XBRL – der internationale Standard für die digitale Geschäftsberichterstattung

Was heisst XBRL? XBRL steht für «eXtensible Business Reporting Language» und ist ein international anerkannter Standard für die digitale Übermittlung von Unternehmensinformationen. Dieser ist für jeden frei zugänglich und wird von der Non-Profit-Organisation XBRL International unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dieser Standard wird weltweit bereits in über 50 Ländern benutzt und sein Ziel besteht darin, die Geschäftsberichterstattung (sprich: Business Reporting) von Unternehmungen zu rationalisieren. Bei den mithilfe dieses Standards übermittelten Informationen handelt es sich hauptsächlich aus Jahresabschlussdaten wie Bilanz oder Erfolgsrechnung. Es können jedoch gleichzeitig auch weitere finanzielle oder nicht-finanzielle Unternehmensdaten ausgetauscht werden. Empfänger dieser Daten sind neben staatlichen Stellen beispielsweise auch Analysten, Banken oder Investoren. Die Informationen werden bei diesem Standard mithilfe des XML-Formats (eXtended Markup Language) übermittelt.

Wie funktioniert der XBRL-Standard?

Diese «Sprache» verlangt das Vorhandensein von Taxonomien, welche Sendern und Empfängern von Unternehmensinformationen als eine Art «Wörterbuch» und Vorlage in einem dienen und dabei die Beziehungen der einzelnen Nachrichtenbestandteile untereinander beschreiben. Zudem legen sie fest, welche Elemente im betreffenden Bericht enthalten sein müssen. Diese Vorlagen müssen beiden Parteien bekannt sein, denn sie sind der Schlüssel zu einer korrekten Interpretation des Nachrichteninhaltes. Sender haben die Möglichkeit, ihre Nachrichten mithilfe öffentlicher oder privater Taxonomien zu erstellen. Entscheidet sich der Verfasser der Nachrichten für die Verwendung öffentlicher Taxonomien, so muss er keine Angaben zu diesen mitsenden. Beide, Sender und Empfänger, verfügen in der Regel bereits über die nötigen Informationen zur Vorlage, sodass die korrekte Interpretation der Daten durch den Adressaten gewährleistet ist.

XBRL steht für den internationalen Standard der digitalen Übermittlung von Unternehmensinformationen (mit dem Fokus auf Business Reportings). Mithilfe von Taxonomien können Geschäftsberichtsdaten einfacher ausgetauscht werden.

XBRL (eXtensible Business Reporting Language) erklärt

Sollen jedoch private Taxonomien verwendet werden, so müssen diese dem Empfänger zusätzlich zur eigentlichen Nachricht übermittelt werden. Private Taxonomien können, wo notwendig und erlaubt, von Unternehmungen jederzeit selbst erstellt werden. Dazu können beispielsweise bereits existierende öffentliche Vorlagen bedarfsgerecht erweitert werden.

Für den eigentlichen Inhalt benutzen die Unternehmungen, welche die Berichte verfassen, sogenannte Instance Documents. Diese elektronischen Dokumente werden an die Empfänger der Unternehmensinformationen versendet, wo ihr Inhalt automatisch mithilfe der relevanten Taxonomien interpretiert und anschliessend in deren interne Systeme eingelesen wird.

Worin besteht der Nutzen von XBRL?

Die Vorteile des XBRL-Standards auf den Punkt gebracht:

  • Zeit und Kosten sparen
  • Geringere Fehleranfälligkeit
  • Vergleichbarkeit der Daten
  • Geringeres Datenvolumen

Der Nutzen des XBRL-Standards im Detail: Der weitgehend automatisierte Informationsfluss dieser digitalen Art der Geschäftsberichtserstattung ermöglicht es dessen Nutzern, wertvolle Zeit und Kosten zu sparen sowie die Fehlerquote bei der Datenübermittlung zu reduzieren, da die Daten auf der Empfängerseite nicht mehr von Hand in die internen Systeme eingegeben werden müssen. Nebst der einfachen Interpretation und Darstellung der Unternehmensdaten bietet dieser Standard die Möglichkeit, Berichte untereinander zu vergleichen, sofern sie unter Verwendung derselben Taxonomie erstellt wurden. Wenn Berichte anhand öffentlicher Taxonomien erstellt werden, so muss nur ein geringes Datenvolumen effektiv verschickt werden, da die Vorlage dem Empfänger bereits bekannt ist.

Die Nutzung des XBRL-Standards in der Schweiz und weiteren Ländern

Jedes Land erlässt seine eigenen Rechnungslegungsvorschriften, die von den Bericht erstattenden Unternehmungen zwingend zu berücksichtigen sind. Folglich müssen die von diesen Unternehmen verwendeten Taxonomien spezifisch auf die betreffenden Länder zugeschnitten sein. Deshalb ernennt die internationale Organisation für jedes Land eine offizielle Jurisdiktion, welche unter Berücksichtigung des nationalen Rechts speziell für das jeweilige Land gültige Taxonomien erarbeitet. Die Nutzung des Standards erfolgt grundsätzlich auf freiwilliger Basis. Gewisse Länder wie Deutschland oder die USA haben jedoch Gesetze erlassen, welche die Nutzung dieses Standards zwingend vorschreiben. So sind zum Beispiel deutsche Unternehmungen seit 2013 verpflichtet, ihre Jahresabschlüsse als E-Bilanz an das Finanzamt zu übermitteln. Weltweit stellen verschiedene Länder, darunter England, die USA und Deutschland, mithilfe dieses Standards generierte Unternehmensinformationen via Internet öffentlich zur Verfügung. Diese Daten dienen als wertvolle Informationsquelle für Analysten, Investoren und die an den betreffenden Unternehmungen interessierte Bevölkerung.

In der Schweiz setzt sich der Verein XBRL CH für die nationale und internationale Verbreitung dieses Standards ein. Bei diesem Verein handelt es sich um die offizielle Schweizer Jurisdiktion. Unternehmungen, welche ihren Jahresabschluss nach den Vorgaben des Schweizerischen Obligationenrechts erstellen, steht eine Taxonomie zur Verfügung, die unter Berücksichtigung der relevanten rechtlichen Grundlagen ausgearbeitet wurde. Diese Taxonomie berücksichtigt nicht nur die rechtlichen Bestimmungen, sondern auch die Bedürfnisse der Unternehmungen, die sie benutzen: Eine Bilanz kann zum Beispiel in Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch ausgegeben werden.

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