Piggy bank rosa
16. OKTOBER 2015

Rabatt und Skonto – die Unterschiede einfach erklärt

Über Rabatte und Skonti freuen sich besonders die Käufer – denn sie sparen damit beim Einkauf Geld. Beide gehören zur Preis- und Verkaufspolitik eines Unternehmens. Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine Senkung des Verkaufspreises, die zwischen dem Leistungserbringer und dem Leistungsempfänger vereinbart wird. Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag, was genau die Unterschiede zwischen Rabatt und Skonto sind und wie Sie als Geschäftsführer von diesen beiden Strategien profitieren können.

In diesem Beitrag:

Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?

Rabatte und Skonti sind Strategien zur Preisreduktion, um den Verkauf anzukurbeln. Rabatte sind dabei vom Preis abgezogene Prozente. Diese Form der Preissenkung wird beispielsweise vor allem in Zeiten des Sales (z. B. Wintersale, Ausverkauf etc.) angeboten. Skonti sind Rabatte, die geboten werden, wenn die Ware vorzeitig bezahlt wird.

Rabatt

Skonto

Preisreduktion auf den Verkaufspreis, die häufig in Prozent gewährt werden.

Rabatt bei Bezahlung oder Einhaltung einer kurzen Zahlungsfrist.

Abb.: Über Sale-Angebote freuen sich Kunden wie Geschäftsführer – denn der Umsatz wird angekurbelt.
Abb.: Über Sale-Angebote freuen sich Kunden wie Geschäftsführer – denn der Umsatz wird angekurbelt.

Was ist ein Rabatt?

Rabatte sind prozentuale Preisreduktionen auf den Verkaufspreis. Ein Rabatt wird gegeben, um den Preis für Käufer attraktiver zu gestalten und damit den Umsatz zu steigern. Der Umsatz berechnet sich schliesslich aus der verkauften Menge x Verkaufspreis. Steigt also die verkaufte Menge, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis attraktiver ist, steigt auch der Umsatz.

In welcher Form kann man Rabatte gewähren?

Rabatte können vom Unternehmen zum einen als Prozente vom Listenpreis abgezogen werden oder als absolute Zahl.

Beispiele anhand eines Fernsehers:

Verkaufspreis Fernseher

CHF 1.300.-

10% (prozentualer Rabatt) Rabatt auf den Verkaufspreis

10% von CHF 1’300.- = CHF 130.- Rabatt

Verkaufspreis mit abgezogenem Rabatt

(CHF 1’300.- – CHF 130.-) = CHF 1’170.-

CHF 100.- (absoluter Rabatt) Rabatt auf den Fernseher

(CHF 1’300.- – CHF 100.-) = CHF 1’200.-


Die Reduktion in Prozent wird auch als Rabattsatz bezeichnet. Da hinter Rabatten die Idee steckt, Kunden zum Kauf zu motivieren, werden sie gerne als Marketinginstrumente genutzt und mit verschiedenen Marketing-Aktionen kombiniert, da sie eine hohe Anziehungskraft ausüben.


Wann werden Rabatte gewährt?

Im Folgenden listen wir Ihnen Situationen auf, in denen Unternehmen Rabatte gewähren. Der häufigste Grund ist dabei, die Verkäufe anzuregen und damit den Umsatz zu steigern. Auch können Platzprobleme im Lager oder neue Kollektionen der Grund sein, dass Produkte oder Leistungen rabattiert angeboten werden.

  • Sale-Aktionen wie z. B. Winter-Sale, Sommer-Schlussverkauf

  • Black Friday / Cyber Monday

  • Ausverkauf / Lagerauflösung

  • Mengenrabatte / Staffelrabatte

  • Neukundenrabatt

  • Treuerabatt (z. B. 1 Kaffee gratis im Wert von CHF 3.90.- nach 10 gekauften Kaffees: Rabatt in Höhe von 9%)

  • Paket-Kauf (mehrere Produkte werden gebündelt angeboten)

  • Abonnement (bei Abschluss eines Abonnements mit einer bestimmten Laufzeit werden Rabatte gewährt)

Abb.: Die neuen Sommer-Farben sind beim Lieferanten verfügbar? Schaffen Sie mit Rabatten Platz für Neues.
Abb.: Die neuen Sommer-Farben sind beim Lieferanten verfügbar? Schaffen Sie mit Rabatten Platz für Neues.

