10.12.2015 | 0 Kommentare

13. Monatslohn, Bonus, Weihnachtsgeld? Eine schöne Bescherung!

Von Franziska Iselin, Leiterin Human Resources und Backoffice bei bexio

Kurz gesagt: Rein von Gesetzes wegen besteht kein Anspruch auf eine Sonderzahlung am Ende des Jahres. Die Voraussetzung für eine Sonderzahlung ist eine entsprechende vertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese kann sowohl schriftlich als auch formlos mündlich getroffen werden. Auch stillschweigende Vereinbarungen gelten: Wurde regelmässig während mindestens drei Jahren in Folge, aus gleichem Grund, in unveränderter Höhe eine vorbehaltlose Sonderzahlung geleistet, verliert sie ab diesem Zeitpunkt ihren freiwilligen Charakter.

13. Monatslohn

In vielen Schweizer Arbeitsverträgen findet sich eine Vereinbarung zum 13. Monatslohn. Er ist fester Bestandteil des Jahreslohns und weder von der Leistung des Arbeitnehmers noch vom Geschäftsgang des Unternehmens abhängig.

Der 13. Monatslohn hat keinen freiwilligen Charakter, er ist immer geschuldet. Auch wenn der Arbeitnehmer unterjährig aus dem Unternehmen austritt, ist der 13. Monatslohn «pro rata temporis» geschuldet (verhältnismässiger Anteil für die Dauer der geleisteten Arbeitstätigkeit im Austrittsjahr).

Gratifikation, Weihnachtsgeld

Die Gratifikation oder das Weihnachtsgeld sind freiwillige Sonderzahlungen des Arbeitgebers (freiwillig nur, wenn sie nicht im Arbeitsvertrag geregelt sind). Der Arbeitgeber kann Anlass, Zeitpunkt sowie Höhe festlegen und die Auszahlung an bestimmte Bedingungen knüpfen, wie beispielsweise ein guter Geschäftsgang.

Achtung: Diese freiwilligen Sonderzahlungen können auch nur einzelne Mitarbeitende begünstigen, beispielsweise bei einer individuellen Leistung oder einem speziellen Teamerfolg. Wenn die Mehrheit der Mitarbeiter eine Sonderzahlung erhält, müssen triftige Gründe vorliegen, warum andere keine Sonderzahlung erhalten.

Bonus

Das Wort «Bonus» ist ein Überbegriff für viele unterschiedliche Leistungsarten. Der Bonus ist eine variable Vergütung mit teils Gratifikationscharakter (freiwillig) und, je nach Bedingungen, teils Lohncharakter (unfreiwillig) oder er kann eine Mischform sein.

Der Bonus ist gesetzlich nicht geregelt, daher muss von Fall zu Fall unterschieden werden, ob der Bonus eine Gratifikation (Art. 322d OR), Lohn (Art. 322 OR) oder einen Anteil am Geschäftsergebnis (Art. 322a OR) darstellt. Ausschlaggebend ist die Formulierung im Arbeitsvertrag.

5 Tipps zu Sonderzahlungen

5 Tipps zu Sonderzahlungen

  • Vereinbaren Sie Sonderzahlungen schriftlich und formulieren Sie sie klar und einheitlich
  • Verzichten Sie auf willkürliche Zahlungen an einzelne Mitarbeiter
  • Informieren Sie als Arbeitgeber transparent und proaktiv, weshalb eine Sonderzahlung erfolgt
  • Denken Sie daran, dass Lohnforderungen bis 5 Jahre nach Fälligkeit eingefordert werden können (Verjährungsfrist)
  • Achtung: Alle Auszahlungen in Form von Bonus, Gratifikation, 13. Monatslohn sind beitragspflichtig (AHV etc.)

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