28.10.2015 | 0 Kommentare

Von der Vision zur Wirklichkeit

Gastbeitrag von Raphael Ledergerber *

So kann die richtige Strategie, richtig umgesetzt, ein echter Erfolgsfaktor sein. Und dennoch setzt die Mehrheit der Unternehmen ihre Strategiekonzepte nicht oder nicht richtig um:

  • 80% der Manager sind der Ansicht, dass sie die richtige Strategie haben, aber nur 14%, dass ihre Strategieumsetzung gut ist
  • 70% der Geschäftsführer, die scheitern, haben nicht wegen einer falschen Strategie Misserfolg, sondern wegen ihrer mangelhaften Strategieumsetzung

Umsetzungsplan: Fünf Erfolgsfaktoren

Fünf Erfolgsfaktoren

Das Strategiekonzept befasst sich mit dem Wohin, Warum, Was und Womit (lesen Sie hier, wie viel Strategie KMU brauchen). Die Strategieumsetzung fragt aber nach «wie», «wer», «wann» und «wo». Schon deswegen ist die Umsetzung der erarbeiteten Strategie keineswegs ein Selbstläufer. Die Strategieumsetzung umfasst verschiedenste Komponenten. Insbesondere auch den Wirkungszusammenhängen zwischen den Komponenten gilt es grosse Beachtung zu schenken.

Checkliste: Die fünf Erfolgsfaktoren

Checkliste: Die fünf Erfolgsfaktoren

  1. Führung: Bestimmen Sie, neben allen Teilverantwortlichen, auch einen Gesamtprojektleiter für die Strategieumsetzung. Leiten Sie für sämtliche Abteilungen deren spezifischen Ziele ab. Implementieren Sie als zentrales Führungsinstrument eine übersichtliche Ziellandkarte. Dabei hat sich die Balanced Scorecard bewährt. Mit entsprechender Erfahrung kann diese einfach und unkompliziert implementiert werden. Führen Sie monatliche Sitzungen durch, in denen Sie anhand der Ziellandkarte den Fortschritt bewerten und allfällige Korrekturmassnahmen festlegen. In einer jährlichen Strategietagung soll das Erreichte bewertet und die Situation neu eingeschätzt werden.
  2. Ressourcen: Sie benötigen ausreichend Finanzmittel, personelle Ressourcen und Zeit für die Strategieumsetzung. Meist werden die Personalaufwände und die dafür notwendige Zeit unterschätzt. Die Mitarbeitenden müssen genügend Zeit erhalten und einsetzen, um neben dem Tagesgeschäft an den Umsetzungsarbeiten mitwirken zu können.
  3. Mitarbeitende: Stellen Sie sicher, dass Sie die volle Unterstützung Ihrer Schlüsselpersonen haben. Versichern Sie sich, dass Sie die richtigen Mitarbeitenden mit den geforderten Fähigkeiten und Wissen an Bord haben. Schulen Sie die Mitarbeitenden und holen Sie allenfalls gezielt neue Kompetenzen mit neuen Mitarbeitenden dazu.
  4. Kommunikation: Informieren Sie sämtliche Mitarbeitenden in regelmässigen Abständen über den Stand der Strategieumsetzung und die nächsten Schritte. Diskutieren Sie mit den Mitarbeitenden auch über die erlebten und bevorstehenden Herausforderungen. Würdigen und feiern Sie erzielte Erfolge. Der Dialog mit den Mitarbeitenden ist entscheidend, damit die Strategieumsetzung gelingt.
  5. Kultur: Schaffen Sie ein Arbeitsumfeld, in dem sich die Mitarbeitenden wohlfühlen und bereit sind, neue Weg zu beschreiten. Um die Wichtigkeit der Strategie zu unterstreichen, kommunizieren Sie Belohnungen für Umsetzungserfolge. Zeigen Sie aber auch, mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl, die Konsequenzen bei Misserfolg auf. Die Belohnungen können gross oder klein sein. Wichtig ist schlussendlich, dass die Strategie bei den Mitarbeitenden zu einer Priorität im Tagesgeschäft wird.

Für die Strategieumsetzung braucht es meist nicht nochmals ein zusätzliches, aufwändiges Konzeptdokument. Insbesondere für KMU reicht es aus, wenn konsequent mit den fünf beschriebenen Komponenten gearbeitet wird.

* Raphael Ledergerber ist Betriebsökonom FH und hat über 18 Jahre Erfahrung in leitenden Positionen in den Bereichen Strategie, Innovation, Change-Management, Marketing, Verkauf sowie Produkt- und Preismanagement. Heute unterstützt Raphael Ledergerber Unternehmen, sich erfolgreich weiter zu entwickeln – als Sparringspartner, Projektleiter, Berater oder Interimsmanager. Er ist Inhaber von Ledergerber & Partner sowie Verwaltungsrat und Beirat verschiedener KMU und Organisationen.

Quelle: Erstmals erschienen auf willipartner.ch
Quelle Prozentangaben: Studien von I. Cobbold & G. Lawrie, 2001 sowie R. Charan & G. Colvin, 1999

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