03.03.2015 | 0 Kommentare

Steuertipps für Kleinunternehmen

1. Steuernachlässe für Neugründungen fordern

In der Schweiz können Unternehmen Steuernachlässe beantragen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Davon profitieren können neu gegründete Firmen sowie Unternehmen, welche ihre betriebliche Tätigkeit markant erweitern. Voraussetzung ist dabei immer, dass das Unternehmen bestehende Unternehmen im Kanton nicht direkt konkurrenziert und im gesamtwirtschaftlichen Interesse des betreffenden Kantons steht. Auch müssen dabei zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze im Kanton geschaffen werden.

2. Jahresabschluss optimieren und sparen

Der Jahresabschluss bietet vielfältige Möglichkeiten, den Steuerbetrag zu optimieren. Alte, kaum verkäufliche Artikel sollten bei der Inventur gar nicht mehr bewertet werden. Auch das Warenlager sollte im Dezember aufgefüllt werden. Es kann in der Schweiz sofort um ein Drittel abgeschrieben werden und wird deswegen im Fachjargon auch Warendrittel genannt. Angefangene Arbeiten werden gerne vergessen abzugrenzen. Diese können gerade im Dienstleistungsbereich wesentlich sein.

3. Vorbezahlte Pensionskassengelder abziehen

Unternehmen haben die Möglichkeit, zu leistende Pensionskassen-Beiträge einzukaufen. Der eingekaufte Beitrag darf dabei das Fünffache der zu erbringenden Jahresbeiträge nicht überschreiten. Diese Zahlungen in die Arbeitgeberbeitragsreserven stellen periodenfremde Zuwendungen an Vorsorgeeinrichtungen dar. Somit sind sie nur von den Steuern abziehbar, wenn sie unwiderruflich erbracht und einbezahlt werden.

4. Rückstellungen für Risiken tätigen

Rückstellungen werden für künftige Aufgaben und Risiken getätigt, deren Höhe noch unbestimmt ist. Gemäss Bundesgericht dürfen sie nur «zur Sicherung von unmittelbar drohenden Verlustrisiken» vorgenommen werden. Rücklagen für Restrukturierungsmassnahmen können – in Absprache mit den Steuerbehörden – bis zu 20% des steuerbaren Gewinns ausmachen. Rückstellungen können aber auch für allfällige Garantiearbeiten, Prozessrisiken oder Gebäudesanierungen nötig werden und sind von der Steuer absetzbar.

5. Spesen und Fringe Benefits nutzen

Der neue Lohnausweis hat vielen Firmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt muss alles angegeben werden, was dem Mitarbeiter neben dem Lohn ausgerichtet wird (Geschäftsauto, Essensgutscheine etc.). Dennoch bleibt in der Schweiz bei den Spesen weiterhin ein erheblicher Spielraum. Es lohnt sich, ein Spesenreglement auszuarbeiten und dieses von den Steuerbehörden absegnen zu lassen.

Auch bei den Fringe Benefits (englisch für Lohnnebenleistungen) bleibt Spielraum: Bis zu CHF 5’000 kann den einzelnen Mitarbeitern ohne Steuerfolgen gutgeschrieben werden – vom Halbtaxabo über Reka-Checks und Firmengeschenke bis zum Gratisparkplatz ist einiges machbar. Nicht deklarationspflichtig sind auch Weiterbildungskosten für Mitarbeiter bis CHF 12’000.

Am besten schauen Sie diese Möglichkeiten mit Ihrem Treuhänder an.

Bruno Eugster, MAF Zurich Consulting Group

Bruno Eugster, MAF Zurich Consulting Group

Bruno Eugster ist Operativer Leiter (COO) bei der MAF Zurich Consulting Group AG. Aufgrund seiner sehr guten Vernetzung in vielen Branchen nimmt er Einsitz in verschiedenen Verwaltungsratsmandaten in den Bereichen Energie, Human Resources und Finanzen.

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