Der Kontenrahmen KMU nach Schweizer Vorbild

Ein Kontenrahmen ist eine detaillierte Auflistung von allen Konten einer Firma, die nach bestimmten Vorschriften zu führen sind. Dadurch lassen sich die einzelnen Ein- und Auszahlungen sowie verschiedene Kostenstellen genau nachvollziehen.

Das Gesetz schreibt vor, dass eine Bank oder eine Industriefirma eine transparente Kosten- und Einnahmenstruktur vorweisen muss. Dadurch können zum Beispiel die Steuerämter im Zweifel genau prüfen, ob die bemessene Steuerlast auch gerechtfertigt ist. In den meisten Ländern existieren unterschiedliche Kontenpläne, die sich in der Regel in ihrer Struktur leicht unterscheiden. Schweizer Unternehmen nutzen einen KMU Kontenrahmen, der in insgesamt acht Klassen aufgeteilt ist. Dadurch erhält der Leser sofort einen Überblick, welche Konten den entsprechenden Klassen zugeordnet sind. Dies erspart sowohl internen als auch externen Bilanzprüfern viel Zeit und ermöglicht eine höhere Effizienz hinsichtlich einer umfassenden Bilanzprüfung des betreffenden Unternehmens.

Unterschied Kontenrahmen und Kontenplan

Kontenrahmen und Kontenplan

Der Kontenrahmen gliedert systematisch alle Konten und ist betriebsunabhängig. Er ist in der Regel sehr umfassend und nur wenige Unternehmen benötigen alle aufgelisteten Konten. Darum der Kontenplan: Er hängt vom jeweiligen Unternehmen ab. Jedes Unternehmen leitet sich aus dem Kontenrahmen ihren Kontenplan ab. So ist er spezifisch auf das Unternehmen zugeschnitten. Dabei gibt es Kontenpläne für verschiedene Rechtsformen: Ob Einzelunternehmen, GmbH, AG, Stiftung oder Personengesellschaft.

Der Aufbau des Schweizer Kontenrahmen KMU

Der Kontenrahmen KMU wurde in acht Klassen eingeteilt, wobei die ersten beiden Klassen den Bestandskonten und die restlichen Klassen den Erfolgskonten zugeordnet sind. Die beiden Bilanzkonten, die Aktiven und Passiven, ergeben in der Summe jeweils den gleichen Wert, sodass die Bilanz dann ausgeglichen ist. Zu den Aktiven gehören zum Beispiel das Anlagevermögen, wie Beteiligungen und mobile Sachanlagen, sowie das Umlaufvermögen, zu dem etwa die flüssigen Mittel und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren) eines Unternehmens zählen.

In der Klasse zwei wird die Summe der Passiven aufgeführt. Ein Bestandteil ist beispielsweise das Fremd- und Eigenkapital, wobei es sich um sehr wichtige Finanzposten handelt. Der aktuelle Schweizer Kontenrahmen beinhaltet in den Klassen drei bis acht die Erfolgskonten eines Unternehmens, zu denen etwa die Konten des betrieblichen Ertrags und Personalaufwands gehören. Jeder Ein- und Ausgang von Waren wird innerhalb der Erfolgskonten verbucht und somit sichtbar gemacht. So lassen sich die zum Teil erheblichen Aufwendungen von Materialien genauestens verfolgen und addieren. Erst dadurch wird erkannt, ob ein Unternehmen einen Gewinn oder Verlust aufweist.

In der Buchungssprache gibt es ganz klare Vorschriften und Befehle, um bestimmte Posten hin- und herzuschieben. Erst dann wird die jeweilige Buchung auch erfolgreich ausgeführt. Dafür zuständig ist in der Regel ein professioneller Bilanzbuchhalter, der über das notwendige Know-how verfügt. Es kommt immer wieder vor, dass Konten falsch gebucht werden. Was hilft dagegen? Um Fehler zu vermeiden helfen professionelle Buchhaltungsprogramme wie bexio mit automatisierten Buchungen. So führt bexio beispielsweise automatisch die richtigen Debitorenbuchungen für ausgehende Rechnungen aus.

Das Eigen- und Fremdkapital einer Unternehmung ist von besonderer Bedeutung, da die Posten einen tiefen Einblick in die finanzielle Situation geben. Zum Fremdkapital zählt etwa die kurz- und langfristige Verschuldung, die eine klare Finanzierungsstruktur aufzeigt. Mit der Kontennummer 2200 wird beispielsweise die Umsatzsteuer angegeben, die von jeder Firma zu entrichten ist. Das Eigenkapital aus einer Aktienausgabe ist im Konto 2800 aufgeführt und wird in der Schweiz für die Gewinn- und Verlustrechnung (sprich: Erfolgsrechnung) benötigt. Um den gesamten Materialaufwand einzusehen, ist ein Blick auf die Klasse vier notwendig, in der sich die Kontengruppe 40 mit der Bezeichnung Materialaufwand befindet. Bestandteile dieser Kontengruppe sind unter anderem Halbfabrikate, Einfuhrzölle sowie das Rohmaterial.

Klassifizierungen bestimmter Buchungsvorfälle

Im Kontenrahmen wird ganz grob zwischen erfolgswirksamen und erfolgsunwirksamen Buchungen unterschieden, wobei die erstgenannten Buchungen nur innerhalb der Erfolgs- und Bilanzkonten stattfinden. Die erfolgsunwirksamen Buchungen werden auf beiden Seiten der Erfolgs- und Bilanzkonten gleichermassen eingetragen. Als Geldverschiebungen werden Buchungen innerhalb von Finanzkonten bezeichnet, zu denen etwa die Konten Kasse und Post gehören. Daneben gibt es ausserdem Aktiv- und Passivabgänge und Privatbezüge bzw. Kapitalbewegungen, die ebenfalls zu den erfolgsunwirksamen Buchungen zählen. Im Gegensatz dazu werden alle Veränderungen im Rahmen von Aufwand und Erträgen als erfolgswirksame Buchungen bezeichnet, bei denen die Konten drei bis acht zu berücksichtigen sind.

Kontenblatt

Kontenblatt

Das Kontenblatt ist eine sortierbare Aufstellung aller Buchungen in einem Buchhaltungskonto während einem gewählten Zeitraum. Sprich eine Art Kontoauszug für Buchhaltungskonten. Somit ermöglicht das Kontenblatt einen Überblick sowie das einfache Auswerten und Analysieren einzelner Konten der Finanzbuchhaltung.

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