14.09.2015 | 1 Kommentar

Die Arbeitszeiterfassung in der Praxis

Änderungen per 1. Januar 2016: siehe Textbox am Schluss des Blogs.

Gemäss dem KMU-Portal der Schweizerischen Eidgenossenschaft sind die gesetzlichen Verpflichtungen bei der Erfassung der Arbeitszeit sowohl Arbeitnehmenden als auch Arbeitgebenden häufig nicht bekannt. Zudem arbeiten immer mehr Menschen zeitlich und örtlich flexibel, was die gesetzlich geforderte Erfassung erschwert.

Nur sehr wenige sind von der Erfassung befreit

Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung ist im Arbeitsgesetz festgehalten, wobei grundsätzlich alle Arbeitnehmer sowie sämtliche öffentlichen und privaten Betriebe diesem unterstellt sind. Von der Erfassung sind nur sehr wenige befreit: Unter anderem Handelsreisende sowie Personen, die im Topmanagement tätig sind. Also beispielsweise der CEO oder Mitglieder der Geschäftsleitung. Hinzu kommt neuerdings eine Zwischenstufe, die das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) geschaffen hat und die nur wenige Angestellte umfasst: Kaderleute mit Weisungsrecht (wie etwa Projektleiter) haben eine gelockerte Aufzeichnung.

Der Pflicht zur Erfassung unterliegt gemäss dem Arbeitsgesetz allerdings nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber. So muss er alle erforderlichen Aufzeichnungen fünf Jahre lang aufbewahren, um sie den Vollzugs- und Aufsichtsorganen zur Verfügung stellen zu können. Im Vergleich zum Inhalt ist aber nicht vorgeschrieben, wer die Zeiterfassung durchzuführen hat. So kann es in gewissen Fällen Sinn machen, die faktische Erfassung an den Arbeitnehmer zu delegieren; dennoch liegt die Verantwortung beim Arbeitgeber.

Welche Details müssen erfasst werden?

Welche Details müssen erfasst werden?

Für die Arbeitszeiterfassung sind gesetzlich folgende Inhalte vorgeschrieben:

  • Wöchentliche Höchstarbeitszeit
  • Dauer der Pausen und Ruhezeiten
  • Kompensation von Überzeit

Gemäss SECO bedeutet dies im Detail, dass zuerst Personalien, Ein- und Austritt sowie die Beschäftigungsart notiert werden müssen. Dann ist die Dauer und der Beginn der täglichen, als auch wöchentlichen Arbeitszeit - inklusive aller Ausgleichs- und Überzeitarbeiten - festzuhalten. Dabei sind auch Pausen von 30 Minuten und länger aufzuzeichnen.

Arbeitszeiterfassung heisst nicht zwingend Stempeluhr

Die Erfassung der Arbeitszeit bedingt nicht zwingend einer Stempeluhr. Das SECO weist auf verschiedene Aufzeichnungsarten hin. So können die Arbeitszeiten beispielsweise auch von Hand in einem Notizbuch oder in einer Excel-Tabelle festgehalten werden.

Änderungen per 1. Januar 2016

Änderungen per 1. Januar 2016

Update November 2015: Der Bundesrat hat die Arbeitszeiterfassung «den Realitäten der heutigen Arbeitswelt angepasst». Ab 1. Januar 2016 können Arbeitnehmer mit einem Bruttojahreseinkommen von mehr als CHF 120’000 (inkl. Boni etc.), die bei ihrer Arbeit «über eine grosse Gestaltungs- und Zeitautonomie» verfügen, auf die Erfassung der Arbeitszeiten verzichten. Bedingung dafür ist, dass die Sozialpartner dies in einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) regeln und die betroffenen Arbeitnehmer damit einverstanden sind. Diese Lohn- und Arbeitsbedingungen dürften laut Bundesschätzung «wahrscheinlich weniger als 10%» aller Arbeitnehmer erfüllen, also weniger als 400'000 Personen.

Weitere Informationen im Merkblatt des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

Kommentare

Kaltwolf

http://members.aon.at/haushaltsverbrauch/Arbeitszeit/
... das hilft beim mitschreiben!

bexio

Guten Tag

Besten Dank für Ihre Vorlage. Dies ist eine Möglichkeit, wie Arbeitszeiten in einer einfachen Form erfasst werden können. Um noch den Vorschriften des SECO zu genügen, müssen nebst Dauer, Beginn und Ende der Arbeitszeit noch Pausen von 30 Minuten und mehr ersichtlich sein.

Beste Grüsse

Ihr bexio-Team

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