Mengen- oder Staffelrabatt

Mit Hilfe eines Mengenrabatts mit Staffelpreisen fördern Sie als Unternehmer den Kauf von grossen Mengen in einer einzigen Warensendung. Das Prinzip dahinter ist einfach: Je grösser die abgenommene Stückzahl ist, umso mehr verringert sich der Preis. Dabei ist zu beachten, dass Sie durch die Massnahme Ihren Umsatz so steigern können, so dass im Nachhinein auch mehr Gewinn in Ihrer Kasse bleibt.

Schon gewusst? In bexio haben Sie die Möglichkeit, bei Produktpreisen mengenbezogene Staffelpreise einzurichten. Dabei können Sie Start- und Endmengen einer Staffelung und die damit verbundenen Preisreduktionen definieren.

Was ist Skonto?

Beim Skonto wird ein Rabatt für vorzeitige Bezahlung gewährt: Dem Käufer wird ein Preisnachlass aufgrund sofortiger Zahlung oder Einhaltung kurzer Zahlungsfristen gewährt, wobei dieser Rabatt meist einem fixen Prozentsatz des Kaufpreises entspricht. So können Sie Ihre Kunden zu einer frühzeitigen Zahlung veranlassen und erleichtern sich das Mahnwesen.

Der Käufer hat den Anreiz, die Rechnung schneller zu bezahlen, um vom reduzierten Preis profitieren zu können. Sie als Unternehmer profitieren im Gegenzug von schneller bezahlten Rechnungen und damit einer höheren Liquidität.

Wichtig: Die Skontenregelungen Ihres Unternehmens müssen zwischen Ihnen als Unternehmer und Ihrem Kunden explizit vereinbart sein. Hierzu können Sie beispielsweise Hinweise in Ihren AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) hinterlegen oder es auf Ihre Rechnung notieren. Keine Partei (Käufer oder Verkäufer) darf ohne vorgängige Vereinbarung Skonto abziehen.

Haben Sie ein bexio-Konto? Wenn Sie bexio-Nutzer sind, können Sie Ihre Zahlungsvorlagen für Rechnungen einfach bearbeiten und individuelle Zahlungskonditionen einbauen. Dabei können Sie Zahlungsfristen und allfällige Skonti in Prozent einfach festlegen.

Wie werden Skonto und Rabatt berechnet?

Wenn Sie sich entscheiden, auf Ihre Produkte oder Dienstleistungen einen Rabatt zu gewähren, sollten Sie sich den rabattierten Preis genau überlegen. Auch wenn Sie mit Rabatten den Umsatz erhöhen können, sollten Sie Ihren Kunden nicht ohne eine genaue Preiskalkulation Rabatte anbieten.

Umsatz = Verkaufte Menge x Verkaufspreis

Je geringer der Verkaufspreis, desto wahrscheinlicher ist der Absatz. Allerdings sollte der Verkaufspreis nicht zu gering angesetzt werden, da dann unter Umständen Ihre Umsatzziele nicht erreicht werden können und Sie rote Zahlen schreiben. Auch kann es sein, dass bei zu tief angesetzten Preisen, Sie als unglaubwürdiges Unternehmen betrachtet werden und die Ware als mindere Qualität betrachtet wird und in Folge nicht gekauft wird.

Wichtig ist also, bereits bei der Preisfestsetzung mögliche Rabatte und Skonti mit einzurechnen, um Ihren Ziel-Umsatz zu erreichen.


Berechnungs-Beispiel

Herstellungskosten / Einkaufskosten

CHF 100.-

  • Vertriebsgemeinkosten

CHF 8.-

  • Verwaltungsgemeinkosten

CHF 3.50.-

  • Gewinnmarge 30%

CHF 30.-

Verkaufspreis

CHF 141.50.-

  • Skonto 2%

CHF 2.83.-

Zielpreis

CHF 144.33.-

  • Rabatt 15%

CHF 21.64.-

Verkaufspreis / Listenpreis

CHF 165.97.-


Wenn Skonto und Rabatt in Prozent angegeben sind, berechnet sich der Wert der Reduktion jeweils im Dreisatz.

