Die mehrstufige Erfolgsrechnung erklärt

Die mehrstufige Erfolgsrechnung im Rahmen einer vollständigen Unternehmensbilanz in der Übersicht

Es ist gesetzlich festgelegt, dass jedes Unternehmen im Jahresabschluss eine mehrstufige Erfolgsrechnung vorlegen muss. Anhand dieser erkennt man, wie solide ein Betrieb dasteht. Hierbei gibt es klare Vorgaben, die eingehalten werden müssen, damit ein Jahresabschluss von den Wirtschaftsprüfern auch voll und ganz anerkannt wird. Die mehrstufige Berechnung wird auf der Basis des Kontenrahmens erarbeitet und weist die jeweiligen Posten aus, die für die Ermittlung benötigt werden. Anhand dieser Methode werden Zwischenergebnisse errechnet, die zum Beispiel den Brutto- oder Betriebsgewinn ausweisen und Ausschluss über die Profitabilität und Finanzierung des Betriebes geben.

Unterschied zwischen Bilanz und Erfolgsrechnung einfach erklärt

Unterschied zwischen Bilanz und Erfolgsrechnung einfach erklärt

Mit Hilfe der doppelten Buchhaltung können Sie sowohl eine Bilanz als auch eine Erfolgsrechnung ausweisen. Was ist der Unterschied? In der Bilanz sehen Sie, woher Ihr Geld stammt und wo Sie es angelegt haben, indem die Aktiven und Passiven gegenübergestellt werden.

Anders die Erfolgsrechnung, kurz ER: Dank ihr erkennen Sie, ob Sie Gewinne oder Verluste erzielt haben, indem Sie Ihre Erträge Ihren Aufwendungen gegenüber stellen. Ist die rechte Seite (Ertrag) höher als die linke Seite (Aufwände) haben Sie in der betrachteten Periode einen Gewinn erzielt; umgekehrt einen Verlust. Aufgrund dessen spricht man bei der Erfolgsrechnung häufig auch von der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die zweistufige Erfolgsberechnung bei Unternehmen

Zu den mehrstufigen Erfolgsberechnungen zählen die zwei- und dreistufigen Ausführungen, die in Berichts- und Kontenform dargestellt werden. Eine zweistufige Erfolgsrechnung in Betriebsform besteht aus Betriebs- und neutralen Bereichen, die verschiedene Teilabschnitte ausweisen, die die Aufwendungen und Erträge zusammenfassen und am Schluss den Unternehmensgewinn präsentieren. Zum Betriebsbereich zählen unter anderem die Verkaufserlöse, der Einsatz von Rohstoffen sowie der Zinsaufwand der Unternehmung. Auch die Positionen, Abschreibungen, Löhne und Gehälter gehören dazu. Abgeschlossen wird der erste Teil der zweistufigen Erfolgsrechnung mit der Darstellung des Betriebsgewinns.

Daran schließt nun der neutrale Bereich an. Als Erstes wird zum/vom Betriebsergebnis der Liegenschaftsertrag und der Liegenschaftsaufwand addiert/subtrahiert und als letzte Position werden die direkten Steuern abgezogen. Der neutrale Bereich wird mit dem Unternehmensgewinn beendet, sodass auch die gesamte zweistufige Berechnung abgeschlossen ist.

Bei der Kontenform spricht man anstelle der Bereiche von Stufen. Auf der linken Seite werden ausschließlich die Aufwendungen und auf der Rechten die Erträge berücksichtigt. Die jeweiligen Posten dieser Methode beziehen sich immer auf den Kontenrahmen KMU, der jeder Position, die im Rahmen festgelegte Zahl zuweist. Dadurch erkennt man sehr schnell, ob es sich bei einem Konto zum Beispiel um einen Personal- oder Materialaufwand oder um eine Eigenleistung handelt. Die Kontenform führt keine finale Rechnung durch, sondern sucht sich die einzelnen Positionen aus dem Kontenrahmen heraus und stellt diese in den entsprechenden Stufen dar.

