ISO 20022 - ein gemeinsamer Standard für alle

Verständigungsschwierigkeiten können bereits im normalen Alltag unangenehme Folgen nach sich ziehen. Umso verheerender sind solche Schwierigkeiten oder Missverständnisse, wenn es ums Geld geht und den Beteiligten entscheidende finanzielle Nachteile oder gar Verluste drohen.

ISO 20022 einfach erklärt

Wer bereits einmal daran gescheitert ist, sich mit seinem anderssprachigen Gegenüber unter Einsatz von Händen und Füssen zu verständigen, der weiß, wie wichtig eine gemeinsame Sprache für eine erfolgreiche Kommunikation ist. In der Finanzwelt ist das nicht anders. Während Finanzinstitute ihren Geschäften nachgehen, tauschen sie Unmengen an Daten mit ihren Kunden sowie auch untereinander aus. Es existiert kaum ein anderer Bereich, in welchem tagtäglich so viele wichtige Nachrichten und Daten übermittelt werden, wie dies in der Finanzbranche der Fall ist. Um miteinander oder mit ihren Kunden zu kommunizieren, bedienen sich die Institute verschiedener Geschäftsbereiche und geografischer Regionen unterschiedlicher, sich stark voneinander unterscheidender Standards und Nachrichtenformate. Entwickelt werden solche Nachrichten durch eine Vielzahl von Standardisierungs-Organisationen wie SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), deren Zweck eigentlich darin bestehen soll, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Marktteilnehmern im Finanzwesen zu erleichtern. Folglich bestehen jedoch alle diese Standards wie verschiedene Sprachen weltweit nebeneinander und erschweren die Kommunikation im Finanzwesen. Die äußerst wichtige sowie wünschenswerte Automationsfähigkeit der übermittelten Daten ist kaum gewährleistet. Denn für einen erfolgreichen Datenaustausch sind aufgrund der parallel existierenden Standards Einsatz und Intervention menschlicher Ressourcen notwendig, welche während des Kommunikationsprozesses sozusagen als Dolmetscher fungieren. Abhilfe schaffen soll bei diesem weltweiten Problem der ISO 20022 Standard, welcher auch UNIFI-Standard (Universal financial industry message scheme) genannt wird. Als internationaler Standard für den elektronischen Datenaustausch in der Finanzbranche soll er im Sinne einer Harmonisierung die verschiedenen Standardisierungs-Organisationen auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Durch die daraus resultierende Interoperabilität gewährleistet er schließlich einen reibungslosen Ablauf bei der Nachrichtenübermittlung. Gesprochen wird diese gemeinsame Sprache im XML-Format (Extensible Markup Language) und sie benutzt kurze Wörter wie pacs, pain oder camt. ISO 20022 ist also ein offener, für jedermann in der Finanzbranche zugänglicher Standard.

 

pacs = Payments Clearing & Settlements
pain = Payment Initiation
camt = Cash Management

Was ist ISO?

ISO (International Organization for Standardization) ist der weltgrößte Entwickler internationaler Standards. Über 21 000 ISO-Normen decken praktisch alle Aspekte von Wirtschaft und Technologie ab. Die Organisation gewährleistet mit ISO 20022 nebst der weltweiten Vereinheitlichung von Nachrichten, welche den Zahlungsverkehr betreffen, auch eine Harmonisierung des elektronischen Datenaustauschs für Institutionen, die sich mit dem Wertpapiergeschäft, der Außenhandelsfinanzierung oder dem Treasury befassen. SWIFT, welche im Rahmen von ISO 20022 als Registrierungsinstanz (Registation Authority) eingesetzt wurde, obliegt die Aufgabe der Verwaltung und Veröffentlichung der zentralen Datenbank, in welcher die Nachrichten gespeichert werden. Die Einhaltung dieser ISO-Norm ist nirgends zwingend vorgeschrieben, sondern kann von allen Akteuren freiwillig beschlossen werden. Ihre Einführung unterliegt keinem einheitlich festgelegten Zeitplan und schreitet nicht so schnell voran, wie anfänglich von verschiedener Seite gedacht. Für einige Betroffene mag sich eine Umstellung nicht lohnen, andere, wie bspw. die Fondsbranche, kommen aber nicht an ihr vorbei.

Vorteile und Nachteile einer Harmonisierung nach ISO 20022

Die Vorteile sind ganz klar vor allem wirtschaftlicher Natur, da die Harmonisierung auf eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Kommunikation im Finanzdienstleistungswesen abzielt. Dies steigert aufgrund effizienterer Kommunikationswege die Kundenfreundlichkeit, wirkt sich kostensenkend aus und bietet vor allem hinsichtlich der Automatisierung von Daten große Vorteile, wenn die Übermittlung der Daten vollständig durch Computer und ohne jegliche menschliche Intervention stattfinden soll. Zudem minimiert die Anwendung des ISO-Standards für alle Beteiligten die mit der fortschreitenden wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung zusammenhängenden Weiterentwicklungs- und Unterhaltskosten. Da der Gesetzgeber heutzutage praktisch keinen wirtschaftlichen Bereich ungeregelt lässt, bringt die Harmonisierung auch in dieser Hinsicht Vorteile, denn die Einhaltung regulatorischer Vorgaben wird für die Teilnehmer vereinfacht. Bestehende Nachrichten werden in einer Datenbank gespeichert und sind für alle Teilnehmer verfügbar. Für die Entwicklung neuer Nachrichten bietet sich eine gemeinsame Plattform an. Kurzfristig ist die Harmonisierung mit nicht zu unterschätzendem Aufwand für alle Beteiligten verbunden. Zudem müssen bis zur vollständigen Umsetzung des Standards alte und neue Systeme parallel zueinander funktionieren.

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