Die Passiven: Die rechte Seite der Bilanz in der Schweizer Buchhaltung

Eine Unternehmensbilanz besteht im Wesentlichen aus den Aktiven (Aktiva) und Passiven (Passiva), die beide immer die gleiche Summe aufweisen müssen. Auf der linken Seite der Bilanz stehen die Aktiva und auf der Rechten die Passiva. So erhält man einen übersichtlichen Einblick in die verschiedenen Posten.

Die Passiva beinhalten ausschließlich Kapitalpositionen. Diese Passivseite (rechte Seite) der Bilanz thematisiert zum Beispiel die Summe aller Verbindlichkeiten, die vom Unternehmen getilgt werden müssen. Hierbei werden die Schulden in einzelne Posten eingeteilt, sodass der Buchhalter oder externe Bilanzprüfer einen sofortigen Einblick über die ausstehenden Verbindlichkeiten bekommt.

 

Die Passiva im Überblick: Eigenkapital und Fremdkapital

Die Passiven bestehen aus dem Eigenkapital und dem Fremdkapital. Das Fremdkapital wird dabei in langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten unterteilt, wodurch man grob die Finanzierungsstruktur hinsichtlich des Zeitraums erkennt. Der Posten «kurzfristiges Fremdkapital» fasst zum Beispiel die Konten «Kreditoren», «kurzfristige Bankschulden» und «passive Rechnungsabgrenzung» zusammen. Die Konten werden mithilfe von Buchungen ausgeführt, bei denen es im Wesentlichen zu Ein- und Auszahlungen kommt. Zu den langfristigen Verbindlichkeiten gehören unter anderem die Posten «Hypothekarschulden» und «langfristige Bankschulden». Diese Positionen sind über einen längeren Zeitraum als die kurzfristigen Schulden fällig. Anhand dieses Vergleichs wird deutlich, wie kurz- und langfristig oder wie risikoreich eine Unternehmung finanziert ist. Je nach Branche unterscheidet sich die Höhe der Summen der jeweiligen Konten, da sich zum Beispiel große Industrieunternehmen vor allem langfristig refinanzieren. 

Was ist ein Passivtausch?

Was ist ein Passivtausch?

Wie der Name schon nahelegt, umschreibt der Passivtausch ein Umtausch eines bestimmten Werts zwischen zwei Passivkonten. Das lässt sich einfach an einem Beispiel illustrieren: Ausgangslage sind Verbindlichkeiten einer Firma gegenüber Lieferanten, also kurzfristige Schulden. Wandelt nun ein Lieferant diese Verbindlichkeiten in ein langfristiges Darlehen um, führt er einen Passivtausch durch. Die Bilanzsumme bleibt gleich, denn wo ein Posten auf der Passivseite zunimmt, nimmt ein anderer ab.

Analog zum Passivtausch funktioniert auch der Aktivtausch, einfach für Aktiv- statt Passivkonten.

Als Fremdkapital gelten unter anderem klassische Unternehmensanleihen, die über verschiedene Zeiträume ausgelegt sind. Die finanzielle Basis von herkömmlichen Unternehmen bildet das Eigenkapital: Dazu gehören in der Buchhaltung auch die Posten «gesetzliche Reserven» und «Gewinnvortrag». Wenn nun das Fremdkapital und Eigenkapital addiert wird, so erhält man die Summe der gesamten Passiven.

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