19.04.2016 | 0 Kommentare

Geld sparen bei der Steuererklärung

Gastbeitrag von Martina Stäger, Dynamis Treuhand GmbH *

Es ist wieder soweit: Mit dem Versand der Formulare im Frühjahr sind sowohl natürliche (Einzelfirmen und Personengesellschaften) wie auch juristische Personen (AG, GmbH, Vereine, Stiftungen, etc.) wieder aufgefordert ihre Steuererklärung einzureichen. Nachfolgend werden einige Optimierungsmöglichkeiten beschrieben: Einerseits auf Stufe Buchhaltung, andererseits auf Stufe Steuererklärung.

Steueroptimierung in der Buchhaltung von Kleinunternehmen

Im Allgemeinen können durch die Unterbewertung von Vermögenswerten sowie die Überbewertung von Fremdkapital im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften Steuern gespart werden. Mit diesem Vorgehen werden sogenannte «Stille Reserven» gebildet. Diese müssen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgelöst werden, was zu einer «Gewinnverschiebung» führt. Stille Reserven sind auch im neuen Rechnungs­legungsrecht explizit zugelassen.

  • Beispiele für die Unterbewertung von Vermögenswerten
    Bei den Aktiven (Vermögensseite) können Steuern gespart werden; beispielsweise durch Bildung der Warenlagerreserve (sog. Warendrittel) und/oder durch Bildung einer Rückstellung für allfällige Verluste aus Kundenguthaben (sog. Delkredere). Je nach Kanton besteht zudem die Möglichkeit, nebst der ordentlichen Abschreibung, eine allfällige Sofortabschreibung von Gegenständen des Anlagevermögens wie Mobiliar, Einrichtungen, Werkzeuge, Fahrzeuge etc. zu prüfen. Bei einem Verkauf von Anlagevermögen sollte die Möglichkeit einer Rückstellung für Ersatzbeschaffungen geprüft werden. Bei kurzfristig gehaltenen Aktiven mit Börsenkurs besteht die Möglichkeit der Bildung einer Schwankungsreserve. Besitzt die Unternehmung Vermögenswerte (wie Bankkonten, Kundenforderungen) in Fremdwährung, kann das Ergebnis durch die Wahl eines vorteilhaft gewählten Umrechnungskurses beeinflusst werden.
  • Beispiele für die Überbewertung von Fremdkapital
    Auf der Passivseite (Schuldenseite) der Bilanz bestehen im Rahmen des gesetzlichen Vorsichtsprinzips diverse Möglichkeiten zur Steueroptimierung: Beispielsweise durch die Bildung von zusätzlichen Rückstellungen für Garantiearbeiten, Prozessrisiken oder Ferien- und Überzeitguthaben der Mitarbeiter.
  • Lohn oder Dividende?
    Sind Sie Inhaber einer Aktiengesellschaft (AG) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)? Falls ja, können Sie Steuern oder allenfalls auch Sozialversicherungsbeiträge sparen durch die optimale Wahl von Lohn- oder Dividendenbezügen. Dabei sind nebst steuerlichen auch Vorsorge- und Versicherungsaspekte zu berücksichtigen.

Noch mehr Steuern sparen? Weitere Steuertipps für Kleinunternehmen.

Steueroptimierung in der Steuererklärung von Privatpersonen

Unselbstständig Erwerbstätige können mit verschiedenen Abzugsmöglichkeiten Ihre Steuerlast verringern. Nachstehend einige der gängigsten Abzugsmöglichkeiten in der Steuererklärung.

  • Berufsauslagen
    Unselbstständig Berufstätige (Lohnausweisempfänger) können die Fahrtkosten zum Arbeitsort, die auswärtige Verpflegung sowie Beiträge an Berufsverbände in Abzug bringen. Haben Sie eine Weiterbildung besucht, welche mit Ihrem Beruf in Zusammenhang steht und selbst bezahlt wurde? Falls ja, können Sie Schulgelder, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten zur Schule, die notwendige auswärtige Verpflegung an Schultagen sowie weitere Auslagen wie Hilfsmittel (Bücher, Laptop etc.) geltend machen. Ausserdem wurden ab 1. Januar 2016 die Vorschriften der Abzugsfähigkeit von Aus- und Weiterbildungen markant geändert, was neue Planungsmöglichkeiten bietet.
  • Einkauf in die berufliche Vorsorge / Beiträge an die Säule 3a
    Für den Aufbau der privaten Altersvorsorge gibt es im Rahmen der steuerbefreiten Säule 3a die Möglichkeit, steueroptimierte Altersvorsorge zu betreiben. Dabei können unselbstständig Erwerbstätige mit Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse) bis zu CHF 6‘768.- pro Jahr steueroptimiert einzahlen. Bei selbstständig Erwerbenden, welche über keine berufliche Vorsorge verfügen, können 20% bis zu einem Maximalbetrag von CHF 33‘840.- ihres Reingewinns als Vorsorgebeiträge steuerlich abgesetzt werden. Ob dabei ein Bank- oder Versicherungsprodukt die sinnvollere Variante ist, sollte auf die persönliche Situation hin geprüft werden. Weiter besteht für Personen mit BVG-Anschluss die Möglichkeit, eine Vorsorgelücke bei der BVG mit sogenannten «BVG-Einkäufen» zu optimieren. Grundsätzlich sind solche «Einkäufe von fehlenden Beitragsjahren» steuerlich absetzbar. Einschränkungen und Risiken sind immer im Einzelfall vorgängig zu prüfen.
  • Freiwillige Zuwendungen / Zuwendungen an politische Parteien
    Je nach Kanton können freiwillige Zuwendungen an gemeinnützige Institutionen und/oder an politische Parteien abgezogen werden. Einige Kanton kennen dabei Grenzwerte oder Pauschalabzüge.

Je nach persönlicher Situation sind weitere Steuerabzüge möglich, die im Einzelfall geprüft werden sollten.

* Über Dynamis Treuhand GmbH

* Über Dynamis Treuhand GmbH

Martina Stäger ist eidg. dipl. Treuhandexpertin bei Dynamis Treuhand GmbH. Das Treuhand- und Beratungsunternehmen in Lenzburg und Zürich berät KMU-Betriebe in sämtlichen Treuhand­angelegenheiten.

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