Ein Beispiel: 30% Rabatt von CHF 200.-: CHF 200.- x 0.3 = CHF 60.- → zu zahlender Betrag inkl. Rabatt = CHF 200.- – CHF 60.- = CHF 140.-

Rabatte variieren stark und werden in der Regel zwischen 5 Prozent und 20 Prozent gewährt. Bei Skonti dagegen sind 2 Prozent der Richtwert. Zu besonderen Verkaufsanlässen, wie zum Beispiel dem Wintersale, sieht man auch höhere Rabattierungen, die bis zu 50 Prozent hoch sein können.

In welcher Reihenfolge werden Skonti und Rabatte abgezogen?

Rabatte werden vom Unternehmen mit dem Kunden direkt beim Kauf vereinbart und abgezogen. Diese werden stets zuerst bei Preisnachlässen berücksichtigt. Erst in einem zweiten Schritt darf der Unternehmer zusätzlich Skonti abziehen, falls der Kunde die vorzeitige Zahlungsfrist oder Barzahlung einhalten kann.

Skonto und Rabatt: Verrechnung der MWST

Skonto und Rabatt haben Einfluss auf den geschuldeten Betrag. Das bedeutet, dass sich dementsprechend auch die abgabepflichtige Mehrwertsteuer verändert. Jeder Zahlungseingang (mit oder ohne Rabatt) entspricht für den Unternehmer dem massgeblichen Entgelt, das in der Schweiz in Art. 24 MWSTG geregelt wird. Damit wird der Rabatt in der Regel vom Bruttobetrag abgezogen und die MWST anschliessend auf den final zu zahlenden Betrag berechnet.
Nicht vergessen: Das neue Mehrwertsteuergesetz tritt zum 01. Januar 2024 in Kraft. Was das für Sie als Unternehmer bedeutet, erfahren Sie hier »

So erstellen Sie Rechnungen mit Rabatt und Skonto

Damit alle Zahlungseingänge korrekt in Ihrer Finanzbuchhaltung verbucht werden, ist es wichtig, bei der Rechnungserstellung Skonto und Rabatte richtig auszuweisen.

Für den Kunden müssen stets alle Positionen auf einer Rechnung nachvollziehbar sein. Dasselbe gilt auch für gewährte Rabatte oder Skonti. In der Auflistung der Position können Sie den Rabatt entweder als Prozent oder als effektive Zahl angeben. Wenn Sie Rabatte direkt auf der Rechnung verbuchen, bedeutet das, dass der Rabatt auch direkt gültig wird und Sie keine separate Buchung tätigen müssen.

Rabatt und Skonti mit bexio

Wenn Sie mit der Business-Software bexio arbeiten, können Sie direkt bei der Rechnungserstellung eine weitere Position hinzufügen, die als Rabatt gekennzeichnet ist.

Abb.: Rabatt auf eine Rechnung hinzufügen mit bexio.
Abb.: Rabatt auf eine Rechnung hinzufügen mit bexio.

Sie können Rabatte auf den gesamten Rechnungsbetrag oder auch nur auf einzelne Positionen einer Rechnung geben.

Abb.: Beispiel einer einzelnen rabattierten Position auf einer mit bexio erstellten Rechnung.
Abb.: Beispiel einer einzelnen rabattierten Position auf einer mit bexio erstellten Rechnung.

Die Software zieht automatisch den Rabatt vom Totalbetrag auf der Rechnung ab.

Screenshot rabatt verrechnung mwst

Die mit bexio erstellte Rechnung inklusive Rabatt-Abzug sieht für den Kunden folgendermassen aus:

Example bexio invoice with discount

Kurz und knapp zusammengefasst – Das sind die Vorteile von Skonto und Rabatt

  • Wettbewerbsvorteil

  • Kaufanreiz für Kunden

  • Kundenbindung

  • Höhere Liquidität

  • Reduziertes Mahnwesen

  • Platz für neue Produkte und damit eventuell neue oder wiederkehrende Kundschaft

  • Umsatzsteigerung

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