Transitorische Aktiven -  Die aktive Rechnungsabgrenzung

Aufwände und Erträge müssen in derjenigen Rechnungsperiode verbucht werden, welche sie aus betriebswirtschaftlicher Sicht tatsächlich betreffen. Einerseits sollen ausschliesslich diejenigen Aufwendungen und Erträge in der Erfolgsrechnung enthalten sein, welche wirklich der abzuschliessenden Periode zuzuordnen sind, andererseits müssen die in einem bestimmten Geschäftsjahr verbuchten, erfolgswirksamen Beträge vollständig sein. Mit der aktiven Rechnungsabgrenzung hat die Buchhaltungsabteilung ein Instrument zur Hand, mit welchem sie nicht periodengerechte Beträge dem korrekten Geschäftsjahr zuordnen kann.

Transitorische Aktiven im Rahmen der Finanzbuchhaltung

Die Notwendigkeit, Geschäftsvorfälle mithilfe transitorischer Buchungen zu erfassen, entsteht jeweils mit dem Erstellen der Schluss- und der Eröffnungsbilanz am Ende beziehungsweise zu Beginn einer Geschäftsperiode. Damit die Schlussbilanz korrekt erstellt werden kann, müssen alle transitorischen Buchungen am Ende der entsprechenden Periode ausgeführt werden. Fehlende, noch nicht eingegangene Erträge werden gutgeschrieben, zu früh geleistete Aufwendungen werden in das nachfolgende Geschäftsjahr übertragen, oder genauer gesagt auf dem transitorischen Konto zwischengespeichert. Mit dem Beginn der neuen Geschäftsperiode und der Erstellung der Eröffnungsbilanz werden diese „gespeicherten“ Beträge dann mithilfe der entsprechenden Buchungssätze dem neuen Jahr angelastet. Transitorische Aktiven sind in diesem Zusammenhang die Beschützer des vergangenen Geschäftsjahres. Sie verteidigen diese Geschäftsperiode einerseits vor gewinnminderndem Aufwand, welcher eindeutig dem neuen Jahr zugeordnet werden muss. Andererseits schreiben sie ihr diejenigen Erträge gut, welche erst im neuen Geschäftsjahr verbucht werden können, da die entsprechenden Leistungen zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses buchhalterisch noch nicht erfasst wurden. Dazu verschieben sie diese Beträge zwischen zwei Geschäftsjahren. Diese korrigierend wirkenden transitorischen Buchungssätze finden stets im Zusammenhang mit Aufwands- oder Ertragskonten Anwendung und betreffen deshalb immer Bilanz- und Erfolgsrechnung gleichermassen.

Mithilfe dieser Buchungssätze können Aufwände oder Erträge periodengerecht zugeordnet werden

Verbuchung von Aufwänden

Wird zum Beispiel mittels Banküberweisung die Miete einer Büroräumlichkeit im Dezember vor dem Geschäftsabschluss bezahlt, obwohl sie eigentlich erst im Januar des folgenden Jahres fällig würde, so lauten die beiden Buchungssätze „Mietaufwand an Bank“ und „Transitorische Aktiven an Mietaufwand“. Da Aufwandskonten immer auf der linken Seite zunehmen und dementsprechend auf der rechten Seite abnehmen, wird das Konto Mietaufwand durch den zweiten Buchungssatz nachträglich wieder entlastet. Der Mietaufwand wird folglich neutralisiert und die erste Buchung mindert nicht mehr den Gewinn der abzuschliessenden Rechnungsperiode. Im neuen Geschäftsjahr wird sodann der Inhalt des transitorischen Kontos wieder auf das entsprechende Aufwandskonto übertragen. Der Mietaufwand entfaltet nun seine gewinnmindernde Wirkung im neuen Geschäftsjahr, er ist dort angekommen, wo er hingehört. Möglich ist auch, dass nicht der ganze Betrag in die neue Rechnungsperiode übertragen werden muss, sondern nur ein Teil davon. Dies wäre im Fall der Büromiete beispielsweise dann gegeben, wenn die gesamte Miete für ein Jahr im Voraus bezahlt würde. Geschieht dies nicht im Monat Januar, so betrifft die Jahresmiete zwangsläufig zwei Rechnungsperioden. Die Mietkosten müssen dann unter Zuhilfenahme transitorischer Buchungen auf diese beiden Geschäftsjahre anteilsmässig verteilt werden.

Verbuchung von Erträgen

Im Fall von Erträgen, welche bei der Vornahme des Jahresabschlusses noch nicht in der Erfolgsrechnung enthalten sind, wird die Korrektur mithilfe anderslautender Buchungssätze vorgenommen. Ist beispielsweise im Zeitpunkt des Jahresabschlusses die Rechnung für eine bereits erbrachte Warenlieferung noch nicht erstellt worden, so lautet der Buchungssatz „Transitorische Aktiven an Warenertrag“. Mit dieser Buchung werden dem Konto der Warenertrag des abzuschliessenden Rechnungszeitraums und der Betrag für diese Leistung gutgeschrieben, als wäre die Rechnungsstellung bereits erfolgt. Die Erfolgsrechnung ist nun vollständig und die Buchhaltungsabteilung kann den Jahresabschluss vornehmen. Beim Erstellen der Eröffnungsbilanz erfolgt die Rückbuchung, mit der die Buchhaltung diesen Betrag in die linke Seite des Kontos Warenertrag überträgt. Dies wirkt sich ertragsmindernd aus und sorgt dafür, dass das Konto des Warenertrags von Beginn an einen negativen Wert aufweist. Wird nun im neuen Geschäftsjahr die Rechnung mithilfe des Buchungssatzes „Debitoren an Warenertrag“ erstellt, so hat diese Buchung keine Auswirkungen auf die Erfolgsrechnung und erhöht folglich nicht den Gewinn der neuen Geschäftsperiode, da sie durch die vorangegangene Rückbuchung neutralisiert wird.

Zu den Transitorischen Aktiven gibt es natürlich auch eine Gegenseite. Die Transitorischen Passiven. Mehr Infos dazu finden Sie in diesem Beitrag.

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