten hat, seinen Arbeitsalltag zu gestalten. Denn von einer modernen, flexiblen Arbeitszeitregelung kann man sehr stark profitieren.

Wie hoch die zu leistende Arbeitszeit beträgt, wird den betrieblichen Gegebenheiten entsprechend angepasst. Oftmals wirken manche Arbeitszeitmodelle auf den ersten Blick starr und unflexibel, sind aber dringend notwendig für den Betrieb. So gibt es in produzierenden Unternehmen meist Schichtarbeit, da hier die betriebliche Notwendigkeit besteht, z.B. Lebensmittel, Automobile, etc. rund um die Uhr herzustellen. Vor allem aber in der Gesundheitsbranche ist dies ebenso der Fall, da Pflegefälle und Patienten rund um die Uhr versorgt und betreut werden müssen.

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Welche Arbeitszeitmodelle gibt es?

Wir betrachten die bekanntesten Arbeitszeitmodelle und gehen auch auf flexible, alternative Arbeitszeitmodelle ein. Diese können auf der täglichen oder auch wöchentlichen Arbeitszeit, z.B. Vollzeit (in der Schweiz: die meist übliche 42-Stunden-Woche), der Teilzeit oder Gleitzeitarbeit, der jährlichen Arbeitszeit sowie der Schicht- oder Vertrauensarbeitszeit beruhen. Auch zeigen wir Ihnen die Vor- und Nachteile auf, die die jeweiligen Arbeitszeitmodelle und eine Arbeitszeitflexibilisierung mit sich bringen können.

Vollzeit

Vollzeit zu arbeiten ist immer noch am weitesten verbreitet in der Schweiz. Dies bedeutet, das Arbeitnehmer 40–42 Stunden an fünf Tagen in der Woche arbeiten. Meist sind feste Zeiten für Beginn und Ende vorgesehen, immer mehr aber auch ein flexibler Start und ein ebensolches Ende verbunden mit einer Präsenzpflicht in einer gewissen Kernarbeitszeit. Hierzu aber mehr im Abschnitt Gleitzeit.

Vorteile: Sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber kann den Tag besser planen und strukturieren. Termine können zuverlässig gesetzt werden und repetitive Arbeitsabläufe sind abgesichert.

Nachteile: Mangelnde Flexibilität. Passiert etwas, mit dem man nicht gerechnet hat, wird es oft eng. Je mehr Struktur, desto weniger Raum für unvorhersehbare Ereignisse, sei es beruflich oder privat. Einen drängenden Kunden mal eben in der Agenda vorverlegen oder das kränkelnde Kind aus der Schule abholen wird nicht selten zur grossen Herausforderung.

Abb.: Arbeitszeitmodelle – die Basis für unseren Arbeitsalltag.
Abb.: Arbeitszeitmodelle – die Basis für unseren Arbeitsalltag.

Teilzeit

Zur Teilzeit zählt jene Erbstätigkeit, die ein Beschäftigungsgrad von weniger als 90% meint. Die Teilzeitarbeit hat in der Schweiz in den letzten 30 Jahren stark zugenommen. Während zu Beginn der 1990er-Jahre ein Viertel der Erwerbstätigen Teilzeit gearbeitet haben, ist es heute mehr als ein Drittel. Dabei fällt der Grossteil auf Frauen (2020: 73,9%). Besonders passend ist hierbei das Arbeitsmodell Jobsharing, bei dem sich zwei Erwerbstätige eine Stelle teilen können.

Vorteile: Man hat mehr Zeit für das Privatleben und kann seinen Berufsalltag flexibler gestalten. Die genaue Stundenzahl und die Anzahl an Arbeitstagen kann man normalerweise sehr flexibel mit seinem Vorgesetzten festlegen. Arbeitgeber haben durch dieses Modell verringerte Personalkosten.

Nachteile: Zwar hat man mehr Freizeit, aber dafür erhält man auch ein entsprechend geringeres Gehalt und erledigt durch Überstunden oftmals doch sehr viel mehr Arbeit.

Gleitzeit

Das bekannteste der flexiblen Arbeitszeitmodelle ist die Gleitzeit. Dabei hat man keinen festen Beginn- und Endzeitpunkt, ist aber meist an eine gewisse Kern- oder Blockarbeitszeit gebunden, in der alle Mitarbeitenden am Arbeitsplatz sein müssen. Die Zeiten ausserhalb des Kerns/des Blocks können aber entsprechend flexibel genutzt werden.

Wichtig bei der Gleitzeit ist, dass die Arbeitszeit Gesetzesvorschriften wie die gesetzliche Höchstarbeitszeit, die Ruhezeiten, das grundsätzliche Verbot von Nacht- und Sonntagsarbeit etc. beachtet bzw. nicht verletzt. So gibt es freilich eine gewisse Einschränkung, da der Mitarbeitende fehlende Arbeitszeit nicht einfach an einem Sonntag nachholen kann.

Vorteile: Man hat als Arbeitnehmer ein grosses Mass an Flexibilität und kann so arbeiten, wie es in den Tagesablauf passt. Man kann dabei einfacher private Termine wahrnehmen oder Berufsverkehr umgehen, etc.

Nachteile: Flexible Arbeitszeitmodelle wie das der Gleitzeit erfordern meist das Aufzeichnen der Arbeitszeit. Denn nur so können Vorgesetzte wissen, ob die tatsächliche Anwesenheit mit der vereinbarten Arbeitszeit übereinstimmt. Hierzu benötigt man idealerweise ein elektronisches Zeiterfassungssystem, was die Einführung des Arbeitszeitmodells (je nach Stand des Unternehmens) mehr oder weniger aufwändig gestaltet. Absprachen und Termine mit Vorgesetzten sind nicht immer so leicht abzumachen, da man nur an eine kurze Kernarbeitszeit gebunden ist, in die man manchmal nur schwer alle anfallenden Termine packen kann.

Schichtarbeit

Die Arbeitszeiten werden in Schichten eingeteilt. Je nach Tageszyklus handelt es sich dabei um eine Früh-, Mittel-, Spät-, oder Nachtschicht. Die Schichtarbeit erfordert von den Arbeitnehmenden ein hohes Mass an Flexibilität und die Arbeitseinteilung kann von den Mitarbeitern oftmals nicht frei gewählt werden.

Vorteile: Arbeitnehmer profitieren je nach Schicht von mehr Gehalt in Form von Schichtzulagen. Je nach Schicht haben Sie vormittags oder nachmittags frei, auch unter der Woche. Arbeitgeber sind besonders bei nicht ganz vorhersehbarer Auftragslage in grossem Masse flexibel und können Anlagen effizient nutzen. Die durch den Schichtbetrieb verlängerte Betriebszeiten erhöhen die Stückzahlen in der Produktion.

Nachteile: Da die freie Zeit tagsüber oft dazu genutzt werden muss, um Schlaf nachzuholen, hat die freie Zeit tagsüber nicht unbedingt einen Vorteil. Dazu kann es besonders zu Beginn von Schichtarbeit zu Schlafstörungen und gesundheitlichen Beschwerden kommen, da der Biorhythmus des Körpers gestört ist. Auch kann die Work-Life-Balance leiden, da man im Falle von Spät- oder Nachtschichten nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Für Arbeitgeber entsteht der Nachteil der höheren Lohnzahlungen und die mögliche Erhöhung der Krankheitstage der Mitarbeitenden. Zudem stellt es einen grösseren Verwaltungsaufwand und viel Koordination dar, Schichtarbeit zu organisieren.

Abb.: In manchen Branchen wie z.B. der Logistik, dem Maschinenbau oder der Automobilbranche ist Schichtarbeit ganz normal.
Abb.: In manchen Branchen wie z.B. der Logistik, dem Maschinenbau oder der Automobilbranche ist Schichtarbeit ganz normal.

Jahresarbeitszeit

Noch ist dieses neue, flexible Arbeitszeitmodell nicht allzu weit verbreitet. Wie der Begriff bereits impliziert, einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine Arbeitszeit pro Jahr fest. Auch wird beschlossen, wann genau gearbeitet wird.

Vorteile: Egal ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer – hier haben beide Seiten eine sehr hohe Flexibilität. Wenn es die Lage im Unternehmen zulässt, kann der Mitarbeitende in der einen Jahreshälfte mehr arbeiten als in der anderen. Dies bietet sich besonders an, wenn die Arbeit saisonabhängig ist.

Nachteile: Dadurch, dass der Mitarbeitende die Möglichkeit hat wochen- oder monatsweise mehr oder weniger zu arbeiten, hat der Arbeitnehmer im schlimmsten Fall nicht genug Personal vor Ort, sollte es unvorhergesehen zu Engpässen kommen. Daher ist eine gute Planung dringend notwendig.

Abb.: Die Arbeitszeit auf ein ganzes Jahr verteilt – das birgt grosse Flexibilität.
Abb.: Die Arbeitszeit auf ein ganzes Jahr verteilt – das birgt grosse Flexibilität.

Vertrauensarbeitszeit

Dieses Modell ist noch eher selten zu finden. Der Arbeitnehmende führt keinerlei Arbeitszeiterfassung aus, bestimmt, wann er arbeitet. Der Arbeitgeber vertraut darauf, dass in der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit auch tatsächlich gearbeitet wird – eine Zeiterfassung fällt hier weg. Im Mittelpunkt stehen dabei die Arbeitsergebnisse.

Vorteile: Hohe Mitarbeiterzufriedenheit und mehr Motivation durch mehr Vertrauen sowie weniger Kontrolle des Arbeitnehmers, dazu die Möglichkeit, eine sehr gute Work-Life-Balance zu etablieren. Flexibler Arbeitsort möglich.

Nachteile: Die Grenzen zwischen Homeoffice und Büroarbeit können ineinander verschwimmen. Überstunden werden vom Vorgesetzten evtl. nicht vergütet, da sie ja auch nicht erfasst werden. Teamarbeit geht verloren. Arbeitet man zu anderen Zeiten wie die Kollegen und dazu noch meist von Zuhause, ist der persönliche Austausch nicht mehr so möglich wie sonst.

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