Im Wesentlichen gliedert sich der Kontenrahmen KMU in neun Bereiche, zu denen unter anderem das Anlagevermögen, der Materialaufwand und der betriebliche Nebenerfolg gehören. Die zentralen Kennzahlen wie der Unternehmensgewinn und das Betriebsergebnis sind bei beiden Formen der zweistufigen Erfolgsrechnung identisch.

Dreistufige Erfolgsermittlung innerhalb der Unternehmensbilanz

Eine dreistufige Ermittlung des Erfolgs setzt sich in der Berichtsform aus insgesamt drei Bereichen und in der Kontenform aus drei Stufen zusammen. Erstere Form besteht ebenso wie die zweistufige Berechnung aus einem neutralen Bereich, einem Betriebsbereich und zusätzlich aus einem Handelsbereich. Der Handelsbereich beinhaltet den Warenertrag und -aufwand, woraus sich der Bruttogewinn errechnet. Daran schließt sich der Betriebsbereich an, bei dem nun vom Ergebnis unter anderem der Personalaufwand und die Abschreibungen abgezogen werden. Am Ende des zweiten Bereichs steht der Betriebsgewinn oder -verlust. Nun folgt der neutrale Bereich, der wiederum den Immobilienaufwand und -ertrag sowie den Wertschriftenaufwand und -ertrag berücksichtigt. Wurden schlussendlich alle Positionen addiert und subtrahiert, erhält man den finalen Unternehmensgewinn oder -verlust.

Die Kontenform ermittelt in der ersten Stufe auf der Aufwandsseite das Ergebnis aus dem Warenaufwand und Bruttogewinn, woraus sich der Warenertrag ergibt. Anschließend folgt die zweite Stufe, die beispielsweise den Zinsaufwand und Raumaufwand darstellt und separat zusammengefasst wird. Hieraus lässt sich nun das Betriebsergebnis ermitteln. Dazu zieht man das Ergebnis der zweiten Stufe von der Ersten ab. Am Schluss folgt die dritte Stufe, die den Unternehmensgewinn abbildet und alle negativen Posten wie den Betriebsverlust oder Immobilienaufwand addiert. Auf der rechten Ertragsseite wiederum ist zum Beispiel in der ersten Stufe der Warenertrag, in der Zweiten der Bruttogewinn und in der dritten Stufe der Immobilienertrag niedergeschrieben.

Vorlage einer Erfolgsrechnung

Vorlage einer Erfolgsrechnung

Die Website des KMU-Portals der Schweizer Eidgenossenschaft bietet ein Muster für die Erstellung einer Erfolgsrechnung: Zur Vorlage.

Bei einer mehrstufigen Ermittlung des Erfolgs sollte unbedingt darauf geachtet werden, welche Form sich am besten eignet, sodass es zu keinerlei Missverständnissen hinsichtlich der Interpretation von Ergebnissen/Gewinnen kommt. Damit alle Rechnungen sichtlich erkennbar sind, muss die Ermittlung der entsprechenden Kennzahlen ordnungsgemäß ausgeführt werden, indem man die Zwischenpositionen sichtlich markiert. Dazu kann zum Beispiel ein Doppelstrich oder eine farbliche Markierung vorgenommen werden, die die einzelnen Posten hervorhebt und sehr einfach sichtbar macht. Besonders bei externen Prüfungen seitens einer jährlichen Überprüfung der Bilanz ist ein hohes Maß an Ordnung von großer Bedeutung, damit es zu keinerlei Nachprüfungen vom Finanzamt kommt.

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Sowohl die Bilanz als auch die Erfolgsrechnung sind Abschlussrechnungen, die meist am Ende eines Geschäftsjahrs erstellt werden. Sie beziehen sich also immer auf einen bestimmten Zeitraum. In der Praxis machen aber auch Zwischenabschlüsse unter dem Jahr Sinn: So können Sie rasch abschätzen, ob Ihr Unternehmen im Budget liegt. Damit Sie bei einer solchen Erfolgsrechnung nicht den Überblick verlieren, gibt es Buchhaltungsprogramme wie bexio: Die Software verbucht beispielsweise alle Aufwände und Erträge direkt. Sie können sich per jedem beliebigen Stichtag mit nur einem Mausklick eine Erfolgsrechnung ausweisen lassen und direkt als PDF herunterladen. Jetzt unverbindlich ausprobieren